
im nacken den roten klee. bleibt aber gelassen, logisch.

heute gegen mittag hat ein spatz in den tomaten platz genommen, der war von dem gerade niedergehenden gewitter spatznaß. meine prachtstücke haben sein gewicht sicher zwanzig minuten lang sicher getragen. dann ging plötzlich ein gezeter und geflatter los da draußen. gleich drei artgenossen wollten ihm seinen sitz streitig machen. oder was auch immer, und kurz darauf waren auf einmal alle verschwunden. irgendwo im baum gegenüber. ende der geschichte.
nachts scheppern fahrräder und poltern skateboards die neuköllner weserstraße entlang, an der ich wohne. außerdem schwirren seit jeher ziemlich viele stimmen an meinem schlafzimmerfenster vorüber. die sprachvielfalt hat sich in den letzten erheblich erweitert, viel spanisch dabei, immer mehr amerikanisches englisch. (was ich, britisch geprägt, nicht sonderlich zu schätzen weiß, wie man womöglich weiß.) vorgestern waren es zweidrei jungs, die hundebellen und katzenmaunzen ausprobierten, bevor sie in paar meter weiter in heftigen streit und schreierei verfielen. manchmal singen oder pfeifen die vorübergehenden auch. und sie lachen. sie lachen viel.
gestern nacht, kurz vor dem einschlafen näherten sich zwei frauenstimmen, zweistimmig singend. dann lachten sie, tief und entspannt. das war kurz bevor sie bei mir vorbeigingen. sommernächte verfügen über einen großen resonanzraum. lachen ist eine lust. direkt unter meinem fenster sangen die beiden dann wieder, immer noch lachend. das war der moment, in dem mir das herz brach.

nee, stimmt gar nicht. sieht man doch. nachdem die tomaten sich in diesem jahr irgendwie von selbst wie wahnsinn entwickeln, hab ich nebenan ein kleines paprikaprojekt gestartet. so richtig glaube ich ja nicht daran. aber wer weiß, vielleicht muß ich bald noch so ein klettergestell bauen. von mir aus, überhaupt kein problem.

nach etwas über neun wochen sind die drei nebeneinanderstehenden tomatenpflanzen zu zum teil 80 zentimeter hohen monstern herangewachsen. noch nie habe ich ihnen ein derart umfangreiches klettergerüst bauen müssen. heute noch einmal drei stangen. dabei ist eigentlich immer noch zeit zu geizen, was ich hier und da bereits zu vergessen beginne. nicht gut, so dicht, wie die dinger stehen.
außen habe ich außerdem eben das erste spinnennetz entdeckt. ein ganz feines mit einer kaum sichtbaren spinne in der mitte. unfotografierbar. (für mich.)

die einzelpflanze an der seite wächst anders, nicht ganz so hoch. vielleicht höchstens 50 zentimeter, aber das auch nur an einer stelle. dafür ist der stamm inzwischen daumendick. ach was, dicker. zumindest als meine daumen. (die in diesem jahr noch grüner denn je zu sein scheinen.)
prima, jetzt hab ich das wochenende quasi nahtlos durchgearbeitet. das hatte ich nun wirtklich nicht vor. aber so ist das eben, wenn eines das andere gibt und immer so weiter. so richtig viel verdient habe ich dabei leider auch nicht. außerdem wird es sicher schwer, morgen dann einfach mal pause zu machen. wie vorgesehen.