am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

gerade arbeite ich alte blogtexte, die noch in anderen systemen verarbeitet wurden, hier in ein spezielles archiv ein. eine blöde arbeit, viel klickerei und copypaste, bin auch erst auf seite 25 von zirka 150, wenn nicht noch mehr.

aber wie das so ist, in alten tagesaktuellen texten zu graben. eben bin ich auf den ersten tag mit dem blöden, blauen motorrad gestoßen. das fahre ich ja immer noch.

#insight

mal ist es besser, mal schlimmer. insgesamt sieht es schlecht aus, zumindest fühlt es sich so an. langsam werde ich auf kleiner flamme eingekocht. reduziert auf das minimum, immer noch ein bisschen weniger, am ende bleibt sicher nicht viel. für mich allein wäre das wohl okay, auf dem rein existenziellen level komme ich zurecht. das habe ich als kind gelernt, zwangsläufig, auch da gab es nur nur wenig von mir, das es zu behaupten galt. im grunde war alles ein versehen. ich war allein, weil ich es nicht anders wusste. andere menschen waren illusion, nur eine erfindung von mir. so dachte ich, damals.

heute ist das anders, ich weiß es besser. ich weiß aber nicht, ob ich so leben kann, wie menschen eben leben. und doch. noch vor einem jahr wäre ich nicht auf diesen gedanken gekommen. jetzt aber spüre ich, deutlich, was ich bin. und was ich eben nicht bin, nicht sein kann und nicht sein will. da ist ein riss, eine kluft. nicht neu und auch nicht unüberwindbar weit. aber tief, so gähnend hohl, dass all meine ahnung hineingezogen wird.

und etwas in mir ist gebrochen, vor einer woche oder so. die verbindung zu all der anstrengung, die jahre und jahrzehnte, in denen ich mich so bemüht habe. das war weitgehend sinnlos. auf einmal steht da etwas klar im raum, wie so vieles auf einmal sichtbar ist. es ist eine gnadenlosen zeit, die alles belanglose verwirft. also spiele ich nicht mehr, ich schärfe meine enden.

das werden viele nicht mögen, auch mir selbst gefällt es nicht wirklich. die vorstellung, durchs feuer zu gehen und geschmiedet zu werden. dann gehärtet, wie stahl. so war es in der nacht danach, als die verbindung gekappt war. schlaflos und wild, als würde die struktur meiner substanz erneuert. wie soll das gehen?

dass mir die offenheit bleibt, das zarte und weite. die sanftheit, mit der ich mich durch die worte bewege.

aus brennen

seltsamer rheumakörper, meiner. genau zwei tage dreht er ein bisschen auf, mehr als sonst, dass es mich wirklich wundert, fast sogar ängstigt. er zeigt mir, was er kann. was er könnte, ohne rücksicht. die schulter, dachte ich noch gestern, das dauert sicher eine woche, wenn nicht länger.

heute schon ist das vergessen, die schmerzen fast völlig verschwunden. selbst die ringe wollen mir wieder von den fingern fallen, besonders am abend.

so soll das. genau so!

frei brennen

ein eigenartiges wochenende, träge und traurig. dabei dennoch überraschend frei und produktiv. ich habe viel abgehakt, privat vor allem. administratives, zwei blöde briefe, erledigt. dann ein kleines bisschen bauen, möbelgriffe anschrauben, mehr nicht. beruflich gab es nicht viel, nur ein wenig übersetzen. gerade genug, um beruhigt zu sein. schreiben gar nicht, das steht aus, so lange schon. über zwei monate. aber es steht auch wieder an: mitte des monats.

gestern abend hat sich das rheuma mal wieder gemeldet. urplötzlich, von einem tag auf den anderen. und nicht nur so ein bisschen, wie es hin und wieder vorkommt. nein, mit brennen und pochen, fette entzündungen zeitgleich an beiden händen. betroffen sind mehrere fingergrund- oder -mittelgelenke, dazu die rechte schulter. gut, die ist sowieso angeschlagen, knirscht und knarzt seit jahren. das kommt vielleicht dazu, aber schulter ist richtig scheiße, sowieso.

jetzt gehe ich erstmal mit viel ibuprofen und diclofenac dagegen an. so schlimm, wie es vor nun bald zwei jahren war, ist es längst nicht. und es ist heute auch schon weniger. richtig schlimm wird es also nicht, davon gehe ich aus.

sowas kann ich nämlich nicht brauchen. grundsätzlich.

energie

morgen wird quasi den ganzen tag über der strom im haus abgestellt. keine ahnung warum, irgendwo wird an den leitungen gebastelt. vermutlich gar nicht im haus, sondern draußen auf der straße. das motorrad musste ich auch umparken, weiß aber nicht, ob das überhaupt mit der stromgeschichte zu tun hat.

abwarten.

ich fürchte, ich überblicke das gerade gar nicht. was ohne strom alles nicht möglich sein wird, darüber denkt man doch sonst nicht nach. also kein heißes wasser, ja. auch keinen kaffee, keinen milchschaum, aber teewasser habe ich eben schnell noch bereitgestellt. natürlich kein pc, kein radio, kein tv. (obwohl der laptopakku ziemlich lange, naja, mal sehen.) und kein licht natürlich, kochen auch nicht. die heizung aber, die sollte gehen. hoffentlich!

im grunde wäre das ein guter anlass, den ganzen tag in einem café zu verbringen. oder erst in einem café, dann in einem restaurant, zuletzt vielleicht noch ins kino.

tja.

im ernst: was mache ich, wenn auch die heizung nicht geht? wärmeflasche? heizkissen?

gefüge

ein einfaches wochenende, alles hat sich gefügt, eines ins andere. problemlos. sogar das anbringen des neuen gardinenstangen im schlafzimmer. das war sogar deutlich einfacher als die ganze zeit gedacht. wochenlang habe ich mich mehr oder weniger gedrückt, dann war alles in wenig mehr als einer stunde angebracht. dabei habe ich die vorhänge auch noch gewaschen. wenn schon, denn schon. heute dann noch die alten bohrstellen verputzt. fertig.

alles andere hat sich ähnlich gut benommen. das räumen und putzen, die bearbeitung des ebay-zeugs, endlich, und zuletzt ein wenig organisation der aktuellen übersetzungen. es ist gut, wenn die dinge ineinanderpassen und zu einem ende finden. dann bin ich zufrieden.

zwischen den dingen war leben, sonst nichts. dasitzen und glotzen, musik hören und lange und viel schweigen.

nur innen das geplapper, immerzu. das dann als nächstes.

niemand

ich will reden mit anderen schreibenden, immer schon. doch die gelegenheit ergibt sich selten, schon gar nicht mit denen, die schon groß sind. die bleiben unereichbar, auch wenn sie in sichtweite gekommen sind mit der zeit. dazu bin ich zu schüchtern.

doch dann rufe ich sie an, alle, lade sie ein in meinen salon. und sie kommen, alle, auch die wichtigsten. und sie reden, auch mit mir. ich erinnere mich nicht, worüber. nur dass ich irgendwann dastehe, aufrecht, die arme erhoben, rufe ich: und niemand weiß, wer ich bin.

so, wie ich da stehe. das ist keine schmach. es ist ein jubel, ein triumph, ein glück. so werde ich wach, heute morgen war das.

nachtn.

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