am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

den tag mit den alten texten begonnen. korrekturlesen, nicht mehr. nichts verändern, nur das allernötigste, so lautet die vorgabe. das alles ist längst abgeschlossen. ich tue das, kein problem. seltsam aber, wie ich unterwegs die worte finde, die ich auch heute noch benötige: schädelhund, diebe & dichter, mörderin, gewerk.

20 seiten noch.

den einen text, den frischen, abrupt weggelegt, fallen gelassen fast vor schreck, vor dichte und bedrängnis. und  beinah nahtlos nach den alten texten gegriffen, die zügig korrektur gelesen werden müssen. für das neue ebook, das ja auch noch werden soll, werden muß. ein seltsamer spagat. es ist alles schon da, ich erkenne mich wieder. dazwischen kurz essen wollen, dann aber doch nichts essen, auch nichts anderes lesen oder auch nur sehen wollen. ein wenig musik. es brennt gerade, an allen fronten. was ist das? und immer noch kann ich nicht aufhören, obwohl ich weiß, daß nichts jetzt noch etwas werden kann. gar nichts.

daß das lassen schwerer noch ist, als das beginnen. das hatte ich völlig vergessen.

an die grenze

gegen mittag treibt mir meine mörderin die tränen in die augen. ich flüchte, kaufe salat und milch, schinken und nüsse. unterwegs verstehe ich, warum mir in letzter häufiger gesagt wurde, daß man meine texte kaum zuende lesen könne. von intensität war die rede und von gewalt. beides dinge, die mir – warum auch immer – nur ein achselzucken abverlangen. normalerweise. jetzt aber mag ich selbst nicht weiter, schreiben.

am nachmittag tue ich es trotzdem, bis hinten raus, bis zum schluss, einfach durch. denn so kann es nicht bleiben, in mir. wie auch die meisten menschen meine texte zuende gelesen haben, trotz allem. und morgen ebenso, weiter geht es, bis alles mögliche erreicht ist. bis an die grenze.

danach aber werde ich die richtung ändern, müssen und wollen.

(und das mit der geige schreiben. vielleicht. aber da ist ja noch mehr.)

heute, gleich nach den wichtigsten brotberuflichen dingen, das schreibchaos von gestern nacht geglättet, gebügelt, gerettet. gutes gefühl, besonders auch, mal bei licht zu schreiben. bringt klarheit, könnte zumindest sein. wird sich zeigen. ist aber auf jeden fall weit weniger paranoid.

rückblickende erkenntnisse aufgrund von naheliegenden internetmagazinen (106)

es ist doch noch irgendwie immer wieder überraschend für mich, obwohl ich es natürlich längst besser weiß: es scheint inzwischen ein privileg zu sein, in neukölln wohnen zu dürfen. wenn ich das alle vor 10 jahren gewußt hätte… (ich wäre ans flugfeld gezogen, definitiv.)

so also geht die hiesige wohnungssuche aktuell, nachzulesen im neukoelln.net:

Besorgte Anwohner fragten sich währenddessen, für oder gegen was sich die Demo wohl ausspricht, die da anscheinend in ihrer Straße stattfand. Oder war das einer dieser Flashmobs, von denen man immer so viel liest?

ich weiß noch, wie hier zu besichtigung zu spät kam, was mir sonst nie passiert. aber meine uhr war stehen geblieben und dann wieder angesprungen, dementsprechend ich war noch ein wenig mit rad umhergekreist. als ich dann endlich vor der tür stand, verließ der einzige andere besichtiger gerade mit der maklerin das haus. glück gehabt. oder auch nicht, denn man hatte ich ja extra auf meine anzeige in der zitty angerufen, um mir diese wohnung zeigen zu dürfen. die sich, damals, in einem haus befand, das zu zirka zwei dritteln leer stand und so auch noch eine ganze weile blieb. unter mir zum beispiel wurde wegen leerstand sicher zwei winter nicht geheizt. das waren zeiten. damals.

schreibverzweiflung. wenn die story sich hochkocht, an allen ecken und enden über die ränder kriecht, und doch nichts einen sinn ergibt. nur noch verzweiflung. ist das überhaupt eine geschichte? bin ich nicht selbst meine mörderin?

ob ich das noch halten kann? aushalten auch.

das wird wieder eine wache nacht, das weiß ich doch jetzt schon. so wie gestern, ein ewiges herumwirren bis in die schmerzhaftigkeit,  bis gegen sieben, wenn ich mich recht erinnere. von wegen winterschlaf! wenn ich das nur nutzen könnte, irgendwie. andererseits weiß man nie, wie der geist nutzt, was er sich so anrichtet. letztendlich.

andere leben anders, ja. und etwas fehlt immer, überall, das kann ich bestätigen.

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