am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen (57)

früh aufgewacht und angekommen gefühlt. endlich. keine geraune mehr im hirn, keine zweifel. ich bin hier, hier bin ich gut. und richtig vor allem. hier ist nichts als literatur.

der kaffee ist durch, die waschmaschine läuft. ein bißchen brot noch und käse. dann anziehen und los, zum hafen.

keine klagen (56)

zum studio rüberlaufen, leute treffen, reden hören, regen sehen, bier trinken, glück wünschen, politisieren, wie alle anderen und mit allen, so ist die lage. also nicht nur wegen zaimoglus rede, einer der besten, die ich hier je gehört habe, nicht nur sprachlich. nachlesen! (besser noch nachschauen, nachhören, weiß aber noch nicht wo. und ob das überhaupt geht.)

so ist es spät geworden.

keine klagen (55)

ganz schön streßig das mit der literatur. den halben tag organisatorisch unterwegs gewesen, ohne zeit für kaffee. immerhin gekauft ist er, außerdem brot, butter, käse, wurst. vorbei die zeiten, wo ich es für mich bis nach der eröffnungsveranstaltung erstmal nix gab. und nach dem bürgermeisterempfang dann gleich zwei tage nix mehr, außer salzstangen, hartwurst und schokolade. weil mir flug und hotel schon das letzte hemd vom leib gefetzt haben. wie ich dann nachts am lendhafen entlanggeschlichen bin, mit ein paar salzstangen im gepäck und ohne getränk. vorbei!

nach der diesjährigen literaturkurslesung ist jetzt erst ein wenig zeit. die lesung selbst war wenig beeindruckend, ein deutlicher abfall verglichen mit den highlights (dem einen zumindest) im letzten jahr. es hilft einfach nicht, wenn in der gängigen selbstreferentiellen präsensprosa die präsenz des ichs durch entfernung des wortes „ich“ geleugnet wird. es ändert nichts daran, daß auf mobiltelefone gestarrt und nachrichten erwartet werden. daß gescheiterte pärchen in ein skandinavisches land fahren, also nicht venedig, sondern kopenhagen. oder eben nicht, weil sie eben gescheitert sind. aber ich bin ungerecht, ich weiß. es gab auch erzähltes, durchaus. aber da fehlten dann die zwischentöne, die lebensräume. ach, was weiß ich. und dann sind es natürlich auch noch die frauen, die die ichräume ausloten. und die männer, die durch die sonnenalle kurven, um ihre halbgaren geschäfte abzuwickeln. es ist ermüdend.

einen der immer anwesenden literaturkollegen, ein verlässlicher kritiker und begleiter dieser tage, sah ich auf dem handy spielen. irgendwas mit autos. schade eigentlich. und einen etwas müden bov konnte ich begrüßen und instruieren: im studio sitzen und abwarten, bis alle, wirklich alle ihre reden gehalten haben. dabei natürlich wach bleiben, es sind kameras anwesend. dann zur urne laufen und das eigene zeitgrab schaufeln. (ich hoffe, er nimmt mir das nicht allzu übel.)

dabei fällt mir auf, daß heuer (muß sein!) zwei männer mit im rennen sind, mit denen ich in berlin schon auf lesebühnen gestanden habe. und ich habe das nicht so wirklich oft getan. aber qualität zieht sich halt an.

jetzt ist also zeit zu bloggen, zeit zu duschen, zeit, anderes zeug zu erledigen. ich bin ja nicht in zum spaß hier oder in gar urlaub. aber die zeit ist auch schon fast um. jetzt.

keine klagen (54)

angekommen. es ist kühl in klagenfurt, beinah kalt, mächtig geregnet hat es hinter den alpen. so war es noch nie. aber klar ist es, sauber die luft, wie gewaschen. der anflug war ein wenig holperig, aber dafür, daß es durch ein gewitter ging, wiederum eher sanft. mit den blitzen bin ich geflogen, erst unter mir, dann neben mir. parallel, soweit ich das sehen konnte. eines engls würdig.

müde jetzt. aber schön, wieder in derselben wohnung zu sein, wie im letzten jahr. so war alles schnell wieder zurechtgerückt. kann also losgehen. morgen erstmal ein rad besorgen, anschließend gleich einkaufen, dann erst gibt es frühstück. kaffee!

um 14h zur literaturkurslesung, weshalb ich ja überhaupt so frühzeitig hier aufschlage. abends zur eröffnung und akkreditierung, außerdem (vermutlich) all die anderen treffen. und bov (totes blog, aber egal. so kenn ich bov.) und anselm (sein blog ist noch toter, einfach nicht mehr da. ach, anselm.) von weitem zujubeln. vermutlich.

hammerIN

guck mal, eine motorradfahrerIN. mit betonung auf dem IN, das sagt die frau zu einem kind, als sie an mir vorbeikommen. das kind, das vielleicht ein junge ist, zeigt kein interesse, will lieber gleich weiter zur kita. sein pech.

so hat es verpasst, wie die motorradfahrerIN mit einem plastikhammer ein paarmal sanft vor die vergaserbatterie schlägt, um den einen, der neuerdings sinnfrei benzin in die umwelt sabbbert, kurzentschlossen von seinem leiden zu heilen.

bonding (18)

auf der suche nach sparringspartnern kommt es vor, daß man in kämpfe gerät, mit denen man so nicht gerechnet hätte. auch beim schreiben, bei der arbeit an der schreibarbeit. eigenartiges tun. dann geht es auf einmal gar nicht um dies geschichte, um den text, sondern es greift tief in die vorstellung vom schreiben und vom leben nicht zuletzt. und dreht dort alles auf links und wieder zurück. anschließend ist nichts mehr wie es war oder sein soll. was auch immer, es steht in frage.

schön ist das nicht, doch je größer das gefälle, desto mehr sollte man dazu schweigen. das immerhin weiß ich inzwischen, es geht nicht um ich. ich bin nur ein schatten, ein spieler, ein nichts. doch wenn das eigene fremden welten begegnet, passiert nicht zwingend ein verstehen. im gegenteil, und im mißverstehen gerät alles in schräglage, rutscht und stürzt. und was dann?

von einem sollte man ausgehen: auf der suche nach sparringspartnern, auch im schreiben, trifft man auf adäquate gegner. nicht immer auf das, was man sich wünscht. nicht zwingend auf den harmonischen austausch, der beflügelt und berauscht. das ist schade. unbrauchbare gegner aber gibt es nicht, darauf ist verlass. so sitze ich jetzt hier und überdenke struktur und ansatz des romans, bis hin zu erzählstimme und -stimmung. nichts davon stelle ich in frage, dazu war der angriff zu schwach, zu wenig fundiert. dennoch frage ich mich und finde antworten. ich kläre mich, hebe den blick und verstehe, was ich tue, was ich will.

so soll das, so geht es weiter.

die augen geschlossen und schlafen und wachen zugleich. zwischen den welten regen sich welten, in bildern, in formen, in licht. auch farben und musik mitunter, aber nicht oft. dort war ich als kind, darin habe ich gelebt. und gewirkt, nacht für nacht.

heute bin ich ein seltener gast, so ist mir die zwischenwelt zur ödnis geworden mit der zeit. auch diesmal ist alles nur grau in grau und wenig belebt. nur helles grau in rascher bewegung, kaum zu für wahr zu nehmen. bis sich ein gesicht bildet, augen, nase, mund. bis ich meinen vater erkenne.

ich sage: ja.

bonding (17)

experimente. etwas anderes bleibt mir wohl nicht in bezug auf das dranbleiben, das mir einfach so im alltag nicht gelingen mag. seit letzen sommer nicht, obwohl ich – immerhin – am thema, im text geblieben bin. das ist ein glück, aber es war auch höchste konzentration und disziplin. und immer noch befinde ich mich in der überarbeitung, gerade mal durch die hälfte des ohnehin schon angelegten materials bin ich seither. das ist unbefriedigend, definitiv. ich bin besser, ich kann mehr. das weiß ich.

daher also nun die experimente. als erstes zusammen mit einer (zufällig zusammengestellten) gruppe, die genau so heißt wie das, was ich dringend entwickeln muß: dranbleiben. an diesem angebot führte kein weg vorbei, bei aller skeptik, schon allein wegen des titels. so bin ich nun also sewit ende mai und bis ende august eingespannt in einen 14-tägigen rhythmus mit einer knapp 10-tägigen arbeitsphase.

rückblickend auf die erste arbeitsphase, die morgen abvend endet, stelle ich fest, daß es durchaus bereits ein wenig funktioniert. ich habe strukturelle arbeit gemacht, bin den vor mir liegenden text durchgegangen, zirka dreißig seiten durchgegangen, die danach statt in vier mit einem mal in sechs kapitel eingeteilt waren. geplant war das nicht, aber es ist sinnvoll, denn noch befindet sich der rohtext in der aufbauphase. er wird also noch wachsen, inhaltlich, in bezug auf details vor allem, vielleicht kommen auch noch kleine schleifen hinzu, von strängen will ich mal lieber nicht reden. aber wer weiß? wie auch imer, das textvolumen wird mit ziemlicher sicherheit nich wachsen. (und später geht es dann ans kürzen, auf jeden fall. das ist der lauf der dinge.) außerdem gegen wohl die arbeitstitelfindung, der beruf meiner ich-erzählerin und ein paar andere kleinigkeiten aus das konto der gruppenbedingten disziplinierung. das ist auch nicht schlecht.

und jetzt sitze ich hier, heute, an diesem superheißen sonntag. und ich schwitze, denn es ist für mich der letzte arbeitstag vor der abgabe. so steht es in meinem kalender. ein kapitel will ich final durchgehen, das vierte, an dem ich schon ostern gesessen habe. auch das habe ich im laufe der arbeit daran noch einmal geteilt, von daher ist es nicht ganz so schlimm. dennoch, zu ostern hat es geschneit, jetzt ist hochsommer. ich muß los, ich muß an die arbeit. jetzt.

global

bei dem überraschenden famlientreffen vor ein paar wochen, horizontal angelegt, also die cousinen-cousin-linie, saßen dann fünf so in etwa gleichaltrige mittelalterliche menschen irgendwo am rhein beieinander, nur zwei fehlten, die beiden jüngsten. außerdem trafen fünf oder sechs oder vielleicht auch nur vier, ich weiß es so genau gar nicht, unterschiedliche staatsangehörigkeiten aufeinander, zum teil doppelt vergeben oder ganz selbstverständlich zwei davon auf eine person verteilt. und ich war die einzige deutsche. nur deutsche. seltsam.

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