am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

eis

das habe ich lange nicht mehr gemacht, ein buch nach der farbe des umschlags gekauft. gut, es war ein mängelexemplar auf dem dem famosen flohmarktbücherstand am boxhagener platz. aber es hat einen sehr ansprechend gestalteten schutzumschlag, auf dem man zwar den buchtitel kaum finden kann, der dafür aber in einem schönen kühlen leicht grünlichem blau gehalten ist. oder ist es mehr richtig grün?

ich weiß nicht, aber mein eisbuch hatte gleich zwei davon. zwei eisblaue schutzumschläge, wie ich zuhause feststellte. gleich zwei, übereinander geschoben. wie, um es zu wärmen.

eis eben, von perikles monioudis, ist ein seltsames buch. nicht wirklich spannend, an keiner stelle atemberaubend, und dennoch von einer eindeutigen präsenz. alles ist gegenwart in diesem text, auch die erinnerungen und träume.

da arbeiten männer nahezu ohne jegliche technische aussrüstung auf einem see, um eis zu schneiden, das dann durch europa geschickt wird, weil es zur kühlung gebraucht wird. vorindustrielle zeiten. der kühlschrank wird gerade erst erfunden. gleichzeitig gibt es aber geländewagen mit vierradantrieb, motorräder, die von frauen gefahren werden, und mobiltelefone.

der vater-sohn-konflikt ist unklar, aber vorhanden. in schwäche erstarrt. die kälte dagegen ist eisig. so, wie es sein muß, bei dem titel. das paßt. immerhin handelt es sich um den dritten sohn. was hat so einer schon noch zu erledigen?

mein lieblingswort ist ab sofort eisgewölk.

Perikles Monioudis, Eis

nachtrag: der einband unter dem schutzumschlag ist übrigens langweilig. und was mache ich überhaupt mit dem zweiten, zusätzlichen? den schutzumschlag schützen?

ach, ich wollte noch einen witz über den jahreswechsel und die wechseljahre bringen. vergessen. war aber eh nicht so gut, glaube ich. hab ich aber auch vergessen.

seltsame materie

„Wenn alles erschöpft ist, kommt der Wahnsinn, …“

Terézia Mora, Seltsame Materie

das buch hat lange bei mir herumgelegen, bis ich es mir dann doch endlich mal gegriffen habe. sicher zwei jahre, wenn nicht noch länger. ich mag jetzt nicht soweit gehen zu sagen, daß das ein großer fehler war. vom hocker gerissen hat es mich nicht. oder in begeisterungsstürme versetzt. aber die erzähleungen sind geschickt zusammengefügt, eigenwillig erzählt, stilistisch durchaus beachtlich. nur hier und da vielleicht doch ein wenig überdreht.

der inhalt? dorfgeschichten. kinder und erwachsene. außdenseiter und durchreisende. grenzgänger.

selber lesen.

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