am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

haltlos beglückt

wieder ein wochenende durchgearbeitet, diesemal mit einem guten rhythmus. schöne wechsel zwischen der einen und der anderen tätigkeit. wirklich gelungene übergänge, das eine abschließen und wegpacken, dann das andere hervorholen und loslegen. fließend, so hab ich das gern. mal sehen, wie lange sich das hält. ich drücke mir selbst die dauen, das wäre zu schön.

daneben gab es auf 3sat saltkrokan und bullerbü, eigenartige kindergeschichten von astrid lindgren. filme, in denen viel komisch gesungen wird, dämliche schlaflieder vor allem, und eher wenig frauen vorkommen. mädchen aber schon, wenn auch längst noch keine pippi und schon gar keine ronja. danach war mir aber sowieso nicht. die musik dagegen hat mich zurückversetzt, sicher an die fünfzig jahre. ein akkordeon, das war auch eigenartig.

und dann, während die welt da draußen langsam aber sicher durchzudrehen beginnt, so viele in einer reichweite und jedes auf eine andere art, dennoch irgendwie gleichzeitig. jetzt. da stelle ich fest, dass ich auf einmal ganz ruhig werde, beinah zufrieden. ein hauch von glück, immer wieder mal zwischendurch, das ist eine überraschung, aber was soll man tun, wenn man nichts mehr tun kann. der kampf, den ich vor nunmehr fast zwei jahren noch gekämpft habe, verzeifelt fast. das bemühen, mir mein leben in der welt irgendwie zu erhalten, trotz allem. der ist lange verloren. und auf einmal ist es mir egal, was ich werde, was ich bin. es ist vorbei.

jetzt schaue ich also, aus meiner wohnung heraus oder ins internet, wie menschen daran verzweifeln, dass es keine sicherheit gibt im leben. dass regeln keine rolle spielen, sowieso keinen bestand haben und auf menschen kein verlass ist. jetzt wissen sie also, denke ich, wo ich herkomme. sie erleben es selbst, das bodenlose, das nichts. haltlos, wie ich aufgewachsen bin.

dann wird mir klar, fast im selben moment: nein, das werden sie nie. es wird sein, wie immer, danach. für mich unerreichbar. und das ist gut, ich bin einverstanden.

wie ich auch meiner sterblichkeit verbunden bin, auf ewig.

bonding/154

es ist schon seltsam, von einem frischen, gerade im entstehen begriffenen text in einen anderen, irgendwie alten zurückzuspringen. und das nach ziemlich genau einem jahr. es gelingt recht gut, ich will nicht meckern. nach den ersten vierzehn seiten ist schon eine komplette seite gutgemacht. also gekürzt, denn kürzen ist das, worauf es jetzt ankommt.

dennoch ist es seltsam, gänzlich anders. fast ist es mir fremd, was ich da lese. (so schnell kann das gehen.) natürlich ist es relativ leicht, im moment zumindest, die ungefähr fünfte überarbeitung eines textes zu machen. viel leichter, auf den ersten blick, als einen ganz und gar neuen ansatz zu versuchen, zu wagen beinah. (ich weiß ich ja immer noch nicht so recht, was ich da auf die seite gelegt habe.) wobei jetzt, in dem alten text sicher noch etliche passagen kommen werden, die mich deutlich mehr fordern als das derzeitige kapitel, da bin ich ziemlich sicher.

aktuell kommt es mir ein wenig so vor, als würde der sehr reduzierte stil des neuen textes, um den ich mich nun seit wochen, monaten so sehr bemüht habe, den blick schärfen, um die ziemlich deutlichen längen des jetzigen textes erkennen zu können. es wäre gut und wirklich hilfreich, wenn sich das bewahrheiten könnte. vor allem, wenn es dann auch so bleiben würde. aber wenn nicht, naja. ich bin ja ohnehin keine ganz so schlechte kürzerin, das wird also auch so gehen. nur anstrengender wäre es dann wohl.

jede woche ein kapitel zu schaffen, das wäre schön. vielleicht gelingt mir das ja. aber vermutlich eher nicht, denke ich mal. so ehrlich will ich mit mir sein. es kann so viel dazwischenkommen. (und nein, ich hab jetzt nicht nachgeguckt und durchgezählt, wie lange ich dann brauchen würde. ich steh jetzt auch nicht mehr auf aus dem bett, um das zu machen. hoffe ich!)

dreierlei

heute waren die fensterbauer zum zweiten mal da, um sich zum zweiten mal um das festsitzende oberlicht der balkontür zu kümmern. das hat nun schon zum zweiten mal nicht geklappt. das fenster macht sich einen spaß und sitzt nach ein paar stunden wieder bombenfest. zum zweiten mal jetzt, also werde ich da gleich morgen noch einmal anrufen dürfen. auch zum zweiten mal.

vor und nach dem besuch der fensterbauer habe ich viel von dem übersetzt, was ich gestern recht akribisch vorbereitet habe. das lief ganz gut, flott vor allen, nach dem SEO-scheiß der letzten wochen, wenn nicht monaten. diese verdammten satzfragmente und das ständige buchstabenzählen, das war ein einziges elend. natürlich habe ich jetzt, wo es wieder um fließtext geht, gleich wieder ein paar fehler in den vorlagen entdeckt. das ist im grunde völlig normal, übersetzen ist eben auch qualitätsmanagement. immer.

zuletzt dann noch in den text, das anstehende kapitel hatte ich ja ebenfalls gestern schon zur überarbeitung aufbereitet. das war ein ausgezeichneter wiedereinstieg, es lief einfach, fast wie von selbst. (viel gekürzt, da stand aber auch mächtig viel geschmadder. himmel! aber dazu ein andermal.)

und draußen ist schnee, aber das ist mir jetzt zuviel.

sonst noch was

was für ein verdammter tag.

erst im brotberuf endlich diesen verflixten brocken bewältigt, mit dem ich jetzt fast zwei wochen gekämpft habe. ein lernkampf noch dazu, fast ohne produktivität. das nervt ja besonders. und so richtig zufrieden bin ich immer noch nicht. im gegenteil, es könnte auch daneben gegangen sein. das werde ich sehen, nächste woche oder so.

dann bei meiner physiotherapeutin auf dem tisch. (sagt man das so?) und währen sie meinen arsch dehnt, damit mir die tangoachten besser gelingen, rede ich über kampfsport und andere dinge, die früher einmal waren. später, als ich allein in der wärme liege, träume ich, wie ich als kind träumen konnte. irgendwo zwischen bewusst und abwesend.

zuhause wechsel ich in die andere arbeit, sortiere die verschiedenen aufgabenstellungen, von denen sich mächtig viele angesammelt haben. ich verschaffe mir übersicht und versuche einen plan. der steht noch nicht so recht, aber eine idee scheint sich durchzusetzen, ist fast schon ein gefasster entschluss. einen recht umfangreichen teilbereich werde ich, wenn es irgendwie geht, auslagern und an jemand anders delegieren lassen. zumindest die rohübersetzung, danach kann das auch wieder in meine hand. aber grundsätzlich ist das einfach nicht mein fachgebiet. (fühlt sich richtig an, auch wenn ich damit auf geld verzichte.)

zuletzt noch in den text geschaut, den roman. das kapitel, das zur überarbeitung ansteht. auch hier: mir einen überblick verschafft, die verschiedenen abschnitte erfasst und die stimmung und die übergänge notiert. auch die schwierigkeiten gesehen. alles gut, wunderbar. das mache ich am liebsten, am besten. das macht mir keine angst, niemals.

und so war dieser tag ein wirklich guter tag. das wetter könnte besser sein, aber das licht war schön. corona könnte auch weg, von mir aus. aber sonst!?

bonding/153

also! zurück in diesen text, nach über einem jahr. die letzten überarbeitungen stehen an. ein ziemlicher stapel, dessen anblick mir auf den ersten blick keinen spaß bereitet. ich habe es gerade eben so geschafft, die mappe aus dem regal zu nehmen und einen batzen von zirka hundert seiten abzuzirkeln. darin wird ein inhaltlicher bogen geschlagen, der mir überblickbar erscheint. zu erfassen und zu bearbeiten, bis etwa mitte februar.

hoffe ich. wenn da nur nicht all die andere arbeit wäre.

jetzt

ist ja nicht so, das ich zu wenig arbeit habe. zieht sich jetzt auch noch alles ein wenig zu. muss also jetzt anfangen, meine zeit zu planen. nicht erst morgen nachmittag oder so: jetzt!

ist nicht lustig, aber. sonst schaffe ich das alles nicht. weder jetzt noch gleich.

zum abend schnell noch ein paar worte finden. heute nicht, auch wenn es unbefriedigend ist. auch für mich. wenn es keine worte mehr gibt.

ich gehe in einen laden, um eine waffe zu kaufen. ich weiß, dass das ein aufwand wird, man braucht zeugnisse, bescheinigungen und so weiter. gründe vor allem, bevor man überhaupt einen antrag stellen kann. ich weiß nicht, ich habe nichts davon. doch alles geht ganz einfach. so eine art colt mit trommel, wie ich ihn als kind aus plastik hatte, darf ich gleich mit nach hause nehmen. ohne zu bezahlen, erstmal so zur probe. ich weiß dann aber nicht, was ich damit probieren könnte. ich will das ding gerade zurückbringen, da werde ich wach.

#insight

müde. es gibt keinen halt in der welt, das ist nicht neu. das ist so gemeint, ich hatte es nur vergessen. kalt ist es auch zurzeit, doch mein leben ist zurück. mein sein und mein tun, das alles funktioniert wieder weitgehend gut. nur bin ich außerhalb von dem, wie es anderen sein mag in der welt. mir ist diese welt illusion. ich bin jetzt, wie es früher schon war. in die enge genommen. allein.

so ist es endlich gut, das ist mir ein zuhause.

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