schuldfragen interessieren (mich) nicht, schuldgefühle noch viel weniger. dennoch bleibt das auftauchen dieser fragen mitunter nicht aus, und die beschäftigung damit lähmt den atem. was hätte ich (anders) tun können, tun sollen? was soll ich dazu (noch) sagen? wenn ich nicht einmal (mehr) denken kann.
alle tage
automatismen
vor ein paar tagen schrieb claudia in ihre sammelmappe über das gute und das böse, wohl in zusammenhang mit dem amoklauf in newtown. darüber habe ich auch viel nachgedacht, zwischen all dem anderen schrott, der in den letzten wochen anstand. über die antwort der waffennarren vor allem, ihre absurden vorschläge und argumentationen. gehört habe ich zunächst von überlegungen, einfach die lehrerInnen mit waffen auszuzstatten, um so eine mögliche gefahr schnell und unkompliziert mithilfe des personals vor ort bereinigen zu können. (der gedanke wurde mittlerweile wohl ersetzt durch die forderung, jede schule vorsorglich mit bewaffnetem personal zu besetzen.)
man stelle sich das vor, lehrerInnen, die mit halbautomatischen schnellfeuerwaffen in ihren klassen stehen und unterrichten. (oder eben gewaffnetes personal, das durch die gänge und klassenräume streife geht, immer die MP im anschlag.) ein scheußliches bild, aber ein gutes natürlich, denn es geht ja um sicherheit
allerdings nur bis zu dem tag, an dem zum ersten mal einE lehrerIn das feuer eröffnet. (oder eben ein anderer mensch, der mit seiner legalen waffe und eigentlich in schutzfunktion bereits vor ort ist.) etwas, das ohne zweifel irgendwann geschehen wird.
und dann? die logische konsequenz wäre wohl, die kindermit waffen auszustatten. zu ihrem schutz natürlich. oder?
festtagspläne
der dezember hat ja im grunde nur so zirka 20 tage, wenn es um die erledigung der monatlichen arbeit geht. zumindest im freiberuflichen bereich schiebt sich der berg einfach nur zusammen, türmt sich so weit wie möglich auf. bis zum fest, das dann auch noch ein frohes sein soll. ganz so schlimm ist es bei mir zum glück nicht, erschwerend hinzu kommt bei mir nur meine siebenschläferbärenzeit, denkbar ungünstig angesiedel mitte november bis anfang januar. danach geht es dann wieder. meistens.
für morgen liegt noch ein wenig arbeit da, sonntag sind die steuern dran, und montag ist natürlich heilige bügelzeit. anschließend sollte ich dann irgendwie in den text zurückfinden. das wärs. zu lesen hab ich aber auch recht viel.
paper love
was ich zwischen den jahren unbedingt kultivieren muß, ist das lesen von büchern tagsüber, irgendwo gemütlich herumliegend. auf dem bett oder dem sofa oder so. etwas, das ich seit jahrzehnten nicht gemacht habe. möglicherweise, weil ich lange gar kein sofa hatte. aber früher, als jugendliche, gab es da meine bettcouch, auf der ich stunden so verbracht habe. wie aus der welt verschwunden.
da sich die balkonleseflucht, wie ich die lesezeit in diesem sommer gehandhabt habe, derzeit wetterbedingt verbietet, bleibt wohl nur die sofalösung, um dem permanenten internetlesen zu entfliehen. oder dem etwas hinzuzufügen? nein, es gibt wohl ein lesen, das darüber hinausgeht. ich erinnere mich. und ich gestehe: ich liebe papier.
kalt hier drinnen, in mir. so denke ich die ganze zeit, seit es auch draußen kalt ist. manchmal wird aber auch alles ganz weich. so weich, daß ich nicht mehr weiß, wer ich bin. (als wäre das von bedeutung.) dann suche ich die bilder, zwischen tag und nacht, traum und wahn. wie früher als kind. als ich noch sehen konnte, wissen und rufen. das, was ist.
neumond heute. ein paar tage noch, und die nächte werden rauh. die zeiten verschieben sich, auch meine. auch in mir. alles klar.