große sehnsucht nach schlaf, schmerzfreien, raumgreifenden schlaf und traum bis in den aufgehenden tag. was gelingen wird, heute nacht. wie immer, nach dem höhepunkt der angst. folgt das gefühl von freiheit.
alle tage
wenn ich nicht so müde wäre, würde ich etwas über das wesen der erschöpfung schreiben wollen. über ihr innewohnende plötzlichkeit ebenso wie über die gräßliche unzuverlässigkeit. über das wesen von schmerz auch, diese flüchtige nichtsubstanz irgendwo im körper. mal hier, mal da, ein sinnloses spiel. aber ebenso unendlich, ermüdend. allein, ich bin zu müde.
habe ich neulich noch davon berichtet, wie ich quasi über nacht nachwachse, um der last zu entsprechen, die die tage mit sich bringen, beinah stolz, vor allem aber selbstverständlich. so gehe ich aktuell schon vor dem frühstück in die knie und schaffe es auch danach nicht ins aufrechte. angst ist wie eine ewige kälte in mir, die wut darin eine klirrende starre.
egal: alles ist arbeit. und ich muß, ich will. leben.
tauchen
gestern ein bißchen über angst und wut im leben, geredet und gedacht. in der nacht wenig geschlafen, stattdessen lange den raum zwischen wachheit und traum geweitet. dort hinein abgetaucht. heute dann den blutdruck in rekordhöhen erlebt. arzttermin gemacht.
mein sein und meine seele, mein erleben, nichts davon muß sich ändern. und der körper ist dazu da, am ende zerstört zu sein. aber jetzt gerade wäre es doch schade um die kraft.
langsam, sehr langsam normalisieren sich die tage. ich kehre zurück zu planung und abarbeitung, zum teil jedenfalls. die dezemberrechnungen sind raus, die angefangene übersetzung liegt für morgen bereit. anderes noch, unübersichtliches und ärgerliches. nicht viel, ich hänge trotzdem.
dazu die verklingende poesie dieser tage, die durchlässigkeit der nachtstunden, sowieso, aber jetzt natürlich insbesondere. tanzen auch und tango. diese schönheit oft, vor der ich so gern zurückweichen möchte, zurück in die altbekannte alltagsquälerei. und die menschen, die wenigen, die vielen, die mich ebenso ratlos zurücklassen, wie ich sie. vermutlich.
immer noch mit schneckennetz gesegnet, vodafone kriegt das irgendwie nicht hin. ich kann also nicht arbeiten, die steuern liegen rum, die halbfertige übersetzung. warten, meine lieblingsbeschäftigung. könnte mich jetzt also aufregen, bin auch immer wieder kurz davor. gehe aber statt dessen erstmal ein besoffenes huhn futtern. (in ein paar minuten, sechs oder sieben oder so, wenn die paar sätze hier vielleicht mal hochgeladen sind.)
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das wunderbare an dieser finalen zeit im jahr, die mir schon so lange nicht mehr fremdbestimmt ist, ist diese stille und tiefe, unvermeidbar, die weite und klarheit der einsamkeit. jedes jahr ein wenig mehr. keine glöckchen haben mich erreicht in diesem jahr, kein singsang oder märchengedudel. keine heimliche sehnsucht nach gemeinschaft oder familie gar. kein zucker auf mein brot. nichts künstliches.
aber jedes mal begreife ich etwas, sehr schlichtes, selbstverständliches. diesmal: nicht mehr zu sein versuchen, was ich nicht sein kann. damit ist keinem gedient am ende, niemand zufrieden; ich nicht und alle anderen auch nicht.
oder anders: sein, was ich bin. mehr geht nicht.