am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

zwangslauf

hirnentwicklungen können nicht rückgängig gemacht werden, steht da. diese defizite gehören also zu mir. so ist  das, ich weiß es ja. nicht erst seit heute. und ich lebe es. aber wie?

nur wenige wissen, wieviel an sprache eigentlich schweigen ist. und wie wichtig. wer mich kennt, weiß, daß ich mitunter reden kann wie ein wasserfall. aber niemand weiß wohl, wie elend ich mich dabei fühle. jedesmal.

ein guter sommer

heute abend ist es sehr schön draußen. oder aber auf dem balkon, was ja auch irgendwie draußen ist. die luft ist feucht und schwer. und klar, wie das leben mitunter. ein guter sommer also.

sonne

heute war quasi sonntag, für mich zumindest. obwohl dann doch so einiges zu tun gewesen wäre. war aber nicht, nicht mit mir. nicht heute. morgen gehts dann wieder in die vollen, versprochen. rechnungen schicken nicht vergessen. ;)

glatt

könnte sein, daß ich heute mal eben zehn stunden durchgearbeitet habe. geplant war das nicht, hab mich nur ein bißchen verschätzt. kommt immer wieder mal vor. jetzt ist aber mal feierabend. das heißt, vielleicht doch schnell noch die begleitmail für morgen vorbereiten? nein, nicht morgen. heute.

ach fuck

sehe gerade amy zum ersten mal live, jetzt gerade auf arte. (sonst hab ich immer nur die grausam verlallten suffschnipsel erwischt.) jetzt, wo sie nicht mehr life, sondern tot, verbrannt und begraben ist. und im hintergrund, the perfect sound of rain in berlin.

was für eine stimme, was für eine sicherheit in diesen wie auch immer verwaschenen phrasierungen. wie geht denn das? als könnte da nie was verrutschen. was für eine verfluchte eleganz in modulation und dynamik, diese vielen farben. was für ein dreck. was für ein spaß.

ja, die hätte ich gern mit 50 noch auf der bühne gesehen, mit ausgeleierten tattos und einer noch breiteren stimme. mit noch mehr echtem lebensdreck in jedem atemzug. mit witz und wahrheit. mit weite und tiefe.

also, wenn ich selbst dann noch gelebt hätte. (oder leben würde? wie sagt man denn da? gelebt haben würde, vielleicht. die möglichkeitsform der zukunft.)

mein großer vogel

schon lange denke ich mir meine migräne nicht mehr als etwas, das in meinem körper geschieht. es handelt sich vielmehr um einen vogel, einen greif, der mir im nacken sitzt. tag für tag. ein paarmal im monat greift er zu, er kann nicht anders. dann starren wir uns an, ein paar stunden, ein paar tage. ich sehe ihn, er kann nicht von mir lassen.

dennoch sagt er es, immer und immer wieder: ich laß dich. ganz leise, wie zu sich selbst. das ist sein mantra, das ist sein ziel. ich laß dich, ich laß dich, ich laß dich.

und das tut er dann auch, jedesmal. er hält wort und läßt mich frei. läßt mich leben. bis zuletzt.

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