am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

anfänger

suche nach dem dringend nötigen ansatz. eigentlich sieht es nicht schlecht aus, das eine oder andere entwickelt sich bereits. ein anfang ist dennoch nicht in sicht. (vielleicht einfach mal planen?)

novella (20)

heute morgen überraschend in die basisarbeit eingestiegen. personal ausformulieren, grundstruktur legen, orte, alter und namen festlegen. daran hat es nun schon allzu lange gefehlt, das war wirklich allerhöchste zeit.

auf der suche den esoterischen namensgenerator gefunden,  zum brüllen komisch. (für meine zwecke natürlich zu teuer, da muß ich wohl doch selber schütteln.)

den bisherigen titel habe ich übrigens gestrichen, sogar als arbeitstitel, und versuche einstweilen ohne weiterzukommen. eine novelle bleibt das ding aber. denke ich.

novella (19)

kurz vor schluß denke ich darüber nach, wie ich mit dem vor monaten angefangenen text weitermachen könnte. nein, anders: ich versuche mich irgendwie zurückzuwühlen, mehr nicht. nicht mehr heute. alles ganz vorsichtig und langsam, nur nichts überstürzen oder erzwingen. glatte zeit, egal wie lang. oder wie kurz. herausgekramt habe ich den hefter schon, immerhin. zusammengesammelte infos, zusammengekritzelte notizen, kaum noch lesbar. (das wird auch immer schlimmer.) dazu etwas über 40 seiten rohtext.

was hatte ich damit vor? wie kriege ich eine hauptfigur auf die reihe, die nicht kämpft? und das heute, wo jeder, der zufällig noch nie etwas gewonnen hat, gleich als verlierer gilt. und alle anderen als versager, sowieso. außer denen natürlich, die ausreichend hecheln und scheffeln können. leistungsträger, wenn man so will. platt gesagt. wie soll ich das anstellen, ohne daß es wie gejammer aussieht? (obwohl der vorwurf ganz bestimmt kommen wird.)

keine ahnung. aber genau so soll es sein, das weiß ich noch.

memorise

vergangenheit ist ein dehnbares ding. sie durchzieht die zeit bis in die gegenwart, manifestiert sich mal so und dann wieder ganz anders. diese uhr zum beispiel, derzeit tickt sie wieder leise vor sich hin. und das mit dem timing krieg ich sicher auch noch in den griff, irgendwie. irgendwann.

auch karnap, der nördlichste zipfel essens, wurde in dem zusammenhang hochgespült. ein themenkomplex, aus dem bereits geschichten entstanden sind. das ist lange her, aber möglicherweise gibt es bald mal wieder mehr dazu. alles ist verwoben und verschlungen. nichts ist fertig oder abgeschlossen. niemals. sogar die hiesigen häuslichen bauarbeiten gehören unverkennbar in diesen reigen.

denn in karnap habe ich zu bauen begonnen.

da stehe ich, mitten in meinem sandhaufen. einen kasten dazu gab es nicht. das material wurde einfach ausgekippt und später, nach beendigung der nachmittäglichen bauphase, wieder zusammengefegt und in einer kiste verstaut. einmal im jahr wurde die substanz aufgefrischt, die zwangsläufigen verluste wieder aufgestockt. in dem schuppen hinter mir habe ich zum ersten mal einen hammer in der hand gehabt. bald darauf gab es dort auch einen kleinen schrank, in dem ich mein eigenes werkzeug aufbewahren durfte. einen federleichten hammer, den ich selten benutzte. die echten, schweren funktionierten einfach besser. darüber hinaus gab es für mich zwei schraubendreher, eine feile und einen kleinen zollstock. dazu ein paar schrauben und nägel, soweit ich mich erinnere. alles nur für mich.

eigentlich aber gehörte dieser schuppen – stall genannt, weil er im und nach dem krieg wohl ein solcher gewesen sein muß – meinem opa. dort ging er hin, wenn er seine ruhe haben wollte. dort sägte und hackte er das anmachholz, im winter wie auch im sommer. dort reparierte  er kaputte geräte, bügeleisen oder bohrmaschinen. alles, was ihm in die finger kam, wurde auseinandergenommen. und zumindest versuchte er es, die dinge wieder funktionsfähig zusammenzubekommen. ich ahne, daß im das nicht immer gelungen sein kann. manchmal fettete mein opa auch einfach seine schrauben und nägel, wenn er sonst nichts zu tun hatte. rost im stall war sein erbitterter feind.

auch das neue uhrengehäuse wird mein opa genau dort zusammengebaut haben. so kam das also mit dem bauen. und dem schreiben. bei mir. über vierzig jahre ist das her, und im moment ist es mir nah wie gestern.

(was ich mich allerdings frage ist, wo nur diese grandiosen beine in der zwischenzeit hingekommen sein könnten. und mich wundert, sehr, daß die stalltür kein schloß hat, sondern nur mit einem holzkeil gesichert ist. ich erinnere mich an ein vorhängeschloß, das immer auf den kopf gehängt werden mußte, damit das wasser nicht hineinfließt. zeiten waren das, damals.)

muße

ein erstes kleines sommerloch tut sich auf. die stadt ist recht leer und ruhig, von hitze keine spur. im gegenteil, ein hauch von entspannung liegt in der luft. und irgendwo liegt auch dieser text herum, den ich seit über einem halben jahr nicht angefasst habe. geschweige denn, etwas daran gearbeitet.

memory

das alte spiel, eine karte auf die andere. erinnerungspaare finden oder erfinden. das gedächtnis scheint beständig damit beschäftigt. so entsteht ordnung im hirngestrüpp. so entstehen geschichten, so entsteht auch geschichte. oder aber beides.

eine ard-dokumentation zum thema integration in deutschen schulen erinnert mich an karnap, den nördlichsten zipfel essens. eigentlich heißt der ort natürlich „kannapp“, ich weiß das, denn als kind war ich dort regelmäßig bei meinen großeltern zu besuch. als alte-leute-gegend habe ich den bezirk in erinnerung, als invalidensiedlung voller „reicher“ bergmannswitwen. es gab aber auch viele polnische namen.

als die ersten türken in die straße zogen war meine oma entsetzt. die frau trug hosen und röcke darüber, dazu ein kopftuch, das dem meiner oma allerdings nicht unähnlich war. der rest war klischee. der mann ging immer drei schritte vor der frau die straße entlang, niemals trug er ihr die einkäufe. der sohn drehte einsam seine runden, niemand sprach mit ihm, obwohl er es versuchte. viele kinder gab es in der straße nicht. eschek, schrien die wenigen ihm hinterher. weil sie gehört hatten, daß das esel heißt, auf türkisch. keine ahnung, ob das stimmt. ich habe es nie wieder gehört, aber es scheint sich eingebürgert zu haben.

heute ist karnap also voller türken, so sehe ich es im tv. vor zirka zwei jahren war ich mal kurz in der altbekannten straße und habe sie kaum wiedererkannt. auch die häuser nicht, die damals schmutzig grau waren, kohlegeheizt und verrußt. jetzt sehen sie aus wie schicke, kleine eigenheime mit garten.

ich google ich ein bißchen, wie das heute so geht aus der ferne. es gibt eine schicke karnaper infoseite und einen super super8-film (youtube, 3 min.) aus den 70ern. meine zeit! außerdem finde ich einen zeitungsartikel über den emscherbruch im winter 1946, bei dem karnap, der am tiefsten liegender teil essens, unter meeresspiegel, schlichtweg geflutet wurde. und genau darüber hatte ich zuletzt in den bones geschrieben.

eine karte auf die andere, der memoryeffekt. geschichten und geschichte.

novella (18)

lange her, über vier monate, aber: doch, ich bin noch dran. (wobei mich die vier monate jetzt doch in wenig erschrecken.) das ganze geht mir auch mehr so in gedanken herum. immer im kreis. ein wenig verloren vielleicht, manchmal war es auch ein kampf. daß nicht doch alles wieder verloren geht, versehentlich oder fahrlässig. weil die kraft nicht reicht. hier und da hängt und hakt das ganze schon noch ziemlich, sogar im kopf. und das will etwas heißten.

das eine oder andere wichtige detail hat sich aber geklärt, gerade in den letzten tagen. es kann also nur besser werden. nächste woche geht es wieder an die konkrete arbeit. denke ich jetzt.

novella (16)

überraschend heute abend die erste rohfassung von kapitel ii fertiggestellt und ausgedruckt. dreiundzwanzig seiten. spielt komplett in england. das war seltsam. und schön.

von nun an gehts bergab. (das nächste kapitel spielt in berlin, im november. ;-)

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