am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

going (7)

gegen mittag anfangen und die zwei letzten seiten des zweiten kapitels durchgehen. nach zwei, drei stunden damit fertig sein und ein gutes gefühl haben. für morgen jetzt nur noch noch einmal das erste kapitel lesen, um dann das zweite auf stil, logik und anschlüsse durchgehen zu können. so ist schreiben eben auch. meistens sogar. fleißarbeit.

gegen mittag war übrigens eine gute idee. eine sehr gute. und gar nicht so abwegig, wie ich das selbst immer glauben möchte. (von wegen kreative arbeit nur bei nacht, wenn alle anderen schlafen. aus dem alter bin ich wohl raus.)

küchentango

das wird ein tangosommer, wie mir scheint. neue ideen und neue möglichkeiten tun sich auf. die teilnahme am küchentango zum beispiel, einer art privatpraktika, die sich durchaus auch mal bis mitternacht erstrecken kann. gestern war das.

außerdem will ich in diesem jahr – definitiv – einmal draußen tanzen, an irgendsoeinem berliner strand. das muß doch drin sein.

going (6)

fühlt sich gut an, besser noch als ich dachte, schon am nachmittag loszulegen mit dem schreiben. es ist noch nicht dunkel, da ist alles nötige und mein möglichstes schon getan. zufriedenheit stellt sich ein, beinah automatisch. oft genug ist es ja anders, da komme ich erst am abend zum schreiben und denke vor mitternacht nicht einmal daran, nach einem tagesabschluß zu suchen. auch wenn es sein muß, es ist einfach nicht möglich.

heute dagegen ist das zweite kapitel so gut wie fertig geworden, noch vor acht. es fehlt nur noch eine letzte durchsicht, um diese erste fassung abheften zu können. ins grobe sozusagen, um von dort aus weitermachen zu können. ein schlachtplan ist ebenfalls notiert. für ungefähr die erste hälfte der geplanten 100 seiten torso stehen erste richtlinien auf dem papier, das ist sehr beruhigend und erleichtert die kontinuierliche arbeit.

auch die umkehrung der reihenfolge war hilfreich, die strukturarbeit in den abend, ins dunkel zu legen. scheint mir nur natürlich.

jetzt: schlafen. oder liegen oder lesen. träumen auf jeden fall. (gutnacht)

kein spaß

nachdenken darüber, warum ich die geschichten von astrid lindgren nie mochte. wobei ich ja vorwiegend die filme kenne, gelesen habe ich das alles so gut wie nie, schon gar nicht als kind. (ob es mir verboten war?) ich fand nie lustig, was da am sonntag nachmittag im fernsehen zu sehen war. ich fand das kein bißchen realistisch oder auch nur nachvollziehbar, im gegenteil. es machte mir eine große und ebenso nicht zu fassende angst, weil es in gegenwart meiner eltern lief, innerhalb der mir bekannten familie. das war kein vergleich. auch meine mutter lachte, wenn ich mich recht erinnere, laut und bitter, über diese dumme, heile welt in schweden.

saltkrokan ist das einzige, das ich heute noch halbwegs erinnere. figuren und namen stehen mir vor augen, vereinzelt auch diese eigenartige, unsinnige storyfetzen. in denen ich nichts zu erkennen vermochte, keine familie vor allem, kein leben, keinen grund. keine welt. nur diese angst.

ich muß in einer grundlegend anderen gelebt haben. damals.

spiritus sanctus

beim frühstück, nach dem frühstück, den ganzen morgen im grunde auf dem balkon, versteckt hinter dem tomatenwald. musik, die einen radius um mich zirkelt, mich schützt, aber nicht völlig abschirmt. von unten andere musik, die vorbeifährt, zügig zum glück, rollergeheule und kreissägengepfeife von weit, hundegebell und darauf folgendes männergebrüll. (hundehalter in neukölln sind eine eigenartige spezies.) modeschimpfwort live erlebt und damit verifiziert: schwabenkind. (es ist soweit, jetzt auch in neukölln.) erste bienen, die von den blüten naschen. das buch von gestern fertiglesen. zum abschied die tomaten hochbinden, sie rüsten für die kommenden stürme. dann gießen und geizen. bei all dem einen grandiosen pickel am kinn haben, als wäre ich in der pubertät. so alt bin ich oder so jung heute.

jetzt an die arbeit.

going (5)

immer noch unzufrieden mit meiner maladen arbeitsstruktur. wenn mein tag fast am ende ist, dann – endlich – fange ich an zu schreiben. das funktioniert, irgendwie zumindest, ich schaffe ein bißchen was, jeden tag. es fließt auch, kein problem, also keine quälerei bislang. zum glück. die arbeitsmoral ist es demensprechend nicht, an der es hapert. aber es fühlt sich nicht gut an, nicht wirklich effektiv.

wirre tage eben, hektisch und verplant, an deren ende ich mich doch noch in den text wage, immer in der angst, hinten raus keinen brauchbaren abschluß finden zu können. so ein tag ist ja auch mal vorbei, und am nächsten braucht es dann etwas, an das man anküpfen kann. schreiben ist planung, arbeit und planung, das vor allem. das schweben und greifen in etwas, was es kurz davor noch nicht gegeben hat, die sind nur momente. wenn auch genau die das geschenk sind, um deret willen ich das alles überhaupt nur tue.

nicht ist also so, wie man sich das vielleicht vorstellt. schreiben im café, das wäre schön. geht ja heute, alles, die technik spricht durchaus dafür. oder schreiben in der nacht, entspannt und inspiriert bei einem glas rotwein. keine chance, das ist aus meiner sicht alles nur illusion.

auf dem plan für morgen stehen einige klärungen und strukturarbeit, höchste zeit. vielleicht krieg ich dann auch hier ein bißchen was klareres hin. schrieben dann aber wieder erst am abend, denke ich. denn dazwischen liegt ein bißchen tango.

jetzt: lesen. (gutnacht)

touched

was mir früher schnell zu wut und raserei wurde und was ich aus diesem grund mehr und mehr gemieden habe, ist mir heute mit leichtigkeit mitunter freude und berührung, eine lust sogar. ist es die musik oder bin ich es, die sich verändert? und ist der tango schuld daran, nicht zuletzt?

going (4)

well. den ganzen tag viel zu tun gehabt, sachen erledigen, geld verdienen, balkonregal umbauen. (warum auch immer.) geschrieben wieder erst spät, es war schon dunkel, obwohl ich mit der anstehenden szene und zwei dialogfetzen aufgewacht bin, sie sogar notiert habe. das gefällt mir nicht, aber es scheint zu funktionieren. einstweilen. in zwei stunden über eine halbe seite grobes material geschrieben, an dem ich mich dann entlanghangeln, es zurechtbiegen und ausweiten kann, morgen oder übermorgen. das ist fantastisch.

strecke machen, so habe ich das früher genannt. ich erinnere mich. einen pfad ins dickicht schlagen. ein versuch, mehr ist es nie.

in ruhe

auf dem weg vom tangounterricht nach hause, immer montags, immer nachts, noch eine kleine runde fahren. nicht viel, die sonnenallee runter, die kiefholzstraße wieder rauf bis zu mir. wie könnte ich jemals erklären, es in worte fassen, was es bedeutet, diese 250 kilo metall, gummi, öl und sprit* durch die nacht zu bewegen. diese leichtigkeit und milde, die sanftheit und ruhe von so viel kraft.

nachts ist das besonders spürbar, gegenwärtig, greifbar fast, das paradoxe daran. das glück einer bewegung, die über das selbst weit hinausgeht. so weit, daß es sich im grunde jeder kontrolle entzieht. und damit die illusion eines stabilen lebens imitiert.

dieses glück, kaum zu begreifen. und wie zu teilen? oder auch nur mitzuteilen.

darüber geht nur musik.

* und rost natürlich, in meinem fall.

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