am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

schreibzeit (60)

schreibpause. das heißt bei mir, dass ich heute tatsächlich nur das kapitel noch einmal überflogen habe, dass ich am donnerstag bereits durchgegangen bin. und etwas mehr als zwei seiten von dem danach.

also so etwa drei stunden heute, vielleicht auch vier. dann war schluss.

hirn und körper sagen mir seitdem: das war zuviel.

naja, was soll ich sagen?

schreiben ist nie zuende.

schreibzeit (59)

manchmal ist schreiben die hölle, eigentlich sogar ziemlich oft. dann gibt es tage, da will es mich fressen, auf immer vernichten. das gibt es nicht zu oft, zum glück, aber gestern war so einer.

keine ahnung, ob es an meiner körperlichen verfassung lag, bedingt durch die last des letzten jahres. corona-jahr nummer eins. bedingt auch durch die viele arbeit in den letzten fünf jahren, nahzu nahtlos, ohne wochenenden oder urlaub. dazu die monatelangen rheumaschmerzen, die unfähigkeit zu schlafen, gefolgt von der trennung vor nunmehr bald zwei jahren. alles das vielleicht.

aber eigentlich wohl doch nur das material, dieses eine kapitel, reichlich verzockt, dabei aber ziemlich wichtig. das war klar, in dem moment, in dem ich es durchsah. und erst recht, als ich angefangen habe, es zu bearbeiten. diese wucht, die mich zu erdrücken drohte. gruselige erinnerungen auch an MEMORY, damals. den text, den ich kaputtgeschrieben habe, letztendlich. der über wochen, wenn nicht monate, in der art auf mir lag. bis ich abgebrochen habe, ihn begraben, irgendwo in mir. und auf der festplatte natürlich.

am morgen habe ich angefangen, den tag über fast nichts geschafft und nichts verstanden. nicht gewusst, was ich tun sollte. bis weit in die nacht dann aber doch gearbeitet, überarbeitet, geschreiben halt. weil es dann auf einmal doch ging. bis tief in die nacht im text, bis tief in die erschöpfung, physisch wie kongnitiv. das ist keine hölle, das ist vernichtung.

am morgen dann festgestellt, dass es so schlecht gar nicht geworden ist. zwei oder drei stellen, die sich festgehakt hatten und nicht so leicht gelöst sein wollten. aber eigentlich nur kleinigkeiten. anschließend gleich das nächste kapitel, ein kleines zum glück. jetzt bin ich zuversichtlich, dass es morgen weitergeht. recht flüssig sogar, hoffe ich.

zwei wirklich schlimme tage. gestern war alles eine einzige schreibqual, unerträglich. ein unglaublich schwieriges kapitel. dazu die sich immer weiter zuspitzende corona-situation, die mich wieder tiefer in die isolation treibt. was nicht das schlimmste ist. schlimm ist die vergangenheit, die mir von allen seiten getriggert wird, dass ich mich kaum retten kann. ich sitze hier, allein zu hause, und kämpfe um meine integrität.

heute wieder etwas, das ich früher migräne genannt hätte. nicht wirklich genau so, aber vom gemüt her passt es. darüber hinweg das schreiben, immerhin, das hat ganz gut funktioniert. das geburtskapitel. (ist echt nicht leicht.) als es dunkel wurde, wurde es besser. noch besser, nachdem ich ein bisschen was gebaut habe. eine kleinigkeit nur, aber fein. ein bisschen ibu war auch mit im spiel.

dann die bilder vom trump mob vor dem capitol. ich meine, im capitol. jetzt bin ich müde.

noch so ein trüber tag. dunkelgrau bis grottenschwarz, auch tief in mir.

ich sitze da und arbeite, ein bisschen an den übersetzungen, eine rechnung schreiben, dann im roman. nichts funktioniert so richtig. kurz, sehr kurz öffnet sich dieses fenster, dahinter das land, in dem ich all das einfach seinlassen würde. ausgerechnet mitten im romantext passiert das. dieses absolutes: ich will nicht mehr. nichts. und das macht auch nichts, es hat ja doch keinen wert.

zum glück bin ich zu alt, um so etwas ernst zu nehmen. ich weiß, dass unlust die qualität meines schreibens nicht beeinflusst. also schreibe ich, wühle mich durch den totel verdreheten text, den es durchzukämmen gilt. das dauert und dauert, aber es funktioniert. letztendlich.

darüber hinaus habe ich nur das vor langer zeit schon abgefallende frontschmuckteil wieder ans rennrad geklebt und ihm außerdem etwas luft gepumpt. damit wäre es fahrbereit. ich mag es so sehr, es ist ein echt schönes teil. leicht wie ein hüpfer, aber auch unglaublich hektisch. immer noch macht es mir eine heidenangst. dennoch werde ich es ab dem frühjahr oder so endlich auch mal wieder ausfahren. hoffe ich.

raus aufs feld.

bonding (145)

wie vermutet: das aktuelle kapitel ist deutlich schwieriger. nur ein drittel davon habe ich heute geschafft, obwohl ich sorgfältig vorgearbeitet habe. dann bin ich es strukturiert angegangen, sogar pausen und die erledigung von anderem zeug war eingeplant. außerdem habe ich damit schon gestern begonnen, nachdem das letzte kapitel wirklich schnell durch war.

es ist einfach kein gutes gefühl, wenn es so anstrengend ist. wenn der text derart zäh ist, dass er sich nur schwer behandeln lässt. die frage ist auch, warum ich ihn vor etwa zwei jahren offensichtlich für gut befunden habe.

darauf gibt es natürlich richtige und kluge antworten, die ich hier nicht wiederholen muss. nur eines vielleicht: zeit macht einen unterschied. immer.

im grunde jammere ich aber gerade auf hohem niveau. alles ist gut, der text gewinnt ungemein. auch und gerade, weil ich viel wegnehme. das ist großartig.

ich hoffe, ich lüge mich damit nicht an. aber egal. wenn ich es nicht merke, irgendwann, werden andere es sehen. ohne zweifel.

#insight

am samstag den ganzen tag so ein montagsgefühl gehabt. kein wunder natürlich, wenn der freitag ein feiertag nach einem halbtag ist. silvester und heligabend sind ja irgendwie zwischentage, wie normalerwesie nur der samstag. und rosenmontag auch, wenigstens früher. im westen.

seit einiger zeit sage ich das so: im westen. damit bin ich dermaßen berlin, dass mir das ein bisschen peinlich ist. wo ich doch eigentlich immer mehr den eindruck habe, dass ich durch bin mit dieser stadt. durch und durch, irgendwie.

2021 beginnt mit miesester stimmung. zwar hat es geschneit heute, es ist sogar ein wenig davon liegengeblieben. das könnte das gemüt aufhellen, sollte man meinen. doch die welt ist, was sie ist, seit fast einem jahr. und es wird schlimmer.

ich mag keine illusionen mehr stemmen. vor wochen schon ist mir die zeit gebrochen, tief in mir habe ich den zusammenhang verloren. alles, was vorher war, ist verbrannt. ich bin noch da, doch mir bleibt nur noch, was früher war.

mein elender grund, über den ich nun doch wieder etwas lerne. ich dachte, damit sei ich durch, so weit es nur geht. jetzt weiß ich, dass es immer weitergeht. es hat mich nie verlassen hat. und wird mich nicht verlassen, wobei ich das durchaus begrüße.

das macht mich seltsam, vielleicht. so wie früher, doch da wusste ich von nichts. diese zeit dagegen, jetzt. macht mich ganz unten, ganz tief verzweifelt klar.

bonding (144)

gegen neun aufgewacht, dann aber weiter geschlafen bis nach elf. ich war spät nach hause gekommen, hatte lange wach gelegen in der silvesternacht.

trotzdem das ganze anstehende kapitel geschafft. ein durchgang, ohne große schwiergkeiten, nur strukturiert und gekürzt natürlich. morgen muss ich hoffentlich nur noch einmal drüberfliegen, mehr oder weniger kurz.

dann weiter. das nächste kapitel wird schwieriger, fürchte ich. aber eines nach dem anderen. es sind nur noch fünfzig seiten bis zu dem verabredeten punkt. und der januar hat gerade erst angefangen.

2021

um mitternacht war es recht still. wir haben schnaps getrunken, draußen, und wunderkerzen geschwenkt. wir haben auf ein neues angestoßen, uns kein gutes neues gewünscht. wir haben uns nicht berührt, nur das anwesende ehepaar hat ein bißchen geküsst.

wir haben viel gelacht, und es war sehr traurig. ein leerer sog, von tief unten, auch der unheimlich still. ich sage nichts darüber, nie, wenn ich unter menschen bin. das habe ich verstanden, dass sie davon nichts wissen wollen. höchstwahrscheinlch ist es sowieso nur mein ganz persönlicher sog, und alle anderen haben rein gar nichts davon.

also verschweige ich, was ich weiß. nur in meinem schreiben komme ich vor. (wieder dieses glück, dass das jetzt absehbar nicht mehr ins leere läuft.) so war es schon immer, nur habe ich es in letzter zeit nicht mehr so recht glauben können. 2020 hat alle illusionen zerstört.

und 2021 wird das jahr der bewussten leere. vielleicht.

70

zerstören und wachsen und heilen. alle feuer entfachen und lenken.

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