am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wie das schreiben (mich) immer wieder von vorn beginnt, immer wieder bei null. wie ich immer wieder vor dem nichts stehe oder mitten darin. wie ich suche, versuche, mich verliere. einzig die angst, ob ich jemals wieder etwas finde.

so ist es eine bereicherung, schreiben zu wollen und schreiben zu können. und ebenso das, was mir mein leben von grund auf ruiniert haben wird. irgendwann womöglich.

nur jetzt. (noch nicht.)

was für ein wirrer tag. was habe ich eigentlich heute gemacht? ein einschreiben zur post gebracht, die januarrechnungen verschickt, mich in einer „kryptoparty“ wiedergefunden. also ein wenig über openPGP gelernt, aber lange nicht genug. urplötzlich viel zu müde gewesen, um es weiter zu versuchen und abgehauen. keine ahnung.

irgendwo mitten darin dieses eigenartige gefühl, ein paar sekunden nur, von nichts und niemandem bestimmt zu sein. nicht mehr gefangen im leben eines/der anderen menschen. vielleicht das erste mal einen augenblick autark. ich selbst, das ist seltsam.

so ist es wohl, wenn auf einmal alles in bewegung gerät. abrutscht, zur seite weg. und ich? fliege. oder stürze.

nicht viel, aber das nötigste: erledigt. selber jetzt nicht mehr so: erledigt. den monat zusammengerechnet und in der summe trotz allem auf keine katastrophe gekommen. im gegenteil: überrascht gewesen. na dann, ab in den februar.

in heißem trinkwasser liegen und diesen nackten körper betrachten, der so schön ist, wie er nur sein kann, in seinem alter. wissen, in diesem moment, daß ich ihn niemals zerstört sehen möchte, zerschlagen, zerrissen, ausgelöscht. ebenso wissen, daß es dennoch so sein wird. zwangsläufig.

so bin ich geboren.

wie dankbar ich bin für die, die mich niemals trösten wollen, die mich nicht beratschlagen. die mich begleiten statt dessen, fraglos und selbstredend. die wenigen.

vermögen

gestern noch stundenlang geredet, bis an die grenzen der ausdrucksmöglichkeiten generell, mich dennoch bemüht, es auszudrücken versucht, irgendwie. mich auszudrücken versucht, bis auf den letzten tropfen. (nein, nicht das mit dem rheuma, das ist eine lästige nebensache.) beinah gescheitert, an der grenze der worte, weit darüber hinaus geschwommen. bis ins weinen und würgen, die verzweiflung geteilt, mitgeteilt, die das leben in sich trägt. wie ein geschenk.

am ende bleibt die angst, meine schuld nicht zahlen zu können, niemals. was für eine perfide idee.

viel denken jetzt und auch das kaum vermögen, im grunde gar nichts mehr verstehen. auf der schwelle stehen und ahnen, daß etwas passieren wird, passieren muß, und keine richtung mehr kennen. keine angst mehr haben und kein geld. die zartheit freilegen, preisgeben, was tief in mir unter allem wartet. ein seltsames wagnis in dieser welt, wie mir scheint.

ich will jetzt musik. für immer.

autoimmun

das reißen, das sich seit september freundlicherweise in hübsch angeordneter geometrie durch meinen körper gefräst hat, erhielt heute seine vorläufige bezeichnung. es heißt womöglich tatsächlich rheuma und würde, sollte sich das alles in nächster zeit bestätigen, bleiben wollen. und auf lange sicht so einges anrichten können.

beides ist irgendwie überraschend. die erkenntnis einer womöglich tatsächlich vorhandenen krankheit ebenso, wie vorstellung, etwas nachhhaltig zerstörerisches in mir zu beherbergen. (als wäre das nicht immer schon so gewesen.)

die schmerzen dagegen? nun ja, anders sind sie, ganz anders als migräne. aber eben auch nur schmerzen. beinah banal.

(gibt schlimmeres, definitiv.)

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