am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

mich kurzerhand selbst für gesund erklärt, gestern schon. stimmt auch so einigermaßen, nur müde bin ich noch. unendlich müde. im gegensatz zur letzten woche ist das diesmal allerdings erlaubt. es kann also nur besser werden.

fit bin ich immer noch nicht, aber so ganz und gar nicht. dabei haben die anstehenden terminierungen heute beinah nahtlos geklappt, mühselig schleppe ich mich nun da hindurch. mehr ist zum glück nicht zu tun, doch es ist einigermaßen  gruselig. vor allem, die eigenen konzentrationsdefizite derart deutlich vor augen zu haben. alles dauert gefühlte drei mal so lang, und es kostet zehnmal soviel kraft. (zehn minuten oder so, und ich falle in die falle wie tot.)

dabei quietscht und jammert der blöde laptoplüfter den ganzen tag schon im sekundentakt. das nervt langsam, aber sowas von. ich vermag es gar nicht auszudrücken.

aber bald ist ja frühling, versprochen. draußen an den straßenlampen hängen übrigens gerade die eiszapfen.

das kreisen der dinge bei 39°

das wochenende, das eigentlich zum auskurieren gedacht war, de facto dafür genutzt, um diesmal so richtig krank zu werden. soviel steht fest, also mal was ganz neues. mit fieber sogar. zwischen keuchen und japsen, frieren und schwitzen immer wieder diese bilder von früher. die dinge, die so schön waren.

gegenstände meine ich: holz und leim, blechspielzeug, stifte und papier. das gummi in den federmäppchen, reißverschlüsse, gute und schlechte, lederranzen und bonbonpapiere. die kleinen kugeln in den füllerpatronen. der alte zirkel meines vaters, den habe ich immer noch.

danach erst kamen die worte. zirkel zum beispiel. zirkel. was für ein wort, passgenau und schön.

autarkie

über nacht fast zwei kilo ausgeschwitzt. fieber ist besser als sauna, das merk ich mir. alle anstehenden telefonate durchgestanden, das eine, angenehm persönliche besonders gern. das letzte, ganz und gar persönliche folgt noch. außerdem hätte ich jetzt gern etwas asiatisches mit huhn, viel gemüse und sojasauce. geht aber nicht. holen wäre zu anstrengend, und genug geld zum bestellen ist gerade nicht im haus. schade. scheiße manchmal, das mit der selbstverantwortung.

ich bin krank. naja, nicht so richtig. ein bißchen vielleicht. kalt ist mir und das hirn eine einzige denkpampe. aus den bronchien reißt es nicht besonders geschmackvollen rotz. ich mache es wie immer, wie als kind. ich halte still. so geht der tag, durch die taumelhaftige fremdheit des körpers, ohne rücksicht auf das wunde innere. nur daß mir niemand mehr dabei zusieht, zum glück. keiner da, dem ich normalität vorspiegeln müßte. auch das noch. nein, das ist vorbei.

schleichende obsession?

gestern tangomusik geschenkt bekommen und heute dann gleich bei der morgendlichen fleißarbeit durchgehört. viel akkordeon, was zu erwarten war. für mich, aus sehr persönlichen gründen, nun ja: gewöhnungsbedürftig. danach noch mehr tangomusik geschenkt bekommen. noch mehr akkordeon. gegen drei dann alles konvertiert und auf den player gepackt, was sonst.

fazit: im supermarkt mit dem einkaufswagen geübt. war sehr folgsam, das ding.

wenn ich den kopf nach hinten lege, verschwindet die welt. alles ich, wie im rausch. und da ist nichts, nur erschöpfung.

postgender

während ich unter der sitzbank umständlich mit einem extra zurechtgebogenen schraubendreher hantiere, um der kawa ihre batterie entnehmen zu können – welcher verdammte trottel hat das eigentlich so konstruiert? – bleibt ein kind, zirka zwei jahre alt, vor mir stehen. neben ihm der vater oder ein anderer männlicher begleiter, beide schweigen. das kind mit großen augen, offensichtlich neugierig, der mann vermutlich ratlos. meine hände, definitiv zu zart und viel zu klein für einen mann. selbst für eine frau, kinderhände im grunde. doch die arbeit, die inbus- und maulschlüssel, das polfett und überhaupt: 250kg motorrad, das ist nichts für eine frau.

da können wir nicht warten, erklärt er schließlich dem kind. dieser mensch holt die batterie da raus, das dauert.

ich grinse das kind an. es grinst zurück, so einfach ist das. und er hat recht, der mann. ich bin ein mensch.

hinhören

ein lichter tag, der mit träumen von meiner mutter begonnen hat. wir sitzen in einem zug, und sie beschimpft mich, weil ich so alt und häßlich geworden bin. was alles aus mir hätte werden können, schauspielerin zum beispiel. ich höre nicht hin, ich höre musik. aber ich höre hindurch, wie immer.

dann lese ich über das halmaspielen. ich erzähle ja diese geschichten nicht mehr, das habe ich 25 jahre lang gemacht. das reicht, ich bin es leid. würde ich noch erzählen, es wäre so wie das mit dem halma. in etwa zumindest, nur wenig anders. harmloser. und schlimmer.

bis auf weiteres bleibe ich trostlos. heute.

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