lief ganz gut heute, die arbeit an dem neuen blog. besonders nachdem der lästige egokram nun endlich erledigt ist, fühlt es sich richtig prima an.
erschreckend neue erkenntnisse aus den täglichen nachrichten (25)
es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich doch tatsächlich margot honecker vehement für tot erklärt. einfach, weil es anders doch gar nicht sein kann. dachte ich. da hab ich aber ziemlich falsch gelegen, mußte ich gerade feststellen.
bestandsaufnahme
was tut man an klammen, düsterdepressiven tagen, wie dieser einer ist. pflichtprogramme am pc abarbeiten. dann aufräumen, wäsche waschen, müll runtertragen. und schließlich den kleiderschrank inspizieren, bis in die tiefsten tiefen hinein. auch wenn das am ende noch deprimierender ist als das blöde wetter.
inzwischen sind alle hosen durchprobiert. dabei mußte der erkenntnis ins auge geblickt werden, daß etwa die hälfte nicht mehr paßt. auf ewig nicht mehr paßt, die zeiten sind vorbei. das ist bitter. von den verbleibenden sind noch einmal die hälfte durchaus ein wenig eng zu nennen, aber eventuell vielleicht doch noch zu bewältigen. mit einem oder zwei kilo weniger zumindest, was nicht gänzlich ausgeschlossen erscheint. fast genauso sieht es bei t-shirts und hemden aus. gut ein viertel des bestandes, allerdings zum teil auch schon seine 10 bis 15 jahre alt, wandert unprobiert in die große tüte. aus den augen, aus dem sinn. jetzt ist der ohnehin recht kleine schank gähnend leer. (zugegeben, an dem punkt bin ich wohl keine echte frau.)
manchmal muß das einfach sein. und gerade eben kommt dann auch die sonne durch. na sowas.
vergötzt
beim gestrigen schimanski ziemlich auf dem schlauch gestanden und gedacht, daß das eine wiederholung sei. aus welchem grund auch immer, georgejubiläum vielleicht. war aber ein neuer schimanski, wie ich inzwischen weiß. deshalb hab ich also die ganzen schauspieler nicht wiedererkannt.
und die story? naja. die bilder, ich weiß nicht. sieht es heute so aus im pott? so wie damals? aber vor allem die sprache. ein einziger, der es drauf hat, eindeutig. eine einzige figur, der alte kämpfer. der muß so reden, alle anderen hochdeutschen. ich weiß nicht. das ist unsinn, das ist mir zu einfach. wer so spricht, kriegt antworten in derselben sprache. sogar von mir noch, wenn es sich mal ergibt.
vielleicht bringt die katze ein bißchen mehr rüber. hannelore läßt ja durchaus hoffen.
high noon
auf dem weg zum wittenbergplatz, die bülowstraße entlang, etwa in höhe der u-bahnstation nollendorfplatz, fahren die autos vor mir plötzlich übertrieben langsam, beinah gemächlich. am rechten straßenrand, zwischen den autos oder ein zwei schritte auf der busspur, stehen die frauen, wie immer, und warten. es sind vielleicht sechs oder sieben, und sie tragen pullis oder jäckchen, lange, enge hosen. alle reißverschlüsse sind bis oben zugezogen, die arme vor der brust verschränkt. oder in den hosentschen versenkt, hinten. das wetter ist kühl und feucht, wolken ziehen über die stadt. die gesichter der frauen sind angespannt, jedes auf seine art. voller groll oder tieftraurig, in jedem fall aber erstarrt, schauen sie in richtung straße. es ist kurz nach zwölf, mittags.