manche menschen sind ein permanenter krieg. selbst wenn die waffen schweigen, noch mit festen vorstellungen verrammelt. ich erinnere mich gut.
dachlawinen

seit ein paar tagen ist das haus, in dem ich wohne, mit weißrotem flatterband von der umwelt abgeschottet. es drohen abstürzende dachlawinen. das lustige daran: wenn ich aus dem haus trete, stehe ich quasi mitten im sperrgebiet und muß mir erstmal einen weg unter der absperrung hindurch suchen, um in die freiheit zu gelangen. neulich hat nun der hiesige hausmeister mit zwei alpin gerüsteten kletterern konferiert.

seit fast zwei stunden wird jetzt abgeräumt. regelmäßig verdunkelt sich meine sicht, große brocken stürzen vor meinem wohnbürofenster zu boden. das knallt ganz schön. da oben ist also wer schwer zugange, die beiden seile baumeln ebenfalls direkt vor meinem fenster. und unten steht einer, dick eingepackt, alpin eben, und paßt brav auf.
blöd ist, daß ich eigentlich mal kurz aus dem haus müßte. ich trau mich aber nicht.

nachtrag: das ganze heißt übrigens seilgestützte höhenarbeiten. und ich schätze, daß sich besonders auf der seite so viel schnee gesammelt hat, liegt an den seit diesem jahr dort installierten sonnenkollektoren.
heute einen kleinen, etwa halben arbeitstag eingelegt. morgen noch einmal eine halbe stunde, letzte durchsicht. dann ist das erledigt. dazu die rechnung, nicht vergessen.
außerdem zwei löcher gebohrt. in eine fette außenwand, also mit dem schlagbohrer. hat etwa fünf minuten gedauert, inklusive abmessen. anschließend saugen. war sowieso mal wieder fällig.
dann hab ich noch den dreißig jahre alten verstärker, der seit geraumer zeit bei jeder tastenbewegung oder auch nur berührung in beide boxen knisterte und knackte, aufgeschraubt und ein paarmal kräftig in den alten staub gepustet. daraufhin waren die störgeräusche so gut wie verschwunden.
so einfach ist das leben. manchmal.
kopftuchmädchen goes facebook
ich bin ja nicht nur eine facebookskeptikerin, sondern darüber hinaus auch noch ein facebooktrottel. so richtig weiß ich nie, was ich da wie machen soll und kann, um ja nicht von irgendeiner seite zu hören: wie kannst du nur? ich kann eben nicht, facebook ist mir zu unübersichtlich, zu gleichgestaltet, zu unberechenbar. ich bin und bleibe wohl bloggerin und nicht sozial vernetzte werkerin oder wie auch immer das heißt.
trotzdem hab ich jetzt mal eine erste page erstellt, ohne so recht zu wissen was ich da tue. auf die art lerne ich das womöglich noch. also, hier ist sie -> Auch ich war einst ein Kopftuchmädchen! (und alles nur deshalb.)
rituale
lange zeit habe ich in berufen verbracht, in denen weihnachten recht früh begann. besonders schlimm war es als dekorateurin. anfang september, so zumindest habe ich es in erinnerung, trafen die ersten kartons aus dem außenlager an, in denen ich verschrumpelte und verstaubte weihnachtsdeko befand. und an uns war es dann, wochenlang, das zeug zu prüfen, auszusortieren und in form zu biegen. damit anschließend eventuelle nachbestellungen getätigt werden konnten, zur auffstockung des bestands. ab november wurde dann „gehängt“, bis in den letzten winkel des ladens, im dezember kamen schließlich die dekorationen hinzu. am 24. dann, die arbeitszeit ging bis gegen 14 uhr, soweit ich mich eriinnere, wurde alles wieder heruntergerissen und in die kisten fürs außenlager gestopft. ohne rücksicht auf verluste.
später habe ich dann in einer werbeagentur geschafft. aber nicht in einem von diesen hippen läden, in denen geile sprüche für deutschland geprägt werden. unser alltag war eher der lokale einzelhandel, also ein kostenloses anzeigenblatt. was zur folge hatte, daß ich novemner/dezember wochenlang weihnachtsgrüße tippte. und sterne und zweige mit kleinen kerzen darauf ausschnitt, um den satz dazu zu animieren, diese einigermaßen korrekt in die anzeige zu bauen.

seit ein paar jahren ist das auf einmal vorbei, keine berufliche weihnachtssaison mehr in meinem leben. statt dessen habe ich das weihnachtsbügeln entdeckt, häufigeren besuchern dieses blogs dürfte das inzwischen ein begriff sein. ein bißchen ritual muß eben doch sein. die bügeleisenbrandspur auf meiner lieblingssitzgelegenheit stammt aber nicht von mir. nein, diesen stuhl habe ich tatsächlich schon vor langer zeit so im sperrmüll gefunden. doch erst nach jahren, nachdem ich mich entschloß, ihn von sämtlichen farbschichten zu befreien, trat diese ganz persönliche markierung zutage. und wurde seither nicht mehr verborgen. ja, ich stehe zu meinen absurden ritualen.

