am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wertschätzung

was ich eigentlich meine ist, daß es derzeit wieder einmal viele türen gibt, die sinnlos ins leere fühlen. ins längst schon abgeschlossene und damit in die wiederholung. viele möglichkeiten, die meisten davon wenig wichtig in meinem alter. falsch oder zumindest unpassend. dennoch geht es darum, die räume zu öffnen. immer. das ist seit jeher meine aufgabe. um den einen raum, den neuen, den weiterführenden nicht versehentlich ebenfalls zu verschließen.

das mag schmerzen, ja. aber wie hoch wäre der preis, bliebe der bislang unbekannte raum für immer unbetreten?

schlaf ist eine illusion. tatsächlich schlafe ich nicht. weil ich nicht träumen will. so wie ich tagsüber nicht denken will. auch das ist natürlich illusion.

ursus

warum ist mir eigentlich so kalt? liegt das etwa an 2010?

ach, an den straßenlaternen wachsen eiszapfen. es ist winter. das wird es sein.

wie gern würde ich sechs bis acht wochen das haus nicht verlassen. und einfach nur schlafen.

my first book

das erste bewußt geliebte. das erste, das die welt um mich verschwinden ließ und dafür neue schaffte. nicht nur eine, viele welten und innenwelten. über einen hund unter anderem. (wie seltsam. ich hatte immer schon angst vor hunden. und damals ganz besonders.) lebensgeschichten. auch über andere tiere, bären, gänse und wölfe. viel schnee und luft, einsamkeit und weite.

ein kinderbuch mit fürchterlichen kritzelzeichnungen. na und?

na denn, prost

völlig vergessen, daß ich silvester immer wodka trinke. seit sven mich vor ein paar jahren dazu verleitet hat. ich mag sekt eben einfach nicht. jetzt hab ich aber keinen wodka da. 2010, fängt ja schon mal gut an.

alles essig

heute vielleicht eine neue tradition begonnen. auf das weihnachtsbügeln folgte heute das wand streichen und türen waschen an silvester. war gar nicht so schlecht. fenster putzen wäre natürlich auch mal wieder schön gewesen, aber bei dem wetter?

dabei übrigens eine prächtige schimmelkultur in der kleinen kammer entdeckt. pelzt schon das halbe fenster entlang und war bisher hinter der waschmittelbox versteckt. da läßt sich wohl im moment nicht viel machen. erst im frühjahr/sommer wieder, wenn die scheiße so richtig durchtrocknen kann. mist! die fenster sind aber auch in der ganzen wohnung derart mies eingebaut. jedes einzelne zieht irgendwo, meistens an der unterseite. und so eine kammer ist natürlich auch nicht geheizt, logisch. warum auch. ich könnte das malheur natürlich jetzt gleich schon mal ein bißchen mit essigessenz behandeln. hätte ja vielleicht auch das zeug zum silvesterritual, diese maßnahme.

interim

ich mag diese zeit zwischen den jahren. und ich bin nicht ich allein, andere – nur wenige zwar, aber immerhin – verstehen das. ich liebe die stille, die sich genau jetzt herstellen läßt, mit wenigen mitteln. man muß es nur wollen. ich liebe die nächte, ob sie nun heilig sind oder nicht. ich lese, ich spiele, ich denke. ich bin gern mit mir, und noch lieber steige ich hinab in die tiefe. dahin, wo ich sowieso zuhause bin. dort treffe ich auf mich, viel zu selten im grunde. lange nicht gesehen, sage ich mir dann. viel zu lange.

so kann das nicht weitergehen. da muß sich was ändern. dringend. denke ich gerade.

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