migräne mit formigran brechen. dauert drei stunden, bis ich sicher bin. sicher, daß es geklappt hat. hat es aber. heute zumindest. morgen ist dann ein anderer tag.
alle tage
hochwasser
es wird viel über wasser geschrieben in diesen tagen. über feuer auch, aber das wasser kommt mir näher. auch wenn es berlin leider nicht erreichen wird.
neulich bin ich ein wenig in der zeit zurückgeschwommen. wie das manchmal so ist, eines gibt das andere und plötzlich stehen alle türen offen. über die eigenen grenzen bin ich hinausgeschwommen, bis zu dieser geschichte mit dem wasser, die ich vor jahren schon geschrieben habe. die geschichte ist wahr, irgendwie jedenfalls, sie wurde mir als kind immer wieder erzählt. so. oder so ähnlich.
neulich habe ich auch bilder dazu gefunden.
und die geschichte geht weiter, wie auch das wasser immer weiterfließt. der vater aus dieser geschichte ist mein opa. er hat nicht nur den dreck und die möbel aus dem haus geschafft, er hat auch das verquollene gehäuse der standuhr entsorgt. das uhrwerk allerdings hat er behalten. er hat es wieder zum laufen gebracht und ihm ein neues gehäuse gebaut. nicht so groß und sicher nicht so schön, seither ist die uhr eine wanduhr. aber sie pendelt und tickt. und sie klackt, da, wo sie früher geschlagen hat. das konnte nicht wieder repariert werden.
das ist das geräusch, dem ich dann später lauschte, als kind, wenn ich in karnap übernachtete. ganz allein, oben in dem zimmer, in dem sie alle ausgeharrt hatten. das wußte ich, immer. und dort hing später diese uhr, jahrelang.
heute hängt sie neben mir, über dem neuen schrank und der alten schreibmaschine. manchmal läuft sie, aber nicht immer, wie ich zu meiner schande gestehen muß. sie hängt nicht gnaz richtig, bleibt manchmal spontan einfach stehen. und zu oft vergesse ich, auf den stuhl zu steigen, die tür aufzuklappenund sie mit dem hübsch geschwungenen alten schlüssel aufzuziehen.
meinem opa wäre das nie passiert. der fütterte systematisch die kohleöfen, zog regelmäßig alle uhren auf, auch die armbanduhren, die er gar nicht benötigte, und sortierte im schuppen seine nägel und schrauben. von dem hab ich das, glaube ich. das mit der ordnung, der inneren und der äußeren.
[manche dinge werden nie müll. selbst wenn sie vielleicht doch irgendwann weggeworfen werden. und dann verotten, zwangsläufig.]
erntegut

die balkontomaten wuchern in diesem jahr wie wild, diese eine pflanze ist über einen meter hoch. die anderen drei ein wenig kleiner, aber nur minimal. jede woche ernte ich eine ganze schüssel. eine eher so mittelkleine schüssel, aber immerhin. fürs genießen reichts.

die kräuter streben ebenfalls gen himmel, ein basilikumstrang steht einen halben meter hoch und blüht. ebenso die minze und der thymian und alles andere auch. ständig habe ich hier summenden besuch. was nicht ganz ungefährlich ist, denn die balkoneigene spinne, die ihr netz zwischen klee und kirschtomate gespannt hat, frühstückt immer recht ausgiebig.

selbst der alte zierspargel in der hintersten ecke, wo er vor zwei jahren eigentlich nur zum endgültigen krepieren hingewandert ist, weiß vor kraft derzeit kaum noch wohin mit sich.
dabei mache ich gar nichts, nur gießen, und das nicht einmal besonders rücksichtvoll. mal zuviel und mal zuwenig, niemals mit ordnungsgemäß abgestandemem wasser oder so. und düngen? ja, vor ein paar monaten mal. und natürlich ein winziges bißchen tomaten geizen, das muß einfach sein. einzig der männertreu wollte in diesem jahr nicht. schade, das schöne blau. und der salbei ist unter der minze beinah ersoffen und schimmelt dort jetzt leise vor sich hin.
ich gehe jetzt ein bißchen gärtnern. aber wirklich nur ein ganz kleines bißchen. sonst mache ich noch was kaputt an diesem offensichtlich fast perfekten system. ;-)
güldene böden
fahrrad kaputtgefahren, hinterradachse gebrochen. das berliner hardcorepflaster machts möglich, in nur sechs jahren. aber gut, das rad ist ja insgesamt schon dreißig, da kann das mal passieren. kostet halt nur, schon wieder.
ein einfaches, fragt mich der fahrradmann. so wie jetzt auch?
ich nicke. hat ja immerhin eine weile durchgehalten.
dreißig jahre, sage erkläre ich stolz. also nochmal dreißig.
na ja, früher waren die einfachen sachen aber auch besser, lautet die antwort.
stimmt! scheiße!
versteuert?
den halben tag mit elster und excel verbracht. das thema war dasselbe, die steuererklärung 09. das vorläufige zwischenergebnis ist unklar, weil elster und excel sich nicht einigen können. ein satter euro unterschied wird ausgewiesen. ein einziger. trotzdem, das habe ich anders gelernt, in der schule damals, im matheunterricht. da mußten die ergebnisse immer gleich sein, wenn ich mich recht erinnere.
und nun? ach, mir reichts für heute.


