am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

jeder anfang ist – wie jedes ende auch – geprägt von verlust.

gefühlsnorm

da hat mich die kaltmamsell ein wenig erschreckt heute.  nie im leben würde ich öffentlich bekennen, nicht gerne zu leben, statt dessen aber mit einer wie auch immer gearteten nichtexistenz zu liebäugeln. schon gar nicht hier, in meinem blog. obwohl es natürlich genau so ist, an etwas anderes erinnere ich mich zumindest nicht. und ehrlich gesagt gab es früher auch nicht besonders viel veranlassung, das leben zu lieben. allein das hier hinzuschreiben, diese harmlosen worte, leben und liebe, das erscheint mir sogar im nachhinein seltsam absurd.

mein körper dagegen scheint mein glück zu sein. womit auch immer ich belastet wurde, und das war wahrlich nicht wenig, er trägt es. immer. unter wie vielen bleiplatten, eine sorgsam auf die andere geschichtet, ich auch begraben zu sein schien. er hörte nicht auf zu atmen, zu hören, zu sehen, zu sein. das tut er einfach nicht, und ich weiß nicht, warum.

ich bin keine kämpferin, ich bin einfach nur stark.

unfallscheu ist mein körper auch, zum glück. nennenswertes ist ihm in dieser hinsicht noch nie passiert. natürlich ist er ein wenig abgenutzt inzwischen, seine gelenke waren noch nie besonders stabil. von den zähnen ganz zu schweigen. schmerzen gehören zum alltag, aber die migräne habe ich im grunde nie als etwas körperliches empfunden. ganz im gegenteil. sonst ist alles noch ganz, denke ich.

sogar das wortpaar bindegewebe und schwach ist ihm gänzlich unbekannt, das war schon immer so und wird ohne zweifel auch (fast) so bleiben. in den letzten zwanzig jahren habe ich höchstens zehn kilo zugelegt, damit liegt mein blöder bmi, wie ich gerade blöderweise überprüft habe, im optimalen bereich. im unteren bereich für mein alter. und wenn ich die mir optisch ungefähr zustehenden zehn jahre abziehe, dann sprenge ich die grenze immer noch nicht. obwohl ich liebend gern wieder einmal eine 5 vorne sehen würde, wenn ich auf die waage steige.

was irgendwie lächerlich ist. der gedanke allein. ich drifte ab.

mein körper ist weder schön, noch auffällig. (wenn ich allerdings alte fotos sehe, zwanzig, fünfundzwanzig jahre zurückliegend vielleicht. dann erschrecke ich vor der zarten kraft, die ich da sehe. und von der ich damals nichts wußte, nicht das geringste.) daher ist es völlig egal, was ich ihm anziehe oder welche frisur ich trage. oder ob ich eine frisur trage. in diesem jahr hatte ich keine, das ganze jahr nicht. das wiederum ist natürlich irgendwie auffällig, das gebe ich zu. wenn ich dann noch etwas sage, ich weiß auch nicht. ist die stimme ein teil des körpers? oder ein teil von mir?

dennoch bin auch ich mir meistens fremd, wie die kaltmamsell es schreibt. vermutlich geht es einem großteil der menschen so, denen zumindest, auf die es ankommt. nur selten steht meine stimme mitten in meinem körper und mein humor oben auf der traurigkeit, dem druck, weil er nur davon lebt. der rest ist show.

doch ich weiß, ich wäre nichts ohne das. und es ist ein spiel, wenn die katze ihren schwanz jagt, im frühling, im licht. das ist alles.

alle jahre

seit gestern hat mein wohnbüro jahresendzeitpause, eigentlich. aber was mache ich? den schreibtisch aufräumen, altpapier schreddern, auch rechnungen sind noch zu schreiben. (das immerhin macht spaß.) und listen natürlich, neue schicke listen. schließlich ist soviel liegen geblieben, was nicht unbedingt gemacht werden mußte. das alles könnte doch vielleicht jetzt gemacht werden wollen. oder? jetzt wäre doch zeit.

so ist es irgendwie immer, das hört einfach nicht auf. freiberuflicher alltag. außerdem läuft im hintergrund die waschmaschine, produziert material für das alljährliche weihnachtsbügeln. das immerhin ist dringend nötig. die steuern hab ich ja versehentlich schon im august gemacht und übermorgen ist es ja schon soweit.

rauh

letzter arbeitstermin heute und damit für dieses jahr wurde gerade abgesagt. dafür geht es dann eine woche früher langsam wieder los. von mir aus okay. zwei wochen ruhe, rauhnächtekompatibel.

be berlin

be kahl und kalt, be dunkel und schwer, be leer im winter.

außerdem hat mir jemand einen plastikbeutel voll hundescheiße ans zugeschneite motorrad gehängt. (jedenfalls denke ich, daß es hundescheiße war. ich hab dann lieber doch nicht näher reingesehen.)

ich sollte mich mal mit zeitmanagement oder so auseinandersetzen. denn heute ist schon wieder so ein sonntag, an dem ich irgendwie viel zu viel zu arbeiten habe. und jetzt weiter im text.

i am love

als ich klein war war ich musik. nicht sänger und auch nicht pianistin, kein reales instrument. nur musik. heute kehre ich dahin zurück. manchmal, immer öfter eigentlich. schweigend, nur dort und nirgends sonst. dazwischen liegen über vierzig jahre. krieg. der hat nichts verändert im grunde. und doch alles. ich bin musik.

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