am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

?

die letzten tage habe ich jeweils mit morgendlichen kopfschmerzen begonnen. es ist herbst, unverkennbar, die blätter zumindest und meine gemütsverfassung sprechen dafür. nur die temperaturen spielen bislang nicht mit, und es sieht auch ganz danach aus, daß sie es einstweilen nicht vorhaben. auch das wirkt, nachhaltig, auf meinen schädel allerdings, nicht auf mein gemüt. leider.
im lauf der tage, nach und nach, erwache ich allmählich zum leben. ohne daß ich jedoch irgendetwas auf die reihe brächte, sich etwa dinge erledigen würden, wie von selbst. der weg zum baumarkt, z. b., um endlich die kammer mit regalbrettern auszustatten. das würde zwar die kleinen und mittleren häufchen und stapel von übriggebliebenem kram aus meinen räumen bannen, aber… es passiert nicht. in der küche stapelt sich das altpapier, ungespülte teller und tassen, die holzreste der letzten regalbauaktion, die silikontube, das restliche katzenstreu usw, usw, usw.
morgen.
ist noch so ein tag.
?

nein, nein, eigentlich ist es mir gar nicht schlecht. ehrlich. es vergeht nur so viel, zwangsläufig, in diesem jahr mehr noch als in anderen. und die frage: was wird werden? tja, die verbietet sich derzeit noch. irgendwie, eben.

neues von der arbeitssuchfront

inseriert war: nebenberuflich, 25€/h, für leichte datenerfassung, handynummer. beim ersten anruf gab es keine auskunft, um was für eine tätigkeit es sich handeln könnte. nun gut, es könnte eine sekretärin oder eine aushilfe gewesen sein, die keine ahnung hat. beim rückruf, wieder von einem handy, gab es einen termin, eine adresse, eine genaue wegbeschreibung, aber keine weitere info. nicht einmal den firmennamen. es sei denn, der wäre ‚ergeschoß‘, was ich aber auf anhieb zu bezweifeln wußte. auf spekulationen meinerseits, ob den daten pc-gerecht aufbereitet werden müßten, kundennummern, bestellisten usw. bekam ich – wie ich meinte – eine zustimmende resonanz.
dachte ich.
die veranstaltung heute, zu der ich im übrigen 1 3/4h mit der s-bahn nach schöneiche hinausfuhr, war im grunde eine verkaufsveranstaltung. der ‚financial consulting services‘ – wie gut, daß ich ein bißchen englisch kann – stellte sich mithilfe einiger recht agressiv vorgetragener rechenbeispiele zum thema krankenversicherung, kfz-versicherung, rentenversicherung vor und scheute sich nicht, gleich auch ein paar daten der ‚bewerber‘ abzufragen. versicherungen, banken usw. wurden schlechtgemacht, dafür aber das hauseigene (?) intranet und die dazugehörige software aufs schönste präsentiert. so einfach ist das mit den finanzen.
vor der pause, nach der dann (endlich) etwas zu dem job (leichte datenerfassung, you kow) gesagt werden sollte, wurde noch dazu aufgerufen, doch gleich mal für sich einen beratungstermin zu machen. selbstverständlich auch dann, wenn man dann vielleicht gar nicht für den ‚financial consulting services‘ tätig werden sollte.
bitte jetzt nicht fragen, was das denn für eine tätigkeit gewesen wäre. erstens ist das nicht schwer zu erraten. und zweitens bin ich, nachdem ich in der pause – einmal bevor und einmal nachdem ich aufs klo geflüchtet war – natürlich noch aufs übelste (‚ach, dann sind sie also schon aufs beste versorgt?‘) persönlich auf einen beratungstermin angehauen wurde, nach hause gefahren.
fazit: ???
oder doch, vielleicht: diese leute verstehen weder was von geld, obwohl sie sicherlich den zinseszins auszuwerten in der lage sind. noch verstehen sie etwas von menschen. als würde ich solchen leuten freiwillig auch nur einen hauch meiner finanziellen lage offenbaren.
aber ich fürchte, das gesamtkonzept reicht um reichlich abzusahnen. angst liegt ja genug in der luft.

report

das war ein seltsamer trip, zwischen den welten, hin und wieder zurück. alles geht so schnell, die tage, die wege.
ebenso wie ich letzte woche eigentlich nicht nach wtal fahren wollte, ganz genau so hatte ich am mittwoch keine lust auf berlin. erst langsam bin ich wieder hier angekommen. beinah jedenfalls.
es ist komisch in der alten heimat, wo ich alle und alles kenne, die menschen auf der straße, das café um die ecke, alles ganz und gar vertraut. doch wo immer ich hinkam und wieder wegging, ich konnte nicht mehr nach hause. das stand fest, in mir, manifestiert. ich bin längst fremd.
der bühnenabend war schön, fast berauschend, wie immer im grunde, nur besser. das licht und das publikum, die eigene stimme, ganz leise, ganz langsam, füllt über das mikro den ganzen raum. es ist so leicht. es ist ein genuß. (nebenbei bemerkt komme ich an mit meinen kürzestdialogen, I und ich, er schwul, ich lesbisch oder so, interpretieren drei kleine hetenschmonzetten, jeweils gedoppelt, inklusive finaler scheidung.)
so schnell kommt das nicht wieder, hier, seit mittwoch schweige ich wieder. suche arbeit und finde mich mühsam zurecht. aber es geht schon, es geht.
nur lisa fehlt.

aber

der nachgeschaltete sommer ist vorbei, es ist herbst eindeutig. ich höre und lese viel, überall, über das sterben und die toten. unsere toten, die haben wir alle, nicht wahr? irgendwo. das gibt mir zu denken, und es gäbe viel zu sagen. aber.
es ist nicht leicht. nicht wahr?

anatomisch korrekte ausbeulungen

das schreibt das gürteltier und findet es obszön.
wenn der von dem büstenraum wüßte, damals, als ich in der dekolehre war. wieviele anatomisch korrekte ausbeulungen da mit anaomisch korrektem schwarzen filzstift bekritzelt waren. und wenn die derart vervollständigten büsten (na, so heißen die dinger halt!) dann tatsächlich einmal benutzt werden mußten, weil alle anderen schon im einsatz waren – dann gab es die strenge auflage, sie definitiv und absolut immer ausschließlich bedeckt durch den verkaufraum zu transportieren.
aber vorschriften gab es ohnehin für den transport, nackt war eigentlich sowieso verboten. die damen und herren wurden mit kleinen bunten läppchen behängt, selbst wenn die arme abgenommen oder die beine auseinandergehebelt (nur die männer, mit schlitz im schritt) waren. ganz und gar unmöglich war beispielsweise eines schönen tages ein gestapelter transfer, bei dem die anatomisch korrekten ausbeulungen zufälligerweise anatomisch korrekt auf den damen zu liegen kamen. ohne arme versteht sich und mit hübschen bunten läppchen behängt.

lichterloh

da werde ich am nächsten dienstag (12.10., 20h) zu sehen und zu hören sein. ab in die alte heimat. zusammen mit I interpretiere ich ein paar kurzweilige stücke zum thema ‚licht und liebe‘. natürlich sind noch viele andere autoren da. und bilder und fotos usw. eine art show, wie jedes jahr.
sind noch gar nicht online, meine texte, stelle ich gerade fest. naja, da ist dann vorbeikommen wohl ein muß. ;-)

die jelinek

man mag geteilter meinung sein, auch in sich selbst. so geht es mir zumindest. aber das ist glasklar, zutiefst verständlich. und angenehm dazu.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner