am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich bestehe im leben auf liebe. gegen jede struktur und allen erwartungen zum trotz. ich glaube, daß das unmögliche unsterblich ist.

kleine kreise

hundemüde. ich mag aber nicht schlafen, weil ich nicht träumen will. da steht doch immer nur das eine thema parat, derzeit. und daran will ich mich nicht erinnern. so ungefähr ab sechs stunden schlaf ist das aber zwangsläufig der fall. also bleiben mir jetzt noch ein paar stunden, zum lesen, schreiben, denken. zum grübeln, zweifeln, klagen. zum schweigen. bevor ich dann schlafen darf.

bevor ich mich wieder wecken lasse, mich aus dem bett zwinge, zurück in die welt. rechtzeitig zum ersten termin. aufrecht. leicht torkelnd unter der kreislauflast, den verschwundenen träumen. die vergessene liebe im hintergrund. unwiederbringlich.

immer noch hundemüde.

nicht schlimm

heute migräne, als hätte ich es gestern beschrien. ganz so einfach ist es natürlich nicht, daß mir da bloß niemand mit esoterik kommt. nach über dreißig jahren kenne ich die zeichen und die zeiten. und heute sollte es eben wieder mal sein.

nicht besonders schlimm eigentlich. kiesern fiel flach, besser ist besser. überhaupt hänge ich in den seilen, suche nach entspannung. einem ausweg aus der gefangenschaft. arbeiten geht jetzt auch wieder, muss ja. da steht noch ein bißchen was auf der liste. dabei war heute eigentlich mein letzter beinah komplett freier tag in diesem monat.

neuköllner nachtkino

was neukölln so alles zu bieten hat. soeben gibt es die erste kneipenschlägerei, unmittelbar vor meinem schlafzimmerfenster. jemand hat genau dort vorsorglich die polizei gerufen, und ich habe den vorhang ein wenig zur seite geschoben, um besser sehen zu können.

bestimmt zehn  bis fünfzehn personen stehen in kleinen grüppchen mitten auf der kreuzung. ein paar frauen dabei, die herumschreien und an den ärmeln der männer zerren. abwechselnd. hin und wieder kommt bewegung ins geschehen. ein schneller schwinger, rennen und rufen in folge. mehrere männer liegen auf dem boden, einer von ihnen sitzt auf dem arsch. dann kommt der polizeiwagen, ein mann läuft schleunigst weg. die beiden polizisten hinterer. der rest der leute bleibt zurück und leuchtet den boden mit taschenlampen ab. nach einer weile ist klar, sie suchen nach einer brille. es gibt also schläger mit brille. früher, war das anders. auf dem schulhof haben wir die brillen abgenommen, bevor es kloppe gab.

schlägereien klingen übrigens ganz anders als man es aus dem fernsehen oder kino kennt. nichts klirrt und scheppert, es gibt kein kein krachen und knacken. alles ist dumpf, besonders die schläge. und das hinfallen auf den nassen boden. das reißen der  jacken klingt noch am schärfsten. das trampeln der schnellen schritte und das rufen dagegen geht beinah unter.

das ist alles. kein blut, soweit ich weiß. ein typ hängt abseits über dem stromverteiler und kotzt. das hat aber andere gründe. zwei seiner freunde kommen aus der kneipe, haken ihn recht und links unter und helfen ihm wieder hinein. an die theke. was vielleicht nicht die beste entscheidung ist.

gute nacht.

auren sehen

gestern habe ich zum ersten mal im leben eine migräneaura erlebt. vielleicht auch zum zweiten mal, ich bin nicht sicher. denn das phänomen ist auf der falschen seite aufgetaucht, auf der migränefreien hälfte von mir. links in meinem gesichtsfeld flimmerte ein hübsch geschwungender regenbogen, zog sich bis in die mitte meines blickes. und blieb auch ohne blick, wenn ich die augen schloss. ungefähr eine halbe stunde lang. faszinierend. eine migräne folgte übrigens nicht, nur der übliche druck. und der hält an, bis jetzt. da kommt wohl noch was.

bruchsekunden

das herz, dieser diffizile muskel, der so unermüdlich arbeitet, ein leben lang. der millionenmal schlägt und schlägt und schlägt, dazwischen ein wenig hüpft vielleicht. und doch jedesmal diese pause macht, die sich irgendwann dehnen wird. sekundenbruchteile, die sich auf ewig ausweiten werden. soviel ist gewiß.

nur deshalb ist alles, was von herzen kommt, für immer. weil es im jetzt lebt.

blauschimmel

eines der letzten dinge, die die geliebte mir beigebracht hat: blauschimmelkäse mögen. fast zwei monate ist das jetzt her. heute versuch ichs mal allein. das mit dem blauschimmelkäse, meine ich.

in meinem schlafzimmer wohnt neuerdings eine kleine spinne. eine von diesen hübschen, kompakten winzlingen. ein harmonischer und dabei überaus agiler fleck, mal hier und dann gleich wieder woanders. heute morgen krabbelte er auf meinem kopfkissen entlang, begrüßte mich und meinen tag. ich mag das, in diesem fall zumindest. es ist aber auch wirklich ein hübsches kleines ding.

ziemlich volle arbeitswoche.

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