am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

buh

noch nicht einmal zeitung gelesen, heute. aber will ich das alles wissen, dieses politische schmierentheater, mit kleindarstellern besetzt. alles nur rhetorik und imagepflege, zum einschlafen. oder aber zum kotzen.

rhizom (3)

„Wir sprechen nicht mehr viel von der Psychoanalyse, doch wir tun es noch, und das ist zuviel. Da läuft nichts mehr. … Nur eines ist schlimmer als die Einwände und Widerlegungen der Einwände: die Reflexion, das Zurück-zu … Zum Beispiel der Rückgriff auf ein vorhergehenes Buch: Was kam schon darin vor? Habt ihr Freud auch richtig verstanden?“
Gilles Deleuze, Félix Guattari: Rhizom

schon seltsam, daß mir immer wieder texte begegnen, die sich klar gegen die psychoanalyse wenden, besser noch, sie quasi konsequent hinter sich lassen. ganz ohne absicht meinerseits geschieht das. ich verstehe und kann es doch nicht formulieren. aber dem erleben von vielfalt, seit jeher, kommt es durchaus entgegen. natürlich.

wüten

wut ist nicht die welt. oder macht wut die welt? und was macht meine wut mit mir? das nicht zuletzt.

inwendig auf der suche nach der reset-taste.

frühling also

vorsorglich habe ich dementsprechend heute mit dem frühjahrsputz begonnen, vor allem aber die letzten renovierungsreste erledigt, die ich seit monaten vor mir herschiebe. jetzt riecht es im bad nach essig, in der küche nach chrompolitur, und ich habe eine unmenge von ideen, was hier noch alles zu verändern oder zu verbessern wäre. wie das eben so ist, im frühling. :-)

berlin, 6 monate

über ein halbes jahr bin ich jetzt hier. der nachsendeantrag ist abgelaufen, auch die letzten umstrukturierungen bewältigt. hoffe ich zumindest. aber ob ich mittlerweile angekommen bin?
die berliner winter sind hart, wurde ich vorgewarnt. das war mir bekannt. zum ersten mal in berlin, irgendwann in den frühen 80ern, in westberlin also, war es ebenso. februar, berlinalezeit, ich erwähnte es bereits. dennoch reicht es mir jetzt, mit dem winter, meine ich. nur noch sechs tage gebe ich ihm, und dann hat sich das. gefälligst.
es könnte manches besser sein, für mich, hier. aber es hätte auch wesentlich schlimmer kommen können. im grunde läuft es doch ganz gut, hat eine freundin mir neulich gesagt. gleich mehrfach, damit ich es nicht gleich wieder vergesse. mitunter passen die dinge prima zusammen, ohne daß ich viel dazu tun müßte. das ’neue buch‘, vor allem anderen, würde es nicht geben, wenn ich in wtal geblieben wäre. und das ist das wichtigste. das ist ein ansatz, der auf dem richtigen punkt gründet. von hier aus, und nichts anderes. so war es doch gedacht, von anfang an.
von zeit zu zeit vergesse ich das.
doch mit dem frühling kommt auch das leben, da bin ich sicher. bald geht es wieder nach draußen, da ist die welt, hab ich mir sagen lassen. naja, immerhin ist da berlin. immer noch. und ich muß hier noch einiges lernen und finden vor allem.
eigenartig, die weitverbreitete kieztreue, gepaart mit zeitgleichen, vielfältig propagierten umgebungsgehäßigkeiten. eigenartig, so dachte ich zumindest zunächst. wenn ich es aber genauer überlege… auch der barmer hat wenig mit einem elberfelder gemein. von einem ronsdorfer ganz zu schweigen. obwohl es da doch irgendwie auch (hauptstädtische) unterschiede gibt. das muß sich alles noch zeigen. und finden. und so weiter.
für ostern hat sich übrigens der erste besuch aus der alten heimat angekündigt. aus der ganz alten heimat, wenn ichs recht überlege. aus essen.

wip – nach getaner arbeit

räume reißen auf, arbeitsräume und aufgaben, die erledigt sein wollen, endlich. geld verdienen vor allem, bewerbungen aktivieren und übersetzungen an land zeihen. ein radikaler bruch, von tief innen nach außen gestülpt. derzeit habe ich eine art kater. ich will nicht ich will weiter imer weiter. so leben. aber es hilft ja nicht. es muß ja sein. es wäre auch keine besonders gute idee, den text jetzt schon wieder anzugehen, die vielleicht letzte hand anlegen. ganz und gar nicht. das braucht jetzt zeit. von daher ist es keine schlechte sache, jetzt all das zeug zu erledigen, das warten mußte. während ich in meinen schreibwinter verkrochen war, winterschlafartig. nur daß ich wach war, meistens jedenfalls. hellwach und angespannt. jetzt kommen andere zeiten, der frühling, doch die arbeit hört nicht auf. warum auch?
es ist nur so, daß sich das schreibhirn sofort aktiviert, seine uralten rechte anmeldet, eine ordnungsgemäße zeitspanne. immer und immer wieder. nie ist es anders gewesen. schreiben ist krieg, zwischen zeit und geld.

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