klar, daß das selbstzerstörungspotential der mich umgebenden dinge noch nicht gänzlich ausgeschöpft war. der august ist ja auch noch nicht vorüber. kupplungszug gerissen!
alle tage

meine balkonspinne ist umgezogen und wohnt jetzt etwas weiter links, mitten in den tomaten. auch dort macht sie tagtäglich mehrfach fette beute und ist dementsprechend mächtig gewachsen.
ein bißchen komme ich mir ja immer luschig vor, wenn ich beim kiesern auf maschinen treffe, die vorher von einem dieser jungen kerle benutzt worden sind. wenn ich mir dann aber vor augen halte, daß ich inzwischen mit dem kopf, aus dem nacken heraus über 50 pfund nach hinten wegdrücke – das ist immerhin mehr als die unter ächzen geschleppten 20 kilo schweren katzenstreusäcke früher – dann komme ich darauf, daß das für so eine kleine, olle wie mich vermutlich nicht allzu schlecht ist.
lechts und rinks
ich glaube, ich lerne es nie. muß ich das kleine gewicht am pendel dieser uhr nun nach oben oder nach unten drehen, wenn sie zu schnell geht?
kurz mal eben luft in das gastrad pumpen hat soeben schlappe drei stunden gedauert. weil kurz nach dem prallpusten des hinterrads der schlauch mit einer derartigen wucht geplatzt ist, daß es den darum herum befindlichen mantel glatt aus der felge gefegt hat. drei bereits geschlossene fahrradläden später hat der vierte dann endlich einen neuen schlauch für mich. der alte weist einen zirka zehn zentimeter langen riß auf, das flicke selbst ich nicht mehr.
seltsamer nebeneffekt der reparatur: durch den erforderlichen aus- und wiedereinbau des hinterrads funktionenieren auf einmal alle fünf gänge wieder. der fünfte zwar immer noch nicht ohne schleifen und schaben, aber immerhin. außerdem war noch ein bißchen ketteschmieren angesagt. schick!
kisten bauen
die aktuelle bauphase, ende februar eingeläutet und über etliche stufen durchgeführt, scheint seit ein paar wochen beendet. im zuge der arbeiten wurden nicht nur neue regalgebilde zusammengesetzt und individuell erweitert sondern auch viele bereits vorhandene oberflächen behandelt und vor allem auch altes entsorgt.
der wunsch, keine schwarzen möbel mehr zu beherbergen, hat zum schluß zu dem bau etlicher kisten geführt. zuerst die kiste für den drucker, die ziemlich scheußlich geraten ist. schief zusammengekloppt und fleckig vom beizen, das vor allem. es war nicht die beste idee, die bretter erst zusammenzuschraubleimen und dann erst das colorwachs aufzutragen. kann ich keinem zeigen, das ding. total peinlich. paßt aber irgendwie zu meinem ebenfalls ziemlich ranzigen schreibtisch, der gleich daneben steht. ist also eigentlich irgendwie okay.
bereits besser geraten ist die zweite kiste, die für die musik. nix laptop und mp3. es ist eine alte anlage, die darauf platz findet, sogar mit plattenspieler. außerdem eine menge papier, die zeitungen und magazine, die sich so im laufe eines monats, oder auch zwei oder drei oder noch mehr monate, ansammeln. das, was ich dann em ende doch nie richtig zu lesen schaffe. eine old media-kiste sozusagen. mit klarem wachs behandelt, deshalb von hause aus nicht fleckig und auch nicht mehr so schief. mit rückwand übrigens.

die letzte kiste, ein herausforderung. größer als die anderen beiden zusammen, sollte/mußte außerdem weiß gebeizt werden. und hat türen. mein meisterwerk bisher: nicht fleckig, weil vorab geweißwachst, kaum noch schief geleimschraubt, nur an einer einzigen stelle, mit eingepaßter rückwand, innenliegend und vier aufgesetzten türen mit immerhin eingegelassenen scharnieren. (per hand mit dem stecheisen ausgeschnitten.) naja. hätte ich besser aufgepaßt, hätte ich auch noch die türen eingelassen. dann wäre es eine wirklich perfekte kiste geworden. hab ich aber nicht. auch schwarze scharniere habe ich nicht gefunden, leider. (wo ich doch schon die mattschwarzen schrauben benutzt hatte.) aber: es gibt verstellbare böden, wie bei einem richtigen möbel. die 124 löcher sind handgearbeitet mit dem akkubohrer. und nur eines ging versehentlich ganz durch.

heute morgen als erstes vogelfangen geübt. mit handtuch und schuhkarton und so. der junge kanare einer nachbarin wollte unbedingt mal mein wohnbüro besichtigen. auf dem bildschirm sitzen und bücher vollkacken. ich mag vögel, wenn sie draußen herumfliegen. hoch hinaus. das wollte wohl auch dieser kleine gelbe. immer wieder flog er gegen die große balkontürscheibe, beinah verzweifelt.
vögel in der wohnung mag ich eher nicht, weiß ich jetzt. dieses hektische geflatter, diese abgehackten kurzflüge. hüpfer vom regal zum fensterflügel und wieder zurück. schade, daß lisa nicht mehr lebt. die hätte sich gefreut.
