am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

an die luft

die neue maschine ist nun schon über ein jahr bei mir. 2024 im februar habe ich sie hergeholt, und bin ab dem tag regelmäßig gefahren. also wenigstens einmal die woche, weil es so schön ist. 2025 bin ich jetzt ein paar woche später dran, vielleicht aus angst. ein bisschen davon habe ich ja immer vor dem anfahren im frühjahr.

zum einen, weil ich so lange nicht gefahren bin. immer denke ich, dass ich es vielleicht verlernt haben könnte. dabei waren es diesmal nur knapp drei monate, da kann das ja gar nicht. zum anderen, weil die kiste sich verlassen gefühlt und in folge dessen die allgemeine betriebsbereitschaft von grund auf eingestellt haben könnte.

eigentlich kann aber von all dem nicht wirklich die rede sein. sowieso nicht, auch bei der alten kiste eher selten. nur das rücklicht mochte jedes frühjahr auf neue nicht funktionieren, keine ahnung. und in diesem winter ist es ja gar nicht erst so recht kalt gewesen, kaum schnee und nur wenig minustemparaturen. viel passieren konnte da eigentlich wirklich nicht. tote batterie oder so, startschwierigkeiten wegen kontaktzerbröselung. dazu war die olle kawa durchaus mal in der lage. aber doch nicht bei dem nagelneuen ding, gleich im ersten winter. nö, also wirklich!

ist ja auch nicht, alles nur rumgequatsche. dass die maschine läuft, das habe ich ja gestern bereits festgestellt. damit blieb für heute im grunde nur das fahren, bei so viel sonne und warm. nur noch zügig den reifendruck* prüfen und dann los.

war schon schön!

* wobei sich das mit dem reifendruck immer komplizierter darstellt. nachdem es die herumtragbaren reifenbefüller an so gut wie keiner tanke mehr gibt, sind inzwischen auch die stationären geräte gleicher denkart so gut wie überall verschwunden. und die waren für motorräder schon recht anstrengend und gewöhnungsbedüftig. weil die stöpsel gerne mal eigenmächtig von den ventilen gehüft sind, denn meistens muss ja der schlauch ziemlich gebogen werden, damit der stöpsel sich überhaupt aufstecken lässt. bei den jetzigen geräten allerdings, in die man zu allem überfluss auch noch einen euro stecken muss, ist die reifenbefüllung nur noch nervig. weil man de facto mit der starren gerätschaft insbesondere am hinterrad weder an der bremsscheibe noch an der kette vorbei an das ventil reicht.

pulloverwetter

heute mal alles anders. statt am morgen nur mit kaffee gleich an den schreibtisch zu schwanken, erstmal zur osteopatie. gegen elf und ganz ohne kaffee. und weil es so schön war, das wetter undsoweiter, gleich mal weiter zum frühstück mit kaffee in das neu ausgeguckte café für eventuelle berlingestützte schreibtischfluchten wegen der anstehenden arbeit an kapitel vier. wo dann aber kurzentschlossen aus dem rundumfrühstück ein mittagstisch mit limo wurde, nudeln mit käse und kräutern, so gegen halb eins. passt ja, irgendwie. aber eigentlich nicht so richtig. den kaffee, flat white, gabs dann noch hinterher, immerhin.

wieder zu hause ging es dann immer noch nicht an die arbeit, sondern erstmal ans motorrad. schließlich war es inzwischen sicher an die achtzehn grad. pulloverwetter. und die maschine stand noch immer winterfest abgedeckt halbschlafend da unten herum. die erweckung war ganz einfach, einmal die mütze runterziehen, auf start drücken und tucktucktuck. ohne jedwede problemchen. done!

an die arbeit gegen drei, am nachmittag, seit wann gibt es denn sowas? drei stunden rumgerattert, alles noch ein bisschen neu und anders auf der neuen plattform. geht aber dann doch am ende, geht ja immer, alles. und am ende gibt es ja geld für den driss. morgen dann so ähnlich vielleicht, möglicherweise ein bisschen früher, ein bisschen mehr, dafür mit einer pause.

zuletzt, wirklich erst ganz zuletzt, die wienbücher durchsortiert. die bilder und texte markiert, die ich jetzt noch sehen oder lesen muss. bevor ich dann zurück in mein neues café kann, um das vierte kapitel aufzusetzen. bald.

der kaffee da war übrigens nicht ganz so gut, vielleicht zu viel milch. eventuell sollte ich auf espresso umsteigen, oder gleich auf tee. der gastraum jedenfalls ist gut, viel platz, die tische auch ausreichend groß, nur die stühle, naja. irgendwo gab es sitzkissen, glaube ich. aber die musik war gut, und es saßen ein paar leute mit laptops da. das geht also. das essen war auch okay, beim nächsten mal vielleicht wirklich ein frühstück, einen kuchen, je nachdem.

oder das wiener schnitzel?

branding/48

buddha am schreibtisch

weiterhin vorbereitungen für kapitel fünf. ich recherchiere über österreich im 2. weltkrieg und besorge mir bildbände und reiseführer für wien in den 70ern. ich suche mir passende namen, geburts- und todesdaten zusammen, letzteres ist teilweise eine reine rechenaufgabe. das mit den namen hingegen ist ein ratespiel mit bastelelementen. welche namen passen in die zeit. welche passen zu den menschen. welche in die geschichte. und, nicht zuleletzt: welche passen mir, dass ich sie schreiben und sprechen kann.

all das muss sitzen, bevor ich loslegen kann. die seiten weben kann, das geflecht schaffen, das sich auf den ersten schlusspunkt im textes hinbewegen soll. wird. es wird.

daneben arbeite ich übersetzungstasks ab, dafür ist höchste zeit. da ist so einiges aufgelaufen, und geld ist ja auch was schönes. ich muss die beiden zahnimplante demnächst zahlen, und den heimischen server, sowie meine gesamte sicherungsstruktur updaten. das kostet, alles kostet. aber es ist ja frühling, bald. da wird dann alles leichter, oder nicht!?

zwischen all dem mache ich ausflüge. am mittwoch in die kleine stadt, um dort in einem café zu sitzen und die schreibarbeit zu planen. gestern an den ruppiner see, um dort, überraschend, ein hübsches und offenbar einigermaßen riesiges paddelgebiet zu entdecken. das wär ja nun wirklich mal wieder zeit.

und das passt ja nun auch alles wieder. das boot, das bike usw. selbst das malade knie zeigt sich in den letzten wochen wieder richtig fit. auch das eine überraschung.

frühling!

branding/47

buddha am schreibtisch

okay. am sonntag noch einmal durch die ganz neuen passagen gehuscht, das war mir dann doch sicherer. eine oder zwei stunden mehr, was macht das schon. dann aber wirklich: finger weg und ausgedruckt.

fertig einstweilen!

ziemlich genau zehn wochen also für ziemlich genau sechzig seiten. das ist mal was! ich bin gespannt, wie es weitergeht. das fünfte kapitel drückt schon, soviel kann ich verraten.

ruhelos

es ist frühling, eindeutig. fast hätte ich vergessen, dass ich jetzt an einer kneipenkreuzung wohne. zwischen zwei und drei monaten war einigermaßen ruhe, das war wohl der winter. da geht man nicht in die kneipe, kann das sein? an mir lag es jedenfalls nicht, ich schlafe immer bei offenen fenster.

gestern nacht war dann schluss mit tiefschlaf. obwohl ich lange gearbeitet hatte, bis nach zwölf auf jeden fall, ging es danach nicht einfach so ins bett. denn bis nach eins, bis weit nach zwei gab es draußen frühlingsparty. offensichtlich hatten sich die kneipe und der gegenüberliegende späti dazu verabredet, da ging ein ständiges gegröhle hin und wieder her. junge leute, mehr mädchen als jungs, so kam es mir vor. die reinste freude.

alles schön und gut, aber muss das bei mir sein? muss das wirklich? das war so lange eine relativ ruhige großstadtecke hier, ein wahres wunder. ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich mich wirklich damit abfinden muss. dass das hier jetzt womöglich eine ecke wird, wo fröhlich angetrunkene menschen in kleingruppen mitten auf der kreuzung stehen. und damit quasi in meinem schlafzimmer, mit ihren lautstarken witzen, dem lachen und jaulen. so hocken sie auf meiner bettdecke.

nachts um halb drei. himmel, ich bin zu alt für sowas!

branding/46

buddha am schreibtisch

wieder einmal wird klar, dass schreiben sich nicht planen lässt. mal überarbeiten sich zehn, fünfzehn oder auch zwanzig seiten wie von allein, und anschließend geht es auch noch gleich so weiter, mit nur zwei oder drei stellen, die intensiverer pflege bedürfen.

dann kommt der tag, an dem ich ein bisschen ausschlafe, weil in berlin feiertag ist. ich sitze also erst gegen elf am text. es ist hell draußen, die sonne scheint so fein, dass es ist eine schande ist. weil ich nach kurzer zeit bereits weiß, dass mir kein raum bleiben wird, davon noch ein wenig mitzubekommen. selbst den plan, zwischendurch kurz runter zu meinem noch winterschlafenden motorrad zu laufen, und wenigstens einmal auf den anlasser zu drücken, verwerfe ich schnell wieder. weil ich weiß, dass das nichts wird.

fast vier stunden sitze ich an zwei seiten. keine kleinen seiten, sondern seiten, an denen viel zu tun sein würde. das wusste ich, und ich wusste auch, dass ich keinen rechten plan hatte. vier stunden waren dann aber doch ein wenig viel. damit hatte ich nicht gerechnet. meistens ergibt sich eine lösung während ich daran arbeite, irgendetwas zumindest, von dem ich ausgehen kann. ich steige einfach ein, am besten an der stelle, wo ich zuletzt aufgehört habe. und von da aus finden sich die dinge.

etwa drei bis vier seiten habe ich zugefügt. also das, was bereits dort stand, vor allem ausgearbeitet, nicht überarbeitet. ich habe sortiert und montiert, alles anders als zuvor. ich habe ideen gestrichen oder sie aufgehoben, für das nächste oder übernächste kapitel. vielleicht. vielleicht auch nicht. ich habe andere ideen eingefügt, ganz anders, als ich sie zuvor im kopf hatte. so etwas dauert. es kostet kraft und konzentration, es macht das hirn leer am ende.

das ist nicht gut, das macht alle arbeit tot, für eine weile.

dass ich später auch noch die letzten sieben seiten fertigstellen konnte, liegt in der natur eben dieser seiten. sauber gearbeitet, kaum etwas zu bemängeln. drei stellen, an denen ich mir dennoch ein bisschen was überlegen musste. ohne großen aufwand. insgesamt noch einmal zwei stunden, aber nicht zu vergleichen.

die erste lesbare fassung von kapitel vier, in dreifacher überarbeitung, einmaligem feedback und anschließend nochmaliger überarbeitung, ist damit fertig.

lichten

in meiner wohnung in berlin gibt es immer diesen einen tag, an dem der frühling beginnt. das hängt mit dem licht zusammen, also durchaus mit wetter, aber nicht unbedingt mit wärme. heute war es soweit, und zufällig stimmte sogar die temparatur.

es handelt sich um den moment, an dem am vormittag die sonne zum ersten mal wieder über das gegenüberliegende haus steigt und mein hauptzimmer, das wohnbüro, mit einer lange nicht gesehene helligkeit flutet. seltsam, dass ich das jeden winter aufs neue vergesse, wie anders das ist, wie schön.

dass ich die wohnung dann ausgerechnet heute pünktlich verlassen musste, zum zahnarzt, das war eher nicht so schön. zwar gab es vor ort nur zweimal röntgen und dazwischen ein bisschen arbeit an implantat und zahnfleisch. alles wie geplant. tut jetzt aber doch ein wenig weh, juckt und brummt und ist auch ein wenig geschwollen. damit hatte ich nicht wirklich gerechnet.

müde war ich dann auch nicht zu knapp, als ich nach ein paar weiteren erledigungen wieder zu hause ankam. da traf es sich gut, dass das genau die zeit war, in der es in der wohnung kurz wieder weit weniger hell ist. noch später im jahr wird das dann wieder. das haus gegenüber reflektiert mir wieder etwas licht hinüber, später im jahr wird das noch mehr sein. so viel, dass es mich durchaus blenden kann, aber jetzt noch nicht.

dennoch wurde auch ich wieder ein wenig heller im kopf. hell genug, um tatsächlich noch ein bisschen an die anstehenden schreibüberarbeitungen zu gehen. dabei habe ich nicht viel, aber doch genug geschafft. und festgestellt, dass ich mit relativer leichtigkeit nicht kürze, sondern text zufüge. über vier seiten bislang, das war nicht meine intention. aber, na gut.

stimmt ja auch, in der jetzigen phase. und macht ziemlich spaß, zumindest wenn es nicht so ein krampf ist. wenn ich nicht so blöd bin, mich in die tiefsten tiefen zu graben.

so gesehen: es lichtet sich.

branding/45

buddha am schreibtisch

der coachingtermin für das vierte kapitel liegt nun schon über eine woche zurück, aber gestern erst habe ich mit der überarbeitung begonnen. und das auch nur grob, mit den vorarbeiten sozusagen. das schreiben war dann erst heute dran.

dazwischen lag eine woche intensiver anderer arbeit, der einen und der anderen art. für die übersetzungen gab es aufgrund eines blöden fehlers viel nachzuholen. aber gut, das zahlt sich aus. dagegen habe ich ja grundsätzlich nichts. in der anderen arbeit gibt es auch unschöne neuigkeiten, das wird also absehbar wieder richtig blöd. ein paar jahre noch, wenn ich das durchhalte. darüber hinaus entwickle ich aktuell einen absurden hang zur nachrichtenverfolgung, auch spät in der nacht, da wird es transatlantisch erst richtig interessant. das ist übel, und es wird auch nicht besser.

aber zur schreibarbeit. die erste sichtung gestern hat mich ein wenig überwältigt. es wird ja doch nicht immer alles besprochen, was dann in schriftlicher form zutage tritt. es schien mir also mehr zu sein, als ich nach dem gespräch angenommen hatte. mehr fragen, mehr probleme, deutlich mehr aufwand. allein die erkenntnis, dass ich ohne zweifel noch einmal durch alle dreiundfünfzig seiten durchgehen muss. und nicht nur hier und da etwas pflegen und basteln, den rest einfach. lassen. die gewissheit, dass das nicht funktionieren kann. das ist nicht, was ich wolle.

heute dann, da war eben das auf einmal recht leicht. satz für satz, seite für seite. obwohl ich einiges geändert habe, auch dinge, die gar nicht auf dem zettel standen. (so ist es ja immer, da hilft nichts. nie.) dennoch habe ich fast zwanzig seiten durch, das ist viel. ich bin erschöpft , aber zufrieden. sogar ein bisschen ein poetischer ton ist aufgetaucht, beinah wie von allein. damit hatte ich nicht mehr gerechnet.

für den heutigen arbeitstag und für alle weiteren, vielleicht morgen abend schon, habe ich die konstruktion notiert. in den bestehenden text hinein, wie er ausgedruckt vor mir liegt. an dieser struktur ist nichts falsch, oder nicht viel zumindest. das ist gut. das ist es wohl auch, was die überarbeitung relativ leicht macht.

so beende ich den überarbeitstag mit einem schon deutlich kleiner gewordenen stapel papier, sauber aufgeschlüsselt in zum glück recht übersichtliche häufchen. das sieht sehr machbar aus, im moment zumindest.

anders gesagt: sieht aus, als könnte ich, wie bereits geplant, in diesem monat noch das fünfte kapitel anfangen.

nicht gut genug

nun ja, ich finde nicht so recht den ansatz, hier etwas zu notieren. ich schaue mir einfach alles an, mal mehr und mal weniger fassungslos, und dann weiß ich nichts zu sagen. so ist das wohl jetzt erst einmal.

daneben tue ich, was zu tun ist. arbeiten, einkaufen, tango tanzen, noch mehr arbeiten und einkaufen, weil man ja essen muss, ein bisschen freude muss sein, und genuss. wählen gehe ich auch, natürlich, habe ich eigentlich dieser tage schon, am briefkasten. erledigt, erleichtert. verzweifelt.

das bauen kommt ein wenig zu kurz, obwohl es da ein paar raparaturen anstehen und die überarbeitung eines kleine nebenIVARregals. beinah das letzte, relativ kleine großprojekt, was derzeit noch auf dem zettel steht. danach gibt es nur noch kleinkram und die organisation der fremdzubeauftragenden arbeiten im wohnbüro. später im jahr, vielleich auch erst im nächsten. das hängt davon ab.

davon, wie es mit dem schreiben geht. da sieht es zwar gut aus, aber doch noch nicht so gut, dass ich trauen würde, öffentlich meinen möglicherweise recht unzuverlässigen zeitplan zu verraten. es ist gerade einmal so, dass ich in die anstehende arbeit schauen kann, sehen kann, was ich zu tun habe, manchmal sogar soweit, dass ich in die zukünftigen, inzwischen auch bereits abschließenden passagen kurz einzublicken vermag.

das alles ist gut, aber nicht gut genug.

so weit für heute. ich will mehr über die arbeit schreiben, die schreibarbeit. das muss ich noch sagen. ich hoffe, ich lasse mir die zeit dazu. denn das schreiben, so schrecklich das thema ist, das geschehen und der punkt, auf den zur mitte des jahres alles hinauslaufen wird. das scheint mir fast nichts, gegen das, was akut in der welt zu betrachten und zu bewältigen gilt.

wobei diese diskrepanz natürlich auch und vor allem darin begründet sein mag, dass ich das erzählen weitgehend selbst beherrsche. das vergangene, das erinnerte, das imaginierte, die fiktion. da weiß ich immer, wie es ausgeht. gegangen ist, das ist alles bereits geschehen. irgendwie. auch wenn es noch nicht geschrieben ist.

alles andere dagegen.

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