
hundeleben
manche menschen besitzen ihre hunde offensichtlich nur, damit sie regelmäßig jemanden so richtig von herzen beleidigen und anbrüllen können, sich dafür aber nicht schämen müssen. denn hunde wehren sich lange überhaupt nicht. sie sitzen nur da, ganz ruhig und verliebt. und sie warten, worauf auch immer.
womöglich muß man es den hunden hoch anrechnen, daß sie das auf sich nehmen. das geschrei und die dahinter nur notdürftig verborgene (selbst)verachtung. ich weiß das nicht so genau, ich bin nicht so recht für hunde gemacht. doch ich weiß, wie es ist, regelmäßig angebrüllt zu werden. und verachtet. und benutzt. und auch ich höre nicht auf, niemals.
zu lieben und zu warten.
entlastung
das neue hauptstadtblog macht wieder richtig spaß. auch im hintergrund, muß ich sagen. vor allem im hintergrund. ich liebe es, kommentare unveröffentlicht in den müll zu befördern. besonders die, die eine arme gespaltene kommentarseele derzeit unter diversen namen loszuwerden versucht. oder sind es selbstgespräche? ;)
aber noch lieber schreibe ich wieder artikel, über tango in berlin zum beispiel.
tomatenspatz

heute gegen mittag hat ein spatz in den tomaten platz genommen, der war von dem gerade niedergehenden gewitter spatznaß. meine prachtstücke haben sein gewicht sicher zwanzig minuten lang sicher getragen. dann ging plötzlich ein gezeter und geflatter los da draußen. gleich drei artgenossen wollten ihm seinen sitz streitig machen. oder was auch immer, und kurz darauf waren auf einmal alle verschwunden. irgendwo im baum gegenüber. ende der geschichte.
weserstraßenblues, neukölln
nachts scheppern fahrräder und poltern skateboards die neuköllner weserstraße entlang, an der ich wohne. außerdem schwirren seit jeher ziemlich viele stimmen an meinem schlafzimmerfenster vorüber. die sprachvielfalt hat sich in den letzten erheblich erweitert, viel spanisch dabei, immer mehr amerikanisches englisch. (was ich, britisch geprägt, nicht sonderlich zu schätzen weiß, wie man womöglich weiß.) vorgestern waren es zweidrei jungs, die hundebellen und katzenmaunzen ausprobierten, bevor sie in paar meter weiter in heftigen streit und schreierei verfielen. manchmal singen oder pfeifen die vorübergehenden auch. und sie lachen. sie lachen viel.
gestern nacht, kurz vor dem einschlafen näherten sich zwei frauenstimmen, zweistimmig singend. dann lachten sie, tief und entspannt. das war kurz bevor sie bei mir vorbeigingen. sommernächte verfügen über einen großen resonanzraum. lachen ist eine lust. direkt unter meinem fenster sangen die beiden dann wieder, immer noch lachend. das war der moment, in dem mir das herz brach.


engl auf