am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

zweiradfrust

viel erledigt heute, nur eines nicht. das, was ich mir vorzunehmen versucht hatte. auszeit, nichts tun, sein lassen. gut, das ist nicht neu.

stattdessen lauter kleinigkeiten. knöpfe annähen und hosentaschen flicken. die fertigen übersetzungen korrekturlesen und rausschicken. die espressomaschine entkalken. das motorrad waschen und starten. eigentlich ganz gut.

dass sich beim motorradwaschen herausgestellt hat, dass es ein massives problem gibt, hat mich frustriert. ohne bremse lässt sich nicht fahren, doch das ist das wenigste. was mich nervt und mein hirn komplett okkupiert, ist die zeit und die arbeit, die ich da nun wieder reinstecken muss. weniger das geld, das ist überschauber. aber teile für ein fast vierzig jahre altes motorrad zu besorgen, das kann aufwändig sein.

dabei muss ich das nicht einmal selber tun, da hab ich wen. der ist gut, nur leider nicht sehr zuverlässig. ich muss ihm ständig auf den füssen stehen, alle zwei tage anrufen und auf die nerven gehen. sonst passiert da gar nichts.

und ich muss ihm die maschine vor die werkstatt fahren. das ist nicht weit, etwas mehr als einen kilometer nur. aber es macht mir angst, womöglich ohne bremse fahren zu müssen. (ja, es gibt eine zweite bremse, aber die ist fußbedient. und ich bin klein und kurz und alt. ich brauche beide beine, damit die kiste immer gut steht.)

also habe ich heute noch eine gute stunde oder so vergoogelt. (mit startpage natürlich.) zunächst einmal brixton, da schaue ich ja immer wieder mal hin. kann mich aber nicht entscheiden. dann motorrad verkaufen, motorrad verschrotten sogar. obwohl die kiste das nun wirklich nicht verdient, sie ist häßlich, ja, aber technisch im grunde völlig okay.

ein wechsel ist machbar und möglich, wie mir scheint. ich brauche wohl langsam aber sicher wirklich etwas kleineres, leichteres, das ich besser beherrschen kann. ich meine sogar, dass ich mir diesbezüglich irgendwann schon einmal eine grenze gesetzt hatte. und die war die 60.

oder noch anders und überhaupt: brauche ich wirklich noch ein motorrad? will ich das, immer noch?

freude

liebe mitmenschen, die ihr parkende motorräder versehentlich (oder gar absichtlich?) umfahrt oder umstößt und dann (freundlicherweise?) wieder hinstellt; sie dann (vielleicht?) anschaut und feststellt: puh, nix passiert, zum glück!

dann einfach wegzugehen, ist keine gute idee.

weil man nicht so einfach sehen kann, ob wirklich nix passiert ist. motorräder tragen quasi alle wichtigen bedienteile außen und fallen in den meisten fällen irgendwo auf genau solche teile. das geht manchmal, aber eher selten gut. ich stand schon mal da, die maschine war notdürftig wieder auf den seitenständer gestellt worden. und der lenker war sicher um etwa zehn grad verdreht, das ist unangenehm viel. aber auch soetwas sieht man nicht so einfach, klar.

dem lieben menschen, dem das mit meiner maschine, irgendwann in den letzten tagen vermutlich, passiert ist, dem sei an dieser stelle gesagt: FREUEN SIE SICH, dass ich gleich* gemerkt habe, dass das sichtauge am bremszylinder gebrochen ist und aus dem grund kein hydraudischer druck mehr aufgebaut werden kann.

weil bremsflüssigkeit austritt.

ich meinerseits freue mich, dass die bestellung einer neuen armatur sicherlich ein wenig dauern wird, bei der alten maschine. und ich deshalb erstmal nicht mehr fahren kann.

* bevor ich losfahren wollte, bei dem wetter.

stille, sonntag morgen in neukölln. erst trällert ein e-scooter, minutenlang ruft er stoisch um hilfe. ohne erfolg, vermutlich. dann die amsel, ihr freundliches lied, wie es sich gehört. wenig später schreien die krähen ihren seltsamen gesang. diese punks, denen man ihre komplexität nicht anhört. mir sehr vertraut. am ende der laubbläser, mit dem der späti den berliner dreck vor sich hertreibt.

wie jeden morgen.

nestbauverhinderung

weitergebaut, vorgestern und gestern auch noch ein bisschen. der zusätzliche stauraum im schlafzimmer ist so gut wie fertig, nur noch ein paar kleinigkeiten. dazu zwei kleine pflanzenständer aus ein paar schönen holzresten. die lagen da schon lange, wäre doch zu schade gewesen. heute zum tango, unterricht. immer ein streß, aber immer auch gut. besonders da, wo wir jetzt gerade sind. da wollte ich schon lange wieder einmal zum einzelunterricht. dazwischen immer wieder arbeiten, übersetzen, aber nicht viel.

alles irgendwie nicht viel, das ist manchmal auch zu viel. wenn dann etwas raum bleibt, aber nur ein bisschen. nicht genug.

morgen mache ich frei!

aber wie war das? ich finde immer irgendwo irgendetwas, damit ich mich nicht mit dem schreiben befassen muss.

egal!

gestern endlich eine idee gehabt, wie ich es hinkriege, die vorwitzigen tauben von meinem balkon fernzuhalten. (eigentlich eine art loggia.) die tauben kommen immer rein und hocken dann gurrend in einem der blumentöpfe. ich fürchte, dass sie auf lange sicht ein nest planen. so sehr ich es mag, wenn auf meinem balkon die stadädtische natur einzieht. ein taubennest will ich dort nicht, von dem aus dann mein lieblingssitzplatz (weil eigentlich einziger!) vollgeschissen wird. im frühling hatte ich dagegen ein paar vorgelscheuchen aus alupapier installiert. das hat nur so ein bisschen geholfen, aber immerhin genug, dass trotz meiner zeitweiligen abwesenheit kein nest entstanden ist.

die lösung jetzt ist überraschend einfach, ich muss nur das sonnenschutzbambusrollo immer wenigstens so auf halb hängen lassen. dann sehen tauben und andere vögel, amseln hatte ich hier auch schon, dass sie nicht hineinfliegen sollen. und eben auch nicht mehr können. andererseits ist da noch die kleinere, schmale seite des balkons. ob sie da auch reinkommen wollen würden? rausfliegen habe ich sie da schon sehen. also habe ich ein weiteres, schmales rollo gekauft, second hand, das ich ein bisschen zuschneiden und an der seite aufhängen kann. dann sollte auch da alles dicht sein.

den tomaten tut das alles nix, die stehen außerderhalb des sonnenschutzes. aber ob ich das mag, wenn alles zu ist?

handwerkerschabernack

die fensterbauer heute morgen waren pünktlich, fast auf die minute. allerdings haben sie mich zuvor über ein jahr warten lassen. und das fenster war kaputt, die ganze zeit. ich durfte es nicht anrühren, sonst wäre mir der flügel in den arm gefallen. und dann?

in dieser zeit vergaß man das problem, offensichtlich weil die bestellten ersattzteile nicht mehr lieferbar sind. man vergas auch, mir das mitzuzeilen. und vor allem vergaß man, sich um eine problemlösung zu bemühen. bis ich dann vor vier, fünf wochen, oder so, mal nachgefragt habe. da war man irritiert, sich aber keiner schuld bewußt, wollte sich aber mit der hausverwaltung in verbindung setzen. zwecks lösungsfindung.

das ging schnell, gleich am nächsten tag durfte ich mir aussuchen, ob ich ein klipp- oder klappflügel möchte. beides ginge nicht mehr, weil kaputt und keine ersatzteile. ich entschied mich für ein klappfenster, ist schließlich ein oberlicht.

gut, dann müsse man jetzt ersatzteile bestellen. so sagte man mir.

ersatzteile?

ich markierte mir exakt vier wochen für das warten, nicht dass das wieder ein jahr dauert. und letzte woche fing ich an, strategisch die nummer des fensterbauers zu wählen. in unregelmäßigen abständen, also mehrmals am tag, gut verteilt. könnte ja sein. ich vermute, der mann hat sich meine nummer mit einer roten warnung versehen, denn er ging nie ans telefon. bis dienstag. guten abend, sagte er, nur wenig verhalten genervt. da war es kurz nach sechzehn uhr.

der termin war schnell gemacht, heute um zehn, und hat zirka zehn minute gedauert. ersatzteile waren keine vonnöten. der hebel wurde blockiert, fertig. auch all das gestänge und die kleine schraubensammlung, die ich ein jahr lang artig aufbewahrt hatte, wurden einfach nur zur entsorgung eingesammelt. so einfach, so schnell. ich war ein wenig fassungslos.

egal. jetzt klappt’s wieder mit dem klappen.

blödes zeug

erwerbsarbeit kann derart tief nerven, das ist nicht neu. nichts findet ein ende in der zeit, manchmal bleiben überall lose enden, die ich nicht vergessen darf. am ende, wann immer das ist. und das lässt mich dann nicht, durch den tag, bis in die nacht.

oder, wie eine gute freundin sagen würde: du findest mit sicherheit immer irgendetwas, was dich am schreiben hindert, ob es nun andere menschen sind, blöde dinge, die im weg stehen, oder gleich die ganze welt. das ist ein klein wenig spitzfindig, finde ich, aber dennoch nicht von grund auf falsch.

wahr ist, dass manchmal eben nichts hilft. auch nicht die dinge, die glatt laufen und schön werden.

die über den winter arg krumm gewordene aufsatztischplatte – osb, aufrecht draußen gelagert, das war eine schlechte idee – für den kleinen balkontisch konnte ich heute nachmittag zügig ersetzen. eine siebdruckplatte – neun millimeter – zusägen lassen, die kanten schleifen, die von der alten platte abgeschraubten halterungsschienen befestigen: fertig. und dann noch viel besser als vorher.

mit den übersetzungen wieder auf stand null, was nicht genug ist, aber so gerade eben vertretbar. und es hat nur wenig mehr als zwei stunden gedauert. dabei in die wolken gesehen, beim laden der seiten, dem wind zulauscht und regen geahnt, der doch nicht kommen wollte. vielleicht morgen.

dann noch die alten bretter hervorgekramt, die mal einen starren lattenrost in meinem bett waren. mein vater hat die gesägt und gehobelt, aber ich habe schon vor jahren auf federleisten umgestellt. jetzt passt das maß der bretter genau für regalbretter, ich muss sie nur einmal mittig durchschneiden. beim anreißen finde ich lisas feine krallenspuren. sie hat immer gerne unter dem bett gelegen, den rücken auf dem teppich und sich an den brettern vorwärts, oder rückwärts, oder was auch immer gezogen.

das holz ist alt, über dreißig jahre, knochentrocken und rissig. an manchen stellen die baumkante, aber ohne rinde. die ist schon lange weg. ich freue mich sehr, dass es wieder sinn und zweck bekommt.

morgen oder übermorgen.

heute mit dem rad zur arbeit, von neukölln nach charlottenburg, so etwa 13 kilometer für eine strecke. vermutlich etwas mehr, weil ich auf der hinfahrt ein bisschen blöd gefahren bin. umwege. also so 26 bis 28 kilometer vielleicht. und ich muss sagen: ich bin echt alle, trotz motor! was sehr für meinen aktuell wenig bis gar nicht vorhandenen trainingszustand spricht. kondition = null!

auf der arbeit ein mittelgroßes arbeitsfass aufgemacht, das mich noch ein wenig beschäftigen wird. dazu noch ein größeres denkfass, was mich einstweilen verwirrt, weil ich die zusammenhänge nicht in ihrer gesamtheit überblicke. was ich heute gesehen habe allerdings, das spricht nicht dafür, dass es so werden könnte, wie ich es mir die ganze zeit dachte.

all dieses denken. das denken und sich etwas ausdenken. dazu die realität, was immer das sein mag.

zu hause dann so gut wie nichts. ein paar zeilen nur in zwei übersetzungsdateien, ein paar überweisungen erledigt, die ikeagutscheine ausgedruckt, auch wenn ich es dahin so bald nicht schaffe. das päckchen mit den tonbändern gepackt, salat gemacht, gegessen, ein bisschen schokolade auch und bier. mehr nicht, dabei nur unendlich müde gewesen. die ganze zeit.

so ist heute nichts fertig geworden. alles liegt noch irgendwo und wartet. dass es meine zeit fressen kann, später einmal.

und etwas fehlt. etwas fehlt immer.

wo man doch das leben nicht verschieben sollte. niemals dahin, wo am ende nichts mehr ist.

kleinkram

der schrankaufbau hat heute endlich türen bekommen. die schließen sogar einigermaßen, vermutlich weil das ding ein bisschen schief und krumm geworden ist. das ist nicht weiter verwunderlich, weil ja schon der alte schrank darunter, nach all den jahren, längst nicht mehr gerade steht. er stammt aus den fünfzigern oder sechzigern, ist also ungefähr so alt wie ich. dafür ist der aufbau am ende dann doch recht gut geworden. und irgendwann werde ich auch noch magnetschnapper anbringen.

ich streiche also den punkt schranktüren einbauen von der liste, damit ist das erledigt. und unten schreibe ich schrankregal hin, denn zur seite geht es ja weiter. noch mehr stauraum. zuletzt das kleine ivar wachsen, aber erst nach klagenfurt. dann wäre das schlafzimmer fertig.

damit wäre ich dort wesentlich schneller als in der küche. die hat am ende über ein jahr gebraucht, und ein paar kleinigkeiten sind schon noch zu tun.

aber kleinigkeiten zähle ich nicht.

sonst noch: übersetzungszeug, wäsche waschen, staubsaugen und, kurzentschlossen, haare schneiden. also kopf rasieren, wieder mal. stand nicht auf der liste, aber hat sich so ergeben. und es ist ja sommer, da passt das doch.

unausweichlich

letzte nacht war wohl die übelste nacht ever. keine ahnung, ob ich geträumt habe und was. aber das knie hab ich mir verdreht im schlaf, dass ich es lange nicht mehr ausstrecken konnte. weitergeschlafen habe ich aber doch. aber nicht recht atmen konnte ich und latend schlecht war mir, was zusammengenommen sicher an der aktuellen allergiesituation gelegen haben mag. oder mit dem blöden, unkoordinierten quatsch, den ich gestern gegessen habe. das war nicht wirklich ernährung, kommt vor.

irgendwann in der nacht starre ich in eben diese und weiß, dass ich nicht mehr tun kann, was ich alles noch vorhabe. dass ich im leben nicht mehr dazu kommen werde, zum beispiel, die beiden latten rechts und links an den neuen schrankaufsatz zu schrauben, damit ich dort endlich die türen anbringen kann. das ist ganz sicher geträumt, das denke ich noch im traum. aber man weiß ja nie.

näher war ich nie an der selbstverständlichkeit meines todes, irgendwann wird da dieser schnitt. unausweichlich.

am morgen war das knie wieder völlig okay, und das mit den latten habe ich auch problemlos erledigen können. ich wäre sicher noch dazu gekommen, die türen anzubringen. hätte ich nicht eine davon auf den boden fallen lassen, mit einer ecke ausgerechnet. die musste dann erstmal wieder repariert werden, also geleimt. das dauert an. morgen ist ja auch noch, wenn ich nicht wieder vorher träume.

ansonsten gearbeitet, wie das so ist. viel zeugs übersetzt und gleich ins backend der webseite weggeschafft. außerdem einiges vorbereitet, dass dann nächste woche drankommt. neben dem, was ohnehin noch aufläuft. das macht in gewisser weise zufrieden, auch weil es geld bedeutet. da kann ich quasi zusehen, wie die summe sich aufrechnet.

was fehlt ist die leere, die glatte zeit. die schreibarbeit vor dem schreiben. das finden, verdammt. am ende ist da diese gewissheit, dass ich diesbezüglich etwas falsch steuere. wenn ich überhaupt steuere. genau da sollte ich ansetzen, vermute ich.

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