am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schubkraftumkehr

heute kämpfe ich verzweifelt mit dem impuls, grundlegend aufräumen zu wollen. schon seit stunden. das habe ich schließlich, seit ich in berlin bin, noch nie so richtig gemacht. doch wenn ich damit jetzt anfange, dann komme ich aus der nummer unter drei bis fünf randvollen müllsäcken, zum sofortigen abtransport bestimmt, nicht mehr raus. ich wühle mich von einem schrank in den nächsten, durch alle schubladen, bis in die hinterste ecke, und natürlich von einem zimmer gleich zum anderen hinüber. küche und bad  werden dabei natürlich nicht ausgespart. und anschließend will ich dann auch noch putzen, was ja eher selten vorkommt. aber in diesem fall, wenn ich zwangsläufig in allen dreckecken gewühlt habe, dann immer.

insgesamt dauert so ein anfall, knapp gerechnet, sicher drei tage. dabei werden dinge umsortiert, ordnungen gebrochen und ordnungen geschaffen. das alles ist also durchaus auch eine denksportaufgabe. und es wäre hoch vonnöten, habe ich das gefühl. meine seele schreit danach.

aber vielleicht warte ich auch einfach, bis der hormonschub vorbei ist. oder ich leite ihn irgendwie ab oder um. mal sehen.

die eigene schrift lesen

manchmal schreibe ich ja noch mit der hand auf papier. nicht sehr oft eigentlich, viel zu selten. meistens nur spät nachts, wenn kein bildschirm mehr erreichbar ist. oder unterwegs. ich bin nicht so die telefontipperin. ich brauche weite und raum, viel weiß. und wenn es nur eines dieser kleinen schwarzen bücher ist. meines ist immer bei mir.

manchmal lese ich später darin. wobei ich immer wieder feststelle, daß meinen handschrift sehr zu wünschen übrig läßt. wäre das, was da steht, nicht auch irgendwo in mir, mit sicherheit, ich könnte es oft selbst nicht entziffern.

das hier zum beispiel, das hatte ich total vergessen. auch das geschah vermutlich irgendwann in der nacht:

es gibt menschen, die liebe ich sowieso. egal, ob sie hier sind oder anderswo, ob ich sie sehen kann und  manchmal vielleicht sogar mit ihnen spreche. oder ob ich all das niemals tue, weil es einfach nicht geschieht. weil es nicht geht, warum auch immer. ich liebe diese menschen eben, jetzt und für immer. so ist das. egal, ob sie leben oder schon tot sind. egal auch, ob ich lebe oder vielleicht nicht mehr. es  gibt auch menschen, die ich lieben werde, wenn ich dann tot bin, irgendwann. menschen, die jetzt vielleicht noch gar nicht leben. kann das sein?

schlachtung

neulich hab ich meinen elektroschrott beim exzellentesten pc-doc berlins abgeholt, nach zirka sechs wochen gerödel. der letzte schritt sozusagen, mußte ja auch endlich mal sein. zu hause hab ich die kiste dann als erstes einfach mal umgetreten, versehentlich natürlich. war ganz leicht und hat schön geknallt. aber war ja nun eh egal.

heute habe ich dann schlachtfest gefeiert, was ebenfalls ganz leicht war. nach exakt dreizehn zu lösenden schrauben hatte sich das ding erledigt. (festplatte war ja schon raus, arbeitsspeicher und netzwerkkarte ebenfalls.) falls also jemand bedarf an einem netzteil, einem lüfter, einer netzwerk- und einer grafikkarte (letztere ziemlich neu), 2gb arbeitspeicher (2 x 1gb), einem dvd-brenner oder einer 160gb festplatte hat, bitte melden. gehäuse wäre auch noch da, aber naja. geschenkt.

das motherboard von foxconn gibt es nicht, das ist ja schuld an all dem. das nagel ich auf dem balkon an die wand. dort dient es dann als als mahnender dämon. oder irgend sowas. hoffentlich.

im_perfekt

ich schlüpfe ja immer gern in die risse, die von kleinen fehler in den systemen hinterlassen werden. in der sprache, im leben, im lachen.

greifbar

das war ja klar, denn vor der katastrophe liegen immer die guten tage, wie zum hohn. heute ist es soweit, mein migränegeier ist wieder einmal hinter mir her. immer ganz dicht hinter mir hockt er, spottet und klagt mir sein leid. tippt mir auf die schulter. tippt mir mit der krummen schnabelspitze sachte in die schmerzende stelle links oben in meinem rechten auge mitunter. lacht mir ins gesicht dabei.

das ist nicht schlimm, sage ich mir ein ums andere mal. das ist alles gar nicht so schlimm, bis jetzt. es gibt schlimmeres. noch ist der geier ein geier, der nach aas giert. und nicht nach mir. kein greif, der nach mir greift. ich warte, ich bin bereit. was immer es ist, es geht vorbei. es geht ja immer vorbei.

nur der aasfresser widerspricht. das hilft dir alles nichts, sagt er ruhig hinten in der ecke hockend – wartend, wissend, lächelnd. glaub ja nicht, daß dir irgendjemand hilft. im leben nicht.

als ob ich das nicht wüßte. wenn ich mich kurz umdrehe sehe ich ihn, seine augen, seinen blick. seine not. er wartet auf den tod.

wir beide, wir kennen uns, gut. wir sind ein fleisch, wir leben noch.

help yourself

immer nachts kommt die traurigkeit. wie ein steter, treuer gast, der mich begleitet, besiegt, bedient.

planspiele

das war schon ganz gut, das ich mich das nicht gänzlich uninteressante, aber leider ziemlich schlecht bezahlte angebot neulich dennoch abzulehnen getraut habe. und dann gleich zweimal, weil gleich zwei verschiedene leute es mir, versehentlich, innerhalb von zwei stunden unterbreitet haben. jetzt ist da etwas neues nachgekommen. auch nicht uninteressant, vor allem aber besser bezahlt und mit weniger aufwand zu erledigen.(womöglich sogar regelmäßig?)

gefällt mir.

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