am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

scheu

mein covid biegt in die vierte woche ein, ganz easy, ganz locker. es verliert langsam an fahrt, macht aber dennoch bislang keine anstalten, sich vollständig verziehen zu wollen. geschmacks- und geruchssinn stagnieren weit jenseits von attraktiv. es bellt weiter mit mir, mehr oder weniger unergiebig. das ist auch nicht besonders attraktiv, besonders nachts. (aber es gibt viren, die machen das, sagte die ärztin heute.) nur der rotz scheint endlich genug von mir zu haben. so wie ich vor ihm, aber echt jetzt.

dennoch: ich bin wie ein alter köter derzeit, rotzig und laut. dabei kann ich hunde überhaupt nicht leiden, schon gar solche bekloppten, struppigen nichtsnutze. ebenso wenig wie mich selbst.

na ja, von wegen. wenn schon hund, dann doch diese. verschmitzen kriecher, die den letzten dreck nicht scheuen.

low-G

keine ahnung, wie dieser tag vergangen ist. ich habe lange geschlafen, am samstag morgen ist es hier tatsächlich manchmal rchtig ruhig. ruhiger als nachts zumindest, um zwei oder drei uhr ist die straße vor meinem schlafzimmerfenster mitunter recht bevölkert. aber die luft war klar und kühl, die ganze nacht, am morgen dann der regen. eine gute nacht.

gegen mittag ich war im keller, nach den beiden rädern sehen, die ich verkaufen bzw. verschenken will. der tausch des einen sattels, den brooks verkaufe ich dann doch lieber separat, hat mich einiges an kraft gekostet. im grunde einfach nur abschrauben und einen anderen dranschrauben, aber im keller ist es muffig und stickig, schon immer. da war ich schnell am ende. das mit dem putzen, aufpumpen und ein paar fotos machen, das habe ich auf später verschoben. ich weiß auch nicht.

jetzt habe ich kopfschmerzen, von unter dem rechten auge bis hoch in die rechte schläfe. fast so wie gestern, nicht weiter schlimm, aber hässlich. das schlucken tut auch wieder weh. ich weiß grad nicht, was ich sonst noch gemacht habe. aus dem haus war ich nicht, obwohl ich kurz daran gedacht habe. mit dem e-bike zum tempelhofer feld, das wetter war angemessen. hab ich dann aber nicht gemacht, keine ahnung.

ach, ukulele gespielt habe ich heute. die große, eine tenorukulele mit low-G-bespannung, klingt ganz anders, spielt sich auch anders. da muss ich wirklich noch üben, auch den anschlag. und hinsehen muss ich beim geifen, da ist alles größer und ja, eben anders. hab ich also doch noch ein bisschen was kluges und schönes getan, heute. und es ist mir sogar wieder eingefallen.

der rest ist mist, interessiert niemanden. ich schreibe nicht, ich huste und rotze vor mich hin. wie kann das so lange gehen? (bislang nenne ich es noch aftercovid, denn negativ bin ich konstant seit über zehn tagen. longcovid nenne ich es nicht, nein.)

geschmacklos

kopfschmerzen, diesmal von rechts unter dem auge hoch zur stirn. mal was neues, na gut. im großen und ganzen wird es besser, denke ich. langsam. sicher bin ich nicht, denn ich bewege mich kaum unter leuten dieser tage, nehme mir nichts vor. ich bin krank, außer einkaufen, müll runterbringen, dies wasch- oder spülmaschine bedienen und internet lesen gibt es nicht viel. ich esse und trinke und glotze. ich schlafe, und das nicht mehr so schlecht, seit ich wieder etwas besser atmen kann udn nicht mehr immerzu husten muss. ich schwitze, aber das ist das wetter. es ist nicht mehr so heiß, aber es ist schwül.

mein hirn funktioniert so zusammenhangsslos wie mein geruchs- und geschmacksinn. der ist zwar wieder da, aber wenn zu viele eindrücke auf einmal wirken, dann gibt das noch kein schönes ergebnis. es könnte aber sein, dass sich unterschwellig ein recht eigenartiger grundgeschmack in meinen schädelhöhlen eingenistet hat. anders als bei einer erkältung, viel subtiler, aber dennoch vorhanden. das iat nicht sehr geschmackvoll und sehr irritierend.

eigentlich sollte ich viel lesen, jetzt ist die zeit. ich will lesen, aber lesen fällt mir schwer. ich überfliege die zeitung, die immer nur am freitag und samstag in meinem postkasten landet. das überfordert mich fast. ich muss die lesebrille aufsetzen, damit sehe ich sonst nicht besonders viel, und blättern und so, die zeilen finden. seltsamerweise ist es mir so gut wie unmöglich, das länger als vielleicht eine halbe stunde zu tun. danach geht alles durcheinander.

ukuele spielen dagegen geht. nicht schön, und ganz bestimmt mache ich derzeit keine fortschritte. aber da ist klang oder missklang, da ist bewegung, rhythmus und spiel. alles nicht so wichtig, wie ich immer alles so wichtig finde. vielleicht ist ja, im gegenteil, alles egal. sowas von egal.

rotzbeton

ich nenne es jetzt #aftercovid, aber ganz sicher bin ich mir doch nicht. der kopf sitzt zu, ist wie von innen verklebt. fest verklebt, wie beton. mehrmals am tag muss ich mich damit beschäftigen, den rotz in bewegung zu bringen, am besten natürlich raus aus mir. das gelingt nur mäßig, am besten noch mit der nasenduschmethode. meistens sitzt allerdings kurz danach, vielleicht eine stunde später, alles wieder zu. als würde der rotz in mir nachwachsen.

abends habe ich dann koppings, jetzt zum beispiel, von rechts unter dem auge bis nach hinten rechts, hinter dem ohr richtung mitte. keine unbekannten schmerzstellen, aber jeden abend, das ist neu. und dass das atmen manchmal nicht funktioniert, wenn ich den mund nicht öffne. also gar nicht, alles ist dicht und pfeift allerhöchstens oder quietscht.

ist das eine erkältung? ja, vielleicht. besonders weil es die tage so heiß war, kann ich es nicht genau sagen. ob es besser wird? ja, naja, vielleicht. es fließt mir nicht mehr aus allen löchern, augen und nase und so weiter. ich könnte von diesem nasenspray nehmen, zum abschwellen, aber das tue ich vorsichtshalber nur nachts. das zeug ist übel und trocknet alles, was da innen an schleimhäuten ist, noch mehr aus. danke, das brauche ich nicht.

der reizhusten ist auch noch da, zum beispiel wenn ich etwas esse. kaum habe ich etwas salziges im mund, fange ich an und höre minutenlang nicht mehr auf. oder wenn ich etwas sage. die stimme ist angeschlagen, aber ich rede ja nicht viel derzeit, es ist ja nie wer hier, und die zwei, drei sätze mit nachbarn oder dem postboten schaffe ich ohne husten. so gerade eben, aber gestern hatte ich eine gästin, zum essen und zum reden. (tango fiel aus, irgendwie.) die ist nach zwei stunden geflohen, tatsächlich, wohl weil sie mein husten nicht länger ertragen wollte. oder sie hatte angst, sich anzustecken, ich bin nicht sicher. mein test war negativ, wie seit inzwischen zehn tagen, aber was heißt das schon. und sie hatte erst gar keinen gemacht, obwohl das anders verabredet war. vorm tanzen, immer testen. aber egal.

es ist kein verlass auf die menschen, die meisten betrachten die welt aus ihrem eigenen radius. das ist okay für mich. ich bin da nur wenig anders, nur schreibend anders im grunde. sie sollten dann aber auch aufhören, ständig die schuldfrage zu verhandeln. das funktioniert so nicht.

das mit dem gas

das finde ich schwierig, denn ich habe keine gasrechnung. aber natürlich bemühe ich ich, wie so viele derzeit, meinen haushalt nach unten hin zu optimieren. doch es liegt überhaupt keine gasleitung mehr im haus, das wurde mir beim einzug gesagt, zu gefährlich. ich habe also heizkosten in der miete integriert, deren hintergrund ich nicht so recht kenne. zu vermuten ist, dass da irgendwo doch gas mit im spiel ist, vermutlich fernwärme. das würde bedeuten, dass wenigstens nicht alles, zwangläufig und auf dauer auf gas gründen wird. aber ändern kann ich daran grundsätzlich wenig.

anders sieht es bei der elektrizität aus, das liegt ganz in meinen händen. selbstverständlich fließt mir seit jahren weder gas-, noch kohle- noch atomstrom in den leitungen. alles erneuerbar, logisch. was denn sonst? der verbrauch ist allerdings immens für eine einzelne person, der herd läuft auf strom, warmwasser auch, das ist das größte übel, und zusätzlich sitze ich nun seit über zwei jahren zum arbeiten ständig im heimischen wohnbüro. der rechner läuft also stundenlang, jeden tag, licht je nach jahreszeit, radi0 oder fernseher dazu. das läppert sich.

da hilft nur disziplin: der kaputte kühlschrank ist durch einen neuen, energiesparenderen ersetzt. ich nehme stand-by-geräte vom netz, sowieso immer schon, LEDs gibt es auch fast überall. und ich krieche wieder unter die küchenspüle, greife am müll vorbei, um die stufenschaltung am durchlauferhitzer zu regeln. ständig nur auf 1, zum baden auf 2 und die 3 so gut wie nie. das hatte ich tatsächlich in letzter zeit vernachlässigt, immer stand das ding auf 3, obwohl ich genau weiß, wie das zählerrad dann losrast. und mich noch dazu oft genug geärgert habe, weil mir das wasser viel zu heiß aus den leitungen kam. (wie blöd kann man sein!?)

damit ist jetzt schluss, das handwaschwasser ist superschön lau. obwohl es dabei zunächst einmal nicht um gas geht, sondern um geld. aber ich bin gespannt, ob und wie sich das auswirkt.

nochmal zum thema heizung, verbrauch und so; das mit den pullovern. mein energiedienstleister bietet mir passenderweise seit märz einblick in mein monatliches heizverhalten, ohne dass ich dafür jeden heizkörper einzeln ablesen und losrechnen müsste. und was soll ich sagen. obwohl ich auch da ein wenig nachlässig war, zum beispiel küche und bad immer so ein bisschen lau gehalten habe, das schlafzimmer natürlich nicht, das wohnbüro allerdings volle pulle immer auf arbeitstemperatur, außer nachts. nachts ist alles aus, logisch. oder? (etwa nicht?) dazu das komische gefühl, dass die durchaus bewohnte wohnung unter mir im winter unbewohnt ist und überhaupt gar nicht beheizt wird. das macht ja auch was aus.

dennoch gibt es da wohl leider kein pulloverpotential, würde ich sagen:

27%, 24%, 84% und 100% weniger als vergleichbare haushalte!

sowas lernt man in armut. jeden abend durch die wohnung laufen und alle thermostate checken. eigentlich den ganzen tag die dinger checken, je nach raumnutzung. das lernt man, einmal, und das bleibt dann so.

von wegen mal einen pullover oder zwei!

a-sagen

der wecker geht um kurz nach sieben, zum glück fällt mir das aufstehen nicht schwer. ich radel los, ohne alles, kein kaffee, kein frühstück, nur die zähne putze ich vorher. ich bin dann fast eine halbe stunde zu früh, aber doch nicht die erste in der schlange vor der praxis. allerdings die zweite, immerhin. während alle anderen hineinströmen, klingle ich und bleibe brav draußen stehen. so steht es an der tür, mit erkältungssymtomen bitte klingeln und warten. und schon bin ich geoutet. haben sie covid, fragt eine andere patientin, als sie an mir vorbeigeht. ich schüttel den kopf, weil es wohl so stimmt. aber es ist auch komisch, als wäre covid etwas beschämendes.

warten muss ich dann nicht lange, ich war ja die zweite in der reihe. erst erkläre ich einer ärztinnenhelferin alles, nach kaum einer minute steht schon die ärztin draußen und bittet mich hinein. es ist eine von diesen jüngeren, die in dieser praxis permanent wechseln, also irgendwelche praxisstunden innerhalb der ausbildung sammeln. oder sowas, keine ahnung. mit denen kann man glück oder pech haben. diese ist gut, fragt mich als erstes nach meiner lunge und klemmt mir ein oximeter an den finger. das habe ich auch zu hause, immer wieder mal, zur sicherheit. aber egal, das ist natürlich auch für sie wichtig zu wissen. ich erzähle von der kleinen katze auf meiner brust und meine damit meine bronchien, und dass mit meiner lunge soweit alles okay ist. das hört die frau dann auch selber, als sie mich systematisch in ihr stethoskop atmen lässt. schließlich will sie noch in meinen hals hören, sagt sie, aber sie meint natürlich schauen. licht an und a-sagen. ich denke, ich habe sie mit der kleinen katze verwirrt. keine poesie in front of ärztinnen, das vergesse ich immer.

letztendlich kommt die junge frau zu demselben schluss wie bereits ich gestern abend, es handelt sich wohl um eine fette sommererkältung. dann fragt sie, ob ich noch berufstätig sei. natürlich, sage ich, und bin nun meinerseits irritiert. fragt sie so, weil mein alter so weit weg von ihrem ist? weil meine weißen haare über der orangen maske ganz besonders strahlen? oder mache ich tatsächlich gerade einen so maladen eindruck? doch es bleibt keine zeit, das zu ergründen. sie klärt mich noch über die kommenden hitzetage auf, auch hitze geht auch auf die lunge sagt sie. ich nicke. und herz und kreislauf und viel trinken, denke ich. dann schickt sie mich nach hause zum ausruhen. damit bin ich wieder sehr einverstanden.

zu hause mache ich als erstes das bett, das habe ich seit ich aus wien zurück bin noch nicht getan. ich will in einem frischen bett gesund werden. wenn das jetzt wirklich „nur“ eine erkältung ist, dann ist der spaß ja in zirka einer woche endlich vorbei. und ich könnte nach all dem ein wenig urlaub vertragen, naja. das wird wohl eher nix.

sommerfreuden

das traurige ist, dass die wienfreude inzwischen gänzlich in covid und erschöpfung untergegangen ist. zwar denke ich seit heute mittag, dass ich womöglich schlicht und einfach eine simple erkältung hinten aufgesattelt haben könnte. hatte ich schließlich seit jahren nicht, aber genau so fühlt sich das an. rotz und matsch im kopf spricht sehr dafür. und das wäre natürlich gut, denn dann wäre es nächste woche erledigt, spätestens in zehn tagen oder so. ich hätte ja schon auch gern noch ein kleines bisschen mehr vom sommer.

das alles werde ich morgen bei der hausärztin herausfinden müssen, und dafür werde ich dort gegen acht auf der matte stehen müssen. und dort dann auch bleiben müssen, denn rein lassen sie mich sicher nicht. alle hausarztpraxen haben vor-und nachteile. der vorteil der letzten viruswochen, die krankschreibung am telefon, ist jetzt passé. jetzt werde ich schlange stehen müssen, wie alle anderen dort. es ist eine einigermaßen überlaufene praxis, denke ich. wer zu spät kommt, hat keine chance.

das ist unschön, aber so spielt das leben. ich werde mir den wecker stellen, was sonst?!

traurig ist nur, dass die wienfreude verraucht ist. ich setze die zeichen und daten, nach wie vor. friseurtermin in zwei wochen, für den fototermin kurz danach, für den termin im konsulat im august, alles für den österreichischen pass. für den anfang. aber es wäre sicher alles ein wenig lustiger, könnte ich frei atmen und aus den augen sehen. ganz zu schweigen von den hustenanfällen. gut, ich will ehrlich sein, die scheinen nachzulassen. und ich will auch nicht mehr gleich nach dem aufstehen sofort zurück in bett.

gestern allerdings lag ich schon flach, da war es draußen noch ein bisschen hell. das hatte ich seit zirka fünfzig jahren nicht, und damals hatte ich keine wahl. damals musste ich, es gab keinen anderen ort.

negativ stabil

jetzt bin ich seit über einer woche wieder negativ, will ich gerade hier hinschreiben, aber dann reche ich nach. es sind erst fünf tage. von daher sollte ich mich vielleicht nicht über den verlauf beschweren. covid ist nicht vorbei, soviel steht fest. das mit dem husten scheint auf dem rückzug, dafür ist der rotz zurück, verklebt mir den schädel. kein durchkommen oder freischnäuzen. (das schreibt man jetzt wohl wirklich so.) selbst die ohren sind inwendig wieder derart belegt, dass ich mir dumpf und leer vorkomme, den ganzen tag. mit den augen dasselbe, sie brennen und jucken, auch da komme ich nicht durch. die temperatur steigt wieder. nicht viel, aber stabil dann doch. wenn das so weitergeht, dann muss ich wohl doch noch persönlich bei der ärztin vorbeisehen.

ansonsten läuft alles gut, könnte man sagen. die arbeit nach dem urlaub ist wieder einigermaßen sortiert, ich habe mir übersicht verschafft. ich mag nicht, eigentlich gar nichts davon, ich bin müde. das schreiben ist noch nicht zurück, das vielleicht ist die lücke. die leere, das was alles zusammenstürzen lässt. doch auch das ist noch nicht entschieden.

es ist kurz nach neun, und ich möchte schlafen gehen, schon seit stunden. das ist außergewöhnlich, so ist mir nie, wenn ich gesund bin. andererseits war die letzte nacht ausgesprochen schlecht. beide füße entzündet, dass es pocht, keine ahnung, warum. inzwischen hat sich das beruhigt, ich habe den eiter entfernt, sofern er sich nicht schon selbst entladen hatte, und jodsalbe aufgetragen. schuhe tragen geht immer noch nicht, aber ich bin zufrieden. einkaufen mit hinten offen getragenen crocs, wie peinlich.

solche dinge könnten auch das alter einläuten, denke ich. schon länger vermute ich, dass es damit bald losgeht, so mit sechzig vielleicht. vielleicht aber auch zehn oder fünfzehn jahre später, ich weiß es noch nicht genau. ich werde mich dazu äußern, wenn es soweit ist. ich werde es wissen, dann.

die füße

kein arbeitstag heute, aber gleich am morgen den ersten termin bei der osteopathin. ich liege da, lasse sie machen, was immer sie da macht. irgendwann weiß ich, dass ich gleich wieder ins bett will. das ich gleich wieder ins bett sollte, so tiefenerschöpft bin ich. ich denke auch, dass das mit covid zu tun haben könnte, aber nicht muss. ich krieche schon lange ganz am rand herum, tue, was zu tun ist, immerzu, ohne dass ich dabei erholung finden könnte. außer beim schreiben vielleicht. doch schreiben tue ich nicht mehr.

zu hause lege ich mich dann doch nicht gleich wieder ins bett. ich frühstücke, habe fladenbrot besorgt, für diese kleine extrarunde hat es gereicht. ich setze zwei verschiedenen produktübersetzungen an, beide kaum mehr als eine seite. dann kommt die post, bringt mir die bestellten bücher und eine sommermütze. ich weiß noch nicht genau, ob ich sie benutzen werde. aber manchmal ist es besser, wenn die haare gebändigt sind. beim arbeiten, das besonders. und ich mag diese kappen nicht mehr, die hab ich alle weggeworfen.

ich lege mich aufs sofa, um zu lesen. das buch über die kriegskinder, das ich schon so lange haben wollte. es liest sich leicht, und ich bin nicht mit allem einverstanden. nach dreißig seiten werden ich müde, so müde, dass meine augen den zeilen nicht mehr folgen. das gilt eigentlich nicht mehr, das ist vorbei, seit ich die neue lesebrille habe. ich schaffe es so gerade bis zum ende des ersten kapitels, dann schleiche ich rüber ins bett. vier stunden später ist das, nachdem ich gedachte hatte, dass ich gleich wieder ins bett will. immerhin, ich schlafe fast zwei stunden.

in den schlaf hinein schmerzen meine füße. die fersen, die ich gestern selbstvergessen oder selbstverletzend mit fetten blasen versehen habe. indem ich doch noch einmal versucht habe, die zu klein geratenen schuhe einzureiten. wie ich es früher getan habe, die schuhe besiegen oder weg damit. damals habe immer ich gewonnen. diesmal kostet mich der versuch einen tangoabend. ich sage ab und ernte spott.

die füße oder die coviderschöpfung, was weiß ich. vermutlich die füße, mehr nicht. kranke, wunde füße töten sogar soldaten im feld. wie das ungeziefer und der dreck, die infektionen und viren. ach ja, die viren. alles kreise, die sich schließen.

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