am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

bloggereien (4)

viel wird geschrieben und geredet über blogs als kontaktbörse. über das internet überhaupt, auf diesem gebiet ja nun eindeutig und immer noch im vormarsch. man mag nun dafür, dagegen oder desinteressiert sein. es passiert dennoch, daß man dem einen oder andere blogger plötzlich unvermittelt ins gesicht schaut.
wirklich schlimm ist das ja nicht, es sei denn man hat sich wirklich überhaupt nichts zu sagen außer: ’sorry, dich lese ich nicht.‘ (was für ein unsinn, allein von der satzkonstruktion her. wie soll man darauf dann antworten?)
besonders eigenartig ist jedoch, sieht man zuerst das gesicht, hört die stimme, weiß sich etwas zu sagen. und fängt dann an mitzulesen. nie werde ich die nette frau modeste mit ihrem blog deckungsgleich bekommen. das wäre ungerecht. und auch der greise 40something ist natürlich gangganz anders. eigentlich. vom ersten eindruck her, sowieso, aber auch vom zweiten und dritten. unvorstellbar, die lücken, die da klaffen. nahezu welten jedoch trennen das geschnatter von seiner verursacherin, wenn ich einmal so sagen darf. ich vermag es nicht anders auszudrücken und bitte vorsorglich um verzeihung. wenn ich dann noch bedenke, daß die dazugehörige person auch die erste begegnung quasi gänzlich in den sand gesetzt hat, nahezu endgültig. rettungslos. dann muß ich sagen, daß das fragmentarische des bloggens ist und bleibt. und kein ersatz ist, nur eine erleichterung. vielleicht. für die, die der sprache mächtig und auch sonst anheimgefallen sind. wahrnehmung jedoch bleibt ein wagnis, in welcher form auch immer.

bergschäden

manche tage beginnen wie zucker und enden doch im sumpf. andere fangen schon übel an. und gerade weiß ich nicht so genau, was ich eigentlich besser finde.
die wohnung unter meiner wird renoviert, seit wochen, wenn nicht seit monaten schon. in nicht nachzuvollziehender weise wird dort unmotiviert losgelärmt. heute ist offensichtlich die decke dran. und zwar die, die aus meiner sicht der fußboden meines arbeitszimmers ist. es rumpelt und röhrt dort unten, bohrer beißen sich im material fest. (wer denkt da nicht unvermittelt an zahnärtzte?) das ganze ist nah, zentimeter nur trennen mich von den gewaltigen vorgängen da unten. unter mir. es wird geschabt und gegraben, so hört es sich zumindest an. wie erdarbeiten, ausschachtungen, tagebau. und ich sitze hilflos obenauf, harre der dinge. ahnungs- und rettungslos. ich spüre es mit jeder faser meines körpers. jeden augenblick rechne ich damit, daß eine meiner fußsohlen von einem großen bohrer durchlöchert wird. oder der boden nachgibt, absackt, einsinkt. bergschäden. ich kenne das, ich bin in essen geboren.
seltsam auch, auf dem balkon zu stehen, durch das unten weit geöffnete fenster das motorengeräusch der bohrmaschine hören, das helle drehen des metalls, wie es von den umstehenden häuserwanden reflektiert wird. ebenso das röhren und vibrieren des bodens, der steine, des holzes von innen, das aus gleicher quelle stammt, und dennoch nicht dazuzugehören scheint. trittschall und luftschall, zwei grundverschiedene dinge, finden sich offensichtlich nur zusammen, wenn man das gerät selbst in der hand hält.
gerade schwingt sogar der flatscreen im rhythmus. wie wäre es jetzt mit ein wenig fleißarbeit? konzentriert und zielgerichtet? na?

ich weiß grad auch nichts…

genug!

putzen, saugen, wischen, die fenster auch noch, natürlich, bei dem wetter. und dann spülen nicht vergessen. und haare waschen. haare? brille putzen wäre auch mal wieder fällig. die eine und die andere, die sonnenbrillen gleich dazu. und wenn ich schonmal dabei bin, der bildschirm könnte es auch wieder mal vertragen. der spiegel im flur sowieso.
jetzt hab ich aber die schnauze voll.

zu tun

was sind das für tage, in denen ich mich vom kleinsten ins allerkleinste arbeite? wollte ich ursprünglich nur einen alten, uralten, text einscannen – so alt, daß er nicht einmal mehr auf der festplatte ruht – sah ich mich plötzlich unvermittelt damit beschäftigt, ihn via einleseprogramm ins word zu transferieren, um ihn – ja was eigentlich? nach über zehn jahren auf den neuesten stand bringen zu können? stilistisch zu korrigieren, wie auch das etwas ausufernde ende zu straffen?
verdammt, als ob ich aktuell nichts zu tun hätte! mal angefangen von einer schleunigst zu bewerkstelligenden gründlichen ganzwohnungsreinigung wegen dem zu erwartenden kleineren besuchsaufkommen am samstag. mannomann!

olfaktorisch

mit kopfschmerzen aufgewacht. es riecht nach kaltem rauch, und ich verstehe nicht warum. ich rauche selten, gestern überhaupt nicht und sowieso niemals im schlafraum. aber es riecht nach rauch, eindeutig. oder nach gas. ich sehe aus dem fenster und ziehe mich warm an.

zufall

geschafft hab ich wenig, zwischen hirnmatsch und verschiedenen netzbegegnungen, gerade mal die zwingend nötigen dinge. die immerhin, wenn es auch nicht zufriedenstellend ist. ansonsten vergeht sich der tag in nichtigkeiten und anderen lustigen einschüben.
zum bespiel, daß da eine bekannte eine wohnung in berlin sucht und mir ein paar bilder schickt, zum begutachten. ich kann es kaum glauben, aber die straße heißt so, wie meine straße. und sie liegt an der ecke zu einer straße, die wiederum so heißt wie die straße hier um die ecke. dennoch ist es nicht hier, sondern in fhain. soetwas gibt es, tatsächlich! das wußte ich schon vorher. aber daß die frau dann ausgerechnet dort fündig wird… und mich fragt… unfassbar… nur die hausnummer liegt um 4 daneben. und die postleitzahl ist natürlich ziemlich anders.
nachtrag: wie ich heute (02.06.05) feststellen mußte, ist auch die postleitzahl in gewisser weise naheliegend.

was vom tage

zwei jobdinger, die sich heute endgültig zerschlagen haben, gleich am vormittag. prima, dann ist der tag gleich zu anfang schon gelaufen. na, was solls, immerhin besser als immer noch und nocheinmal vertröstet zu werden. andererseits schade, zumindest die eine sache. seit monaten schon war ich da dran.
abheften, und weiter im text.
ich rette mich in aufräumarbeiten, finde ein paar linkschätzchen im datenmüll. doch die eine probeübersetzung zum downloaden will einfach nicht downloaden, ein systemfehler wird auf unterschiedliche weise angezeigt. so haben wir das gern, gerade heute. ist der fehler nun in meinem oder in deren system? ich teste ein paar varianten, tippe dann auf die, denn die andere datei tuts ja. nur kann ich die eben nicht brauchen. ich weise also höflich darauf hin, in der hoffnung, daß… ja, was eigentlich?
abwarten, weiter im text.
alles zusammengenommen bin ich eindeutig hormongeprägt derzeit. präpotent, oder wie immer das heißen mag. jedenfalls hab ich keine ahnung, wie der tag eigentlich vergangen ist. soetwas sollte vielleicht nicht unbedingt veröffentlicht werden. das ist interpretationfähig, denke ich, und vom feministischen standpunkt nicht gerade förderlich. zuzugeben, wie ein tag sinnlos in mißmut vernichtet wird. andererseits, immer noch besser als dauerchromosomgeschädigt.

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