okay, vermutlich werde ich in berlin bleiben können. sicher sind es die gräser, nicht die linden. von den gräsern wußte ich ja eh schon.
verhoben
offensichtlich gab es einen kollektiven selbstmord der deutschen fußballmannschaft gestern nacht. (könnte man meinen, aber da hat sich wohl nur wer in der eigenen metaphorik verheddert.)
schönreden
eines morgens, neulich, an einem dieser tage, die schon grundsätzlich scheußlich beginnen, fiel zu allem überfluß auch noch einer meiner ersten kritischen blicke in den spiegel. ausgerechnet.
alt sah ich aus an diesem morgen. diese vielen kleinen falten im gesicht, um die augen vor allem. dann lang und quer auf der stirn und klein und aufrecht an den augenbrauen, über der nasenwurzel. außerdem gräbt sich langsam die linie seitlich von den nasenflügeln zu den mundwinkeln hinter ein. dazu dieser fleck, rechts neben dem rechten auge. ein altersfleck, so sagt man wohl dazu.
ich sehe alt aus, das ist einfach so. wie fast schon vierzig inzwischen, da hilft nicht mehr viel. kein reden oder lügen vielleicht. es ist zu spät. das ist nicht mehr jung.
wie gut eigentlich, daß ich schon fast fünfzig bin.
wp-upgrade auf die neueste version, ohne nennenswerte probleme. bei allen fünf blogs, immerhin. aber wieder nicht selber gemacht. und auch nicht wirklich verstanden. könnte aber auch an dem verstärkten pollenflug liegen, der mich seit dem wochenende verfolgt. mit rot geriebenen augen und plötzlichen ermüdungserscheinungen, versehentlich als systemüberhitzung interpretiert. gestern nachmittag habe ich tatsächlich über eine stunde geschlafen, ohne großen erfolg. dennoch konnte ich schon um neun kaum noch aus den augen gucken. seit heute findet nun auch die obligatorische nasenschleimhautverflüssigung statt. bingo!
king of pain
I lay in bed, unable to sleep, nauseous as hell. And the pain: I just want to cut my head off. There’s this feeling of impotence: there’s nothing, nothing you can do and that really makes you feel twice as miserable.
ein höchst zutreffender und umfassender bericht zum thema migräne, bereits im april im gedruckten exberliner erschienen. überhaupt, der exberliner wird immer lesenswerter, zum beispiel auch die juniausgabe mit einem schwerpunkt auf der polizei in berlin. (wenn nur dieses dämliche riesenformat des heftes nicht wäre.)
schlandige ballspiele
das spiel gegen argentinen habe ich nicht gesehen. pünktlich zum anpfiff bin ich losgefahren und war dann exakt zum schlußpfiff in frankfurt, an der polnischen grenze. zwischendrin hatten mich ein paar beflaggte autos angehupt, damit wußte ich so ungefähr bescheid. der rest war ein bunter hering, wobei ich stefanie heinzmann leider verpaßt habe. dafür habe ich aber zum ersten mal im leben die oderbrücke überquert und ein paar schritte auf polnischen boden gemacht. engl goes east.
außerdem habe ich mir berichten lassen, daß ich ein richtig schönes spiel verpasst habe. so wie das gegen england ungefähr, schön und auch noch klug dazu. das hat doch was, selten gabe es eine so elegante, spielwitzige deutsche fußballmannschaft. nicht, daß ich wirklich viel davon verstehen würde. aber als gebürtige ruhrpötterin kommt man um fußball eben nicht wirklich herum.
gestern also versuche ich, ein paar nachberichte zu finden, ein paar spielbilder vielleicht. mehr als nur die tore, wenn es geht. aber was kriege ich vornehmlich zu sehen? interviews mit schwarzgelbrotgewandteten brüllbürgern. weltfußball? diese deutsche mannschaft wird auch in zukunft beherrschend sein? der deutsche panzer rollt wieder? das ist lächerlich. nahezu widerlich. dazu noch die fragen an die frauen: wer denn der sexiest deutsche spieler sei? ansonsten nur schreien, kreischen und hüpfen.
danke. ich weiß jetzt wieder, warum fußball im grunde indiskutabel ist. ein kleines bißchen tut es mir aber auch leid um das schöne deutsche spiel derzeit. mal sehen, wie das morgen aussieht.
schwarzgelbrote fetzen
die beflaggung in deutschland scheint stetig zuzunehmen. ich übe mich in toleranz, aber es fällt mir immer schwerer. gefühlte 20 fähnchen flattern an dem wagen, der mich überholt. durchzählen mag ich sie dann doch nicht, bei 120 auf der autobahn. nur den gasgriff lockere ich einen moment, bis ich wieder zugreife, lasse mich so zurückfallen, vorsichtshalber. allein die vorstellung, daß einer dieser flatternden fetzen mir in die fresse klatscht.
