am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

verlass

wenn ich das schreiben verlasse, trete ich ins leere. als gäbe es keinen boden mehr, keine verlässlichkeit. da ist nur noch nichts, das mich dennoch trägt.

eine seltsame erfahrung, diese verlassenheit. ich weiß nicht, ob ich das nicht für immer so will.

schreibzeit (22)

draußen hat unverkennbar der sommer begonnen. seit zirka zehn uhr sitze ich am und im text und schaue ab und zu aus den drei fenstern vor mir.

der himmel ist hell mit ein paar gefetzten wolken, durchsichtig fast. die luft ist klar, manchmal geht ein wind und spielt mit den bäumen.

es ist der letzte tag, morgen muss ich früh zurück. ich sollte raus in den park, in dem ich diesmal noch überhaupt gar nicht war. ans wasser auch.

aber ich bin noch nicht fertig.

schwere geburt

ich mag nicht geburtstag haben, ich kann diesen eigenartigen anlass einfach nicht bewältigen. seit jeher ist das so.

aber dieser geburtstag gestern war wohl der schrecklichste überhaupt, getoppt womöglich nur durch den eigentlichen, wirklichen tag meiner geburt. diesen vorgang mag ich mir allerdings nicht einmal klammheimlich ausmalen. als könnte ich dem geschehen durch einen solchen verzicht irgendwie nachträglich entkommen. keine chance, vermutlich.

aber ich hab überlebt, irgendwie. damals wie heute.

PS herzlichen dank für alle guten grüße und gnädigen wünsche, die mich gestern trotz allem vielfältig erreicht haben. ich weiß das zu schätzen. es gefällt mir und überrascht mich, immer wieder. auch wenn ich das mit meiner geburt gern ein- für allemal vergessen würde.

omen

es ist schön draußen, ein wenig wolkig, ein wenig windig. es riecht nach feuer und holz. irgendwo da hinten sind der park und das wasser. nicht weit, nur ein paar straßen.

der kern der kleinen stadt ist noch näher, gleich die nächste querstraße. und mein lieblingsplatz, wo auch markt ist manchmal. vom fenster aus kann ich die kirchturmspitze sehen.

ich möchte ein eis essen oder einen kaffee trinken. oder beides. doch ich mag nicht unter menschen, weniger denn je. da fällt das wohl aus, einstweilen.

ich hab ja die wanne, das ist gut. eine gußeiserne, so wie in wuppertal damals. nur noch größer, darin kann ich komplett verschwinden. kein problem.

das ist ein schönes omen zum geburtstag, wie ich finde.

about to begin

das ist  ein bild von ostern. es schlummerte hier so als entwurf rum, ich hab es wohl in dem unmittelbar folgenden desaster einfach vergessen. bis gerade eben, da habe ich es entdeckt.

jetzt ist es ein wenig überholt. da dachte ich offensichtlich noch, dass irgendetwas beginnen würde. naja, wie man’s nimmt.

aber bei mir jedenfalls nicht.

schreibzeit (21)

früh wach geworden, sehr früh. aber geschlafen. und der schlaf fühlte sich an, wie ein ganz normaler schlaf, durchschlaf beinah.

dann dinge erledigt, sogar endlich die geteilte alte, schwarze glasplatte abgeholt, aus der ich einen kleinen tisch bauen will. oder zwei, ich könnte ja jetzt auch zwei.

dann alles zusammengepackt, natürlich die kurze hose vergessen, losgefahren und angekommen. ist ja nicht so weit. diesmal die obere wohnung, sehr anders, aber auch super. der schreibtisch ist allerdings zu klein, aber es ist eigentlich auch gar kein schreibtisch. deshalb. nur ein bistrotisch, gußeisen mit marmorplatte. dafür widerum ist er gut.

einkaufen gewesen, die sonne scheint, alles ist gut. ein wenig kühl ist es noch, aber das soll sich bessern, jeden tag ein bisschen.

die kleine stadt gibt sich geschäftig, alle sind schnell noch einkaufen oder sitzen draußen, essen eis. aber still ist sie trotzdem, die kleine fremde stadt.

ich weiß nicht, was ich hier soll. oder will. aber egal, immerhin hat diese wohnung eine badewanne. eine dusche und eine wanne. irre.

schreibzeit (20)

der plan ist, zwei tage arbeiten zu gehen, am abend das eine oder andere zu erledigen, auch am mittwoch morgen noch. und dann ist schon wieder schreibzeit bis sonntag.

so richtig passen tut das jetzt nicht mehr, alles ist anders, und ich würde lieber zu hause bleiben. aber wer weiß? ich muss ein beziehungskapitel zuende schreiben. das ist nicht leicht.

der rest ist heulen und klappern.

glasklar

heute habe ich fenster geputzt, übrigens. unter anderem, so zwischen übersetzen und listenpunkterledigung. das wohnbürofenster vor allem, direkt vor mir jetzt, und die balkontür. dazu natürlich auch den schreibtisch, der direkt unter dem wohnbürofenster steht, das ergibt sich quasi von selbst. der rest folgt später, recht bald, wie ich hoffe.

solcherlei glasklarheit macht etwas mit dem innen und dem außen, es verbindet die beiden. glasklarheit macht durchlässig, das ist gut. genau das strebe ich an, nicht nur hier in meinem beiläufigen bloggeschreibsel. auch sonst, tag für tag. so lebe ich. ich mag mich nicht mit einer durch verschleierung erkauften schmerzfreiheit umgeben.

das ist nicht neu, so bin ich geboren.

es mag also eigenartig anmuten, wenn ich kopfüber, wie hingehängt im grunde, nach worten und bildern angle. und es mag mittel und wege geben, mich aus diesem misslichen zustand zu befreien, die ich noch nicht kenne. gleichwohl weiß ich durchaus viele möglichkeiten, die mich sowohl aus dieser lage heraus und auch wieder in diese hinein manövrieren.

es ist m/eine schreibhaltung, m/ein natürlicher zustand also. es ist notwendig. und keine rettung, erlösung oder auch nur erleichterung erforderlich.

no roses

auch am tag danach noch sehr traurig. ich feiere selten und nicht besonders gut. auch nicht gerne. ich rauche nicht, ich trinke auch nicht, nicht viel zumindest. selbst essen ist mir weitgehend egal. ich habe es lieber still und tief, ich bin eine spaßbremse.

am liebsten feiere ich andere. und wohl nie wieder in meinem leben wird es eine gelegenheit geben, so verdient und gerechtfertigt jemanden zu feiern, wie es gestern der fall gewesen wäre. ein familienfest sozusagen, wo es für mich kaum je solche geben wird. wirklich wissen tue ich das erst jetzt, aus der ferne. nachdem ich überall das glück aller aus dem netz lesen durfte.

ich bin rosenlos, was noch nicht einmal an der aktuellen trennung liegt. in meiner art zu sein und zu lieben bin und bleibe ich nicht zu fassen. dabei ist alles so einfach. ich traue den verletzungen, die ja doch unausweichlich sind. ich gehe den weg, weil ich weiß, was dahinter liegt. oder darunter.

nur gehe ich allein.

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