am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

monster

immer wieder gegen morgen, dicht unter der oberfläche des schafens, häßliche träume über familienzusammentreffen. nicht über die vergangenheit allerdings, vielmehr über die verlassenheit inmitten von blutsverwandtschaft, dieser wahllosen ansammlung von fremden menschen, unter denen ich, die ich bin, wie ich bin, mir selbst wie ein verzweifeltes monster erscheine. was ich nicht bin, ich bin nur verloren unter den regeln und gesetzen der verpflichtung. oder was ist das? familie? was anders als sinnlose pflichterfüllung und verfügbarkeit?

aber ich verrenne mich. wohin das führt, da ist kein weg. kein körper, keine seele.

und es ist ja auch nur, weil ich über familie schreibe, schreiben will, für die nächsten zirka 150 seiten noch. für das nächste jahr also, so in etwa, werde ich monster betrachten und gelegentlich beschreiben. müssen.

nicht aber beleben. versprochen.

auf der messe erfahre ich von der unmittelbar bevorstehenden veröffentlichung meines neuen buches. angst und freude mischen sich, bis ich das cover sehe. mein name über einem nicht mit mir abgesprochenen titel, irgendetwas mit SCHULD. in das buch hineinzusehen wage ich nicht. mir ist klar, daß es nicht erkennen werde, daß es nicht von mir sein kann. so gehe ich in die präsentation und lesung. so werde ich wach.

nachts auf dem motorrad nach hause fahren, immer auf diesen riesigen, unvollständigen mond zu.

voller tag. unglaublich voller tag, nicht nur von schreiben. arbeit über arbeit.

going (13)

und es kam genau so, wie ich es angekündigt hatte. das pflichtstück strengt an und will einfach nicht richtig werden. zweimal bin ich durch, mußte viel sortieren und ergänzen, damit es überhaupt ein kleines bißchen in fluß geraten konnte. fast verdopptel hat der umfang der sequenz dabei. nicht schlecht, aber trotzdem auch nicht gut. es stimmt einfach nicht, es geht nicht zusammen, der ablauf vor allem, die logik, ebenso der ton und der stil. verdammt!

noch nicht. morgen weiter.

außerdem sollte ich nicht motzen. wenn es morgen auch nur halbweg läuft, dann wäre das das erste mal, daß ich eine solide erstfassung eines kapitels knapp einer woche geschrieben hätte. was höchst verwunderlich ist.

nachts beim tango. jemand, den ich eine weile nicht gesehen habe, freut sich und fragt, wie es mir geht. gut, sage ich. sehr gut. keine ahnung, warum ich das sage. scheint wohl zu stimmen.

wir tanzen übrigens nicht. man tanzt nicht mit allen.

going (12)

zirka zehn seiten wird das dritte kapitel haben. etwas mehr als zwei davon sind noch zu überarbeiten, morgen. dann geht es nahtlos ins vierte kapitel, das bereits grob vorskizziert ist. sollte erheblich kürzer werden, denke ich. aber wer könnte das sagen?

wenig bis nichts von dem, was ich gestern einfach so runtergeschrieben habe, wie vielleicht noch nie zuvor, war untauglich bislang. im gegenteil. problematisch sind allein die verbleibenden gut zwei seiten. eine kurze dialoglastige episode, die vorwiegend information zu befördern hat, darüber hinaus lediglich ein eher weniger wichtiges familienfeierstimmungsbild zeichnen soll.

schwierig. es ist die pflichtarbeit, die mitunter am meisten beißt. morgen, wie gesagt.

dagegen steht die reine schreibfreude. heute war fast alles kür!

fortschritte

in sachen „messer schärfen“. schleifstein gefunden und damit ein wenig ahnungs- und erfolglos herumgeschliffen. nur die billigmesser wollten gelingen, nicht die schicken japanischen klingen, mit denen früher papier gespalten werden konnte. die machten zwischenzeitlich eher den eindruck, als würden sie von mir heute vollständig ruiniert werden. also ins internet und mich informiert, vor allem über schleifwinkel. hatte ich noch nie gehört, auch daß man schleifsteine wässern sollte.

ab da ging es aufwärts, jetzt sind alle klingen scharf. so einigermaßen zumindest. erstklassig ausgeführt ist das ganz sicher nicht, dazu ist mein material, besonders der billigschleifstein, den ich vor jahrzehnten für eine axt gekauft habe, viel zu miserabel. aber fürs erste. außerdem, mal wieder was gelernt, soll man im fortgeschrittenen alter nicht vernachlässigen.

kopfschmerzen am morgen nach einer nicht allzulangen tangonacht. zu müde war ich, beinah wie ausgeschaltet, vielleicht von den fünf seiten in drei stunden. die auch jetzt, bei nachträglicher durchsicht ziemlich solide aussehen. ich weiß es nicht. ich weiß so vieles nicht.

an die arbeit. weiter im text.

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