am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

sonntagsrache

ein kopfschmerzsonntag. keine migräne, nur dieses elende hinterkopfdrücken. vielleicht habe ich zuviel geschlafen. nach der nachtschicht von freitag und dem doch recht arbeitsreichen samstag, habe ich heute mal den wecker wecker sein lassen. sowas rächt sich, immer.
an die arbeit also!

wip – zügig

nachmittags erst setze ich mich an den text, eher gelangeweilt, muß ich sagen. oder besser abgelenkt, andere dinge gehen mir im kopf herum. seit gestern abend schon. trotzdem bin ich schnell im sog des geschehens. das ist beruhigend, das ist gut.
die anstehenden szenen sind nicht besonders schwer, hier und da klemmt es, aber das ist alles in den griff zu kriegen. vier szenen gehen so durch mein hirn und mein herz.
ich stelle fest, daß sich seit kurzen wieder leichte inhaltliche veränderungen einschleichen. eine ganze weile war das nicht so. jetzt fällt mir die eine oder andere ungenauigkeit auf. auch leichte veränderungen und verschiebungen, nicht nur bei den beiden personen, wie ich letztens schon erwähnt hatte. solche dinge irritieren mich, immer.
ich frage mich also: war ich in letzter zeit nicht aufmerksam genug und werde jetzt erst wieder wach? habe ich also geschlampt? ist es vielleicht so, daß das spannungslevel gerade ein wenig sinkt? (wär ja nicht so toll!) oder soll es einfach so sein? alles ist schließlich zufall, auch die textgestalt, die über eine gewissen zeitraum entsteht, zwangsläufig, somit durch (meine) unterschiedliche zeiten beeinflußt wird. das kann man ja auch nie wissen, voher. was alles geschehen und vielleicht auch einfließen wird.
ein text wie aus einem guß zu schaffen, das ist vermutlich ein traum.

schlaflos

nachtarbeit, ungeWIPt, aber besser als nichts. (kann eh nicht schlafen.) immer noch an der neuen page, es wird langsam. möglicherweise.

scheiße,

wenn es beim fahrradreparieren nach scheiße riecht. aber die bremse geht wieder. (das könnte man wohl auch unter ‚berlin‘ rubrizieren.)

ergebnislos

zwei stunden am fahrrad herumgeschraubt, versucht, die gerissene bremse zu richten. ohne erfolg. beziehungsweise mit dem erfolg, daß es jetzt zunächst einmal noch schlimmer aussieht und das besorgte ersatzteil vermutlich hin ist.
verdammt, ich war echt schon mal besser.

creative writing?

die amis sind mir ja ein bißchen suspekt, auch in ihren kreativtechniken, wie ich bereits hier und auch hier deutlich zu machen versuchte. daß aber die berühmt berüchtigten schreibblockaden, die wahrlich ein horror sein können, da drüben mittlerweile tatsächlich unter anderen auch medikamentös angegangen werden, zumindest aber offensichtlich als krankheit etabliert (gebrandmarkt?) werden sollen, das hätte ich dann doch nicht gedacht.

zugzwang

es ist nicht unbedingt empfehlenswert, in berlin, auf regennassen straßen, derart eilig auf dem rad unterwegs zu sein, daß jederzeit schnellstes bremsen erforderlich ist. zumindest dann nicht, wenn der bowdenzug einer der beiden bremsen offensichtlich höchst geneigt ist, jeden moment zu reißen. (was durchaus als erlaubt zu betrachten ist, nach fast 30jähriger zweigeteilter zuständigkeit.) etwa in dem moment, da es, quer zur vielbefahrenen sonnenallee, über einen fußgängerüberweg, in den gegenverkehr.
nun gut, es gibt, wie bereits erwähnt, zwei bremsen. darüber hinaus sind berliner autofahrer, meistens sogar in neukölln, auf dumme radfahrgewohnheiten jederzeit eingestellt.

wip – lust?

es ist seltsam, wenn der text ausbricht, seitlich entweicht, ohne jedoch wegzurutschen oder gar in sich zusammenzufallen. nein, es ist anders, er macht sich partiell selbständig. als letzte zeile steht da zum beispiel:
Das Leben. Reine Lust.
das ist befremdlich, das kann doch nicht von mir sein, denke ich.
aber es ist so. und es ist richig. mein gefühl zumindest, das derzeit hochaktive textverständnis, sagt, daß die szene fertig ist. daß ich weitermachen soll.
nächste szene!

wip – geblätter

müde und orientierungslos blättere ich im manuskript. das fühlt sich nicht an wie arbeit, sondern einfach nur müde und orientierungslos. doch das täuscht, auch das muß sein. zwar habe ich die namen und figuren klar vor augen, auch deren funktion und der weitere verlauf ist mir völlig bewußt. ich weiß, wo es langgeht, der text steht ja schon, und das nicht nur grob. der weg ist vorgezeichnet, viel abweichung davon wird es kaum noch geben. doch die feinheiten, die kleineren schwünge, die privatesten einzelheiten finden sich zum teil erst noch ein.
das augenzwinkern und herzrasen, die geringen blutdruckabweichungen wie die naturgebenen einschränkungen des textkörpers, die gilt es zu ermessen und auszuwerten.
zum beispiel gibt es da zwei figuren, die sich irgendwie ähnlich sind. das ist in ordnung, das muß so sein. aber es birgt auch probleme, vor allem solcher art, daß die spannung einbrechen könnte. also muß die vorgeschichte der beiden sich deutlicher unterscheiden, so schwer mir das auch fallen wird. es tut mir fast leid für die eine figur, die es vorwiegend betreffen und die damit eine zusätzliche nuance erhalten wird. eine trübung, wie ich zugeben muß. so zumindest habe ich es mir gerade notiert.
aber wer weiß, wie sich das entwickeln wird. es handelt sich ja nicht um schachfiguren, die ein deutlich begenztes potential haben. mitunter tun ja selbst noch so gut gebriefte und bis ins letzte ausformulierte figuren einfach trotzdem was sie wollen.

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