am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

branding/21

buddha am schreibtisch

wenn ich mich bemühe, die neuen bücherregale endlich fertig zu bekommen, nicht nur irgendwann, sondern vielleicht recht bald mal, und dazu mich mit dem text beschäftige, dem ersten kapitel. stunden um stunden. dann geht alles andere zugrunde, die arbeit vor allem, die brotarbeit. an den übersetzungen war ich seit zirka einer woche nicht mehr, das ist nicht gut, denn das rechnet sich nicht. der bürojob immerhin hat pause, die ganze nächste woche. überstunden abfackeln. zur re:publica gehen, wenigstens an den nachmittagen. nach minütlich getakteten vorträgen steht mir der sinn nicht.

aber: das erste kapitel ist fertig, ist abgegeben, und ich bereite mich, innerlich und ich weiß nicht wie noch, vor auf das erste coaching. nebenbei habe ich ideen, greife danach, notiere sie, stehle textfetzen aus musikstücken, um sie als szenario zu verwenden, notiere auch das. und ich plane, ganz bodenständig, das zweite kapitek, weil ich ja immer chronologisch schreibe. werkchronologisch, um genau zu sein, nicht erzählchronologisch.

ob das alles nach dem choaching – das ich, nebenbei bemerkt, immerzu wie „chaoch“ tippen will, also ganz nah an der „couch“ verortet und auch am „chaos“. also, nach diesem choaching, ob da irgendetwas meiner derzeitigen, leicht irren überlegungen noch platz haben wird? schreiben ist ein wagnis, reden darüber eine lust und eine qual zugleich.

ja, ich habe eine mir literarisch sehr vertraute person beauftragt, deren arbeit und urteil ich sehr vertraue. es besteht keine vernichtungsgefahr, die bei mir ohnehin nicht wirklich gegeben ist. nach all der zeit, all der nichtigkeit und vernichtung. mein schreiben ist unangreifbar. aber ich weiß auch, dass es schneller geht und besser wird, so viel besser, wenn man unterwegs darüber spricht. egal, in welche untiefen und verwirrung man dadurch gerät.

das ist die arbeit.

branding/20

buddha am schreibtisch

du liebe zeit, das hatte ich lange nicht. zwei tage im schreiben versunken, kaum hochgeschaut und nicht einmmal in die nachrichten. verdammt, was war/ist denn da los in der welt!

und ich war allein mit mir, mit dem text. mit der aufgabe, über die freien tage pfingsten herum zehn recht grobe seiten durchzuackern, zu glätten und auch womöglich noch, ein kleines bisschen vielleicht, zum leben zu erwecken. das kann ebenso schrecklich, wie auch schön sein, das weiß man nie. diesmal hatte ich beides.

der erste tag war ein zähes ringen um konzentration, um erkenntnis und das aufbrechen von logik und möglichkeit. eine qual von acht bis zehn stunden, ich weiß es nicht einmal genau, an deren ende sechs grauenhaft unsaubere seiten dastanden. und mir war klar, dass das nicht einmal für eine vorsichtige erste fassung reichen würde. so geht man nicht schlafen. oder man schläft nicht, wenn man es versucht.

das gehört dazu, doch ich hasse es. vielleicht das einzige, für das ich dieses wort benutze. den kreativen prozess unterbrechen zu müssen, mit was auch immer, um ihn deutlich später erst wieder aufgreifen zu können. das ist etwas anders als zu prokastinieren, bei dem man die dinge, um die es geht, nicht aus den händen legt. eine unterbrechung ist ein bruch, wie das wort sagt.

heute also habe ich das, was ich gestern fallengelassen habe, weil es mirt nicht gelingen wollte, wieder aufgegriffen. wohlwissend, dass sich auch durch eine nacht alles verändert. ich vor allem.

ich hatte glück, es war gut, es war leicht heute. der überarbeitete text von gestern gar nicht so übel. alles an seinem platz, ich habe zielsicher montiert, es aber nicht wirklich begutachten können. anschlüsse sind wichtig, sie lenken das denken. das passiert ohne worte. kurz gesagt: damit ließ sich arbeiten, richtig gut sogar.

danach blieben noch etwas mehr als zwei seiten bis zum ende des kapitels. die bin ich nur einmal durch, mit gutem gefühl. dann habe ich abgeschlossen für heute. an dieses ende muss ich noch einmal ran, am donnerstag vermutlich. aber so geht es, das lässt sich planen.

in meinem kreativen spiel nenne ich das: eine gute landung.

branding/19

buddha am schreibtisch

ich muss um verzeihung bitten, denn ich vernachlässige es sehr, an dieser stelle im internet über das schreiben, mein persönliches literarisches schreiben zu berichten. ursprünglich ist dieses blog vor bald zweiundzwanzig jahren aus diesem grund entstanden, dem schreiben über das schreiben. „protokolle“ habe ich es damals genannt, das wort „blog“ gab es womöglich noch gar nicht, zumindest kannte ich das phänomen noch überhaupt nicht. bei mir war alles rudimentär handgemacht. übel.

diese spezielle ausrichtung hat sich ziemlich schnell geändert, das blogartige habe ich mit freuden übernommen. im kern aber ging und geht es hier immer um das schreiben, mein schreiben in meinem leben. ich versuche, mir das in erinnerung zu rufen. und will mich bemühen, es wieder mehr umzusetzen, bei aller zeiteenge und sonstigem gedaddel im leben.

also!

in der letzten woche bereits habe ich die fetzen und brocken alttext, die ich für den abschluss des ersten kapitels nutzen möchte, zusammengesammelt und zusammengeschoben. dann wieder und wieder anders montiert, bis es mir stimmig vorkam. aber so richtig weiß man ja nie. dann habe ich die lücken markiert, die es auszufüllen gilt. themen und dinge, die fehlen, um die geschichte zu schließen. es soll ja so, dass jedes kapitel in sich schließen wird, mehr als üblich. beinah so wie in einer kurzgeschichte, vielleicht. wenn das geht. außerdem will ich jedes kapitel mit einer jeweils eigene stimmung versehen. bislang weiß ich nicht, wie und ob sich das auf den stil auswirkt, den flow. ob das überhaupt funktionieren kann. denn es ist ja so, das alles das, was ich mir gerade jetzt am anfang ausdenke, auch völliger unsinn sein kann.

wie auch immer: so war in der letzten woche alles irgendwann an den zunächst einmal richtigen platz gesetzt. und seit letzten samstag arbeite ich daran, die lücken zu füllen, text in den kontext setzen, der bereits besteht. anschließend mag es leichter werden, da muss in diesem kapitel text nur angepasst, nicht neu erarbeitet werden. hoffentlich.

es läuft gut, glaube ich. gestern hatte ich zum ersten mal in diesem neuen text das gefühl, sicher im stil zu sitzen, im fluss. ich bin gespannt, ob das heute so bleibt.

branding/18

buddha am schreibtisch

seit exakt wochen bin ich zurück aus wien, und seit ziemlich exakt derselben zeit habe ich den text, an dem ich dort täglich gearbeitet habe, nicht mehr angesehen. das ist nicht besonders sinnvoll, aber warum erwähne ich das überhaupt. ich weiß genau bescheid, es braucht unendlich viel aufwand und kraft, um an den punkt zurückzufinden, wo ich aufgehört habe. wenn da shirn so lange mit anderen dingen beschäftigt war. aber was soll ich machen, es gibt andere arbeit, überall. solche mit geld und auch solche ohne. ja, das schreiben ist nicht das einzige in meinem leben, das ich mir allein finanzieren muss. und will.

aber egal. ich finde dennoch immer wieder zurück, das weiß ich seit jahren, wenn nicht jahrzehnten. so auch jetzt. gestern habe ich angefangen und bin bis heute nachtmittag einmal durch den anfang durch. das war nicht unbedingt, was ich vorhatte, aber so ist das eben, wenn die lücke zu groß ist. auf die art wird außerdem alles anders, aber so ist das dann eben. auch darauf vertraue ich.

anschließend an dem geplanten abschluss des ersten kapitels gebaut, und dabei entdeckt, dass ich einen gehörigen batzen komplett vergessen hatte. also auch den noch gesichtet und eingebaut, vieles davon passte zum glück nicht in den neuen plan. so sprenge ich hoffentlich nicht den selbst gesetzten rahmen, doch das steht noch nicht fest. vieles, eigentlich alles, an den neun lose zusammengehängten seiten muss anders. und mehr noch muss ergänzt werden, weil es sonst keinen sinn macht, keinen abschluss ergibt.

es ist also gut gelaufen an diesem wochenende. und es gibt viel zu tun, hoffentlich gleich in der kommenden woche. aber ich bin auch skeptisch. ich arbeite und baue, und es ist in ordnung, was ich da tue. es ist gut genug, denke ich. man sieht, was ich kann. ich sehe es selbst.

aber ich bin nicht zufrieden, der zauber fehlt. oder ich sehe ihn nicht.

branding/17

buddha am schreibtisch

alles so getan, wie ich es mir gestern vorgenommen habe. nach dem frühstück, dann ein wenig wien, anschließend wieder arbeiten. alles glatt gegangen, aber ohne große euphorie. ohne kraft auch, zu sehen und zu erkennen, was ich da tue. es scheint gut, gut genug zumindest. aber ich traue mir nicht, da wird noch etwas kommen. nun gut, so ist es immer wieder mal. ich kenne das.

dennoch so einiges geschafft in dieser woche, denke ich. in den sattel gekommen, das vor allem. mich aufgesetzt und aufgerichtet, auch wenn ich im grunde exakt nur das bearbeitet habe, was ich vor einem halben jahr ungefähr, ebenfalls in wien, grob zusammengestellen konnte. das alles noch ohne ein gefühl dafür zu haben, nicht das geringste, damals. und heute nur wenig mehr davon, wie mir scheint. wie mir heute scheint.

darüber hinauch konnte mir einen überblick verschaffen, sodass ich erste kapitel beinah schon ein wenig in seiner gesamtheit erfassen kann. das wird noch ein klein wenig arbeite, verdammt, aber es wird. alles, was danach kommt, liegt noch weitgehend im dunkeln. ich habe eine ahnung und einen plan, ich bin also nicht ganz verloren. aber. wer weiß.

und die stimmung ist nicht so gut, so gar nicht gut. heute. aber das mag eine gewisse müdigkeit sein, eine erschöpfung zum ende des schreiburlaubs. ja, morgen geht es schon zurück. und was dann kommt, das weiß der teufel, verdammt!

branding/16

buddha am schreibtisch

der leicht fremdbestimmte morgen hat es mir immerhin ermöglicht, früh mit der durchsicht des gestern überarbeiteten textes zu beginnen. noch während des morgenkaffees, das war gut. vor allem war es gut, weil der text recht gut dastand. es gab nur wenig zu tun.

ebenso war es mit der weiterarbeit am frühen abend. auch dieser teil verlangte nur in einigen passagen vermehrte aufmerksamkeit, das ließ sich gut umsetzen. das hoffe ich zumindest. das wird sich zeigen. der plan ist, morgen alles ganz genauso zu machen wie heute.

beim kaffee die textarbeit von heute prüfen, in der hoffnung, dass das möglichst reibungslos verläuft. später dann die letzten drei seiten des bereits bestehenden textes angehen. auf die art könnte ich dann eventuell mit allem durch sein, bevor ich nach berlin zurück muss.

das weiß man natürlich nie, ich will es also besser nicht beschreien.

und das war jetzt ein ziemlich banaler eintrag, ich weiß. aber so ist das schreiben eben auch mal. reines durchfressen mit wenig gestaltung, kaum kreativität. nur technik.

branding/15

buddha am schreibtisch

spät angefangen, aber doch mehr als genug geschafft. mehr als erwartet, aber es war dann doch ein stück, das nicht viel veränderung gebraucht hat. lediglich auf die zeit musste ich achten, das hatte ich mir als wichtigstes element notiert. genau an der stelle hatte ich anfangs grobe schwierigkeiten, wohl weil ich nicht so leicht aus der jahrelang betriebenen ersten person lösen konnte. das ließ sich dann aber recht leicht bewältigen, ich war überrascht. andererseits ist es aber auch nicht das erste mal, dass ich aus einer außenstehenden position arbeite.

überraschend war auch, dass ich auf den ersten paar seiten bereits mehrfach anschlüsse und kausalitäten fixen musste. auch das liegt an der neuen perspektive, vermutlich aber auch an der verdichtung, die ich herzustellen versuche. das scheint zu gelingen, weckt aber zeitgleich zweifel.

zweifel in einem so frühen schreibstadium sind verwirrend. sie geben keine richtung vor, zeigen auf nichts. selbst wenn da etwas sein sollte.

branding/14

buddha am schreibtisch

ich mache es kurz. ich bin diszipiniert, also bleibe ich dran. es zerdrückt mich nicht, aber es ist doch schwer. es passiert etwas, das ich nicht beabsichtigt habe. (als wäre das etwas neues!) ich überarbeite und schreibe viel neuen text. das bedeutet, dass aus den vier überarbeiteten seiten inzwischen acht geworden sind. der text ist zwar gut, er ist jetzt richtig so. aber das hatte ich nicht vor. oder anders, besser: ich habe es nicht kommen sehen.

soviel für heute. alles okay.

branding/13

buddha am schreibtisch

es ist ja so: beim schreiben ist es von nicht zu gering zu schätzender wichtigkeit, über eine gewisse schreiberfahrung zu verfügen. über diese sicherheit, die nicht aus dem moment kommt, auch nicht aus der intuition, nicht einmal aus der idee. es routine zu nennen wäre wiederum verächtlich. es ist vielmehr eine wirkmächtige durchlässigkeit des handelns, eine art transparenz.

das wissen darum, dass alles möglich ist, zeitlich gekoppelt mit der wahrnehmung dessen, was geschieht.

so geht es gerade mit der arbeit. ich mache langsam, bewege mich durch den text, in dem text. ich habe zeit. dabei geht es allerdings recht schnell, ich füge hinzu, was gefehlt hat. das leben, das fleisch, das geschehen. dabei habe ich genug mut, auch die konstruktion zu betrachten, sowie sie ein klein wenig bereits zu bedienen. das freut mich so unglaublich sehr.

dass mir außerdem sie sichtung des bereits bestehenden textes so leicht von der hand geht. das sehen, erfassen und entscheiden. das kommt noch oben auf. ich kann nicht viel im leben, ich verfüge über kein überbordendes talent. aber ich kann mich blind entscheiden, und es ist immer gut. (solange mir niemand dabei zusieht oder mir hineinzureden versucht.)

ich weiß, ich maße mir an. zu recht.

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