am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

totes land (3)

arbeiten, schreiben, ist immer auch warten, daß etwas sich zurechtwächst. das neue projekt wühlt derzeit noch tief, pflügt sich eine schmale, kaum sichtbare spur. konkret läßt sich in dieser phase kaum etwas sagen. ich sammle, inwendig zunächst, lasse vieles aber auch wieder ziehen. dinge, die nicht stimmen oder noch nicht vollständig sind. die vielleicht nie wieder kommen. hin und wieder notiere ich einzelheiten. fetzen, haken und ösen. nicht viel.
das denken, die linien und farben, die miteinander spielen, wie von selbst. so wunderbar wie gefährlich flüchtig. wie soll man da sagen: an die arbeit. in diesem zustand, stadium. sprache ist hier kaum mehr als ein stottern. zu recht. alles ist vertrauen. (selten genug, aber hier ist es da. immer.)

die fremde waage zeigte weit über 60 kilo. die zuhause dann eilig bemühte eigene hingegen lediglich den oberen bereich des üblichen spektrums. schwein gehabt.
merke: keine neue waage kaufen, niemals! (das hat don zum glück vor einer weile auch schon mal festgestellt. und zum glück hat don auch eine gut funktionierende suchfunktion, obwohl ich grad ziemlich danach gesucht habe.)

am besten ich gründe ein magazin für ausschußware, titel SPERMA, das wärs doch. spätestens nach der titten dritten ausgabe wär das ding zwar durch(schaut), aber bis dahin… und dann sofort, so à la wiener oder tempo, unter demselben titel ein zeitgeistmagazin nachschießen. kommt bestimmt gut.

prekär

kurzer blick in eine aktuelle bedienungsanleitung: ... Führen Sie die Befestigunsstrebenfünrungen in die beiden Langlöcher… Drehen Sie die beider oberen Inbusschrauben… Passer. Sie die beiden vorderen Gesänge… ziehen sie die schrauben fest sehr vorsichtig…
alles klar, danke.

perplex

kurzer blick in eine ca. 25 jahre alte bedienungsanleitung: Obwohl die Bedienung weitgehend umproblematisch ist, glauben wir doch, Ihnen den einen oder anderen Hinweis geben zu können, um alle Möglichkeiten des Gerätes voll auszunutzen.
drei kommas, im original fünf zeilen. das würde heute sicher als zu komplex angesehen.
[etwas später: Alle Anschlußbuchsen dieses Gerätes entsprechen den derzeit gültigen Normen. leider auch veraltet.]

vergessen

eigenartige verschränkungen im hirn. dieser spruch, neulich erst ganz groß als wiederentdeckung gefeiert, hatte doch längst schon eintritt gefunden in die künstliche welt. gerade erst gesehen und mich durchaus darüber gewundert. andererseits: sich selbst überraschen zu können. wird ja immer seltener, je länger die zeit.

totes land (2)

die arbeit geht langsam, aber sie geht gut. es ist ungewohnt, schon zu einem so frühen zeitpunkt das ende zu kennen. für mich zumindest, das hatte ich noch nie. aber so ist es eben, diesmal, alles läuft auf das eine hinaus.
ebenso ungewohnt ist der stil, der kürzer ist denn je. vielleicht nicht ganz so stakkato wie in den ersten geschichten, damals, in den 80ern. aber dennoch schlichter und schlanker als alles andere in den letzten jahren. ich verabschiede mich vom kitsch, das wurde aber auch zeit. naja, für dieses mal zumindest. (und tatsächlich gehen die adjektive dabei drauf, welch ein grauenhaftes eingeständnis. ;-)

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