am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

manchmal denke ich, daß ich nichts dagegen hätte, wenn der körper unterhalb des obersten wirbels eine maschine wäre, die einfach oder schwierig zu warten, dennoch keine schmerzen zu bereiten in der lage wäre. heute zum beispiel, wo der schmerz kaum mehr als schmerz erkennbar, nur noch eine permanente denkbar unangebrachte erschöpfung ist.
dann fällt mir wieder die migräne ein, und ich verwerfe den gedanken. leben in einem körper scheint mir seit jeher ziemlich ausweglos zu sein.

totes land (4)

nach wie vor bewegt sich das projekt sehr langsam. noch baut sich die struktur, und ich baue kräftig mit. so muß es sein. andererseits ist derzeit noch nicht allzuviel möglich in bezug der konkreten umsetzung, also schreiben. ich sitze am 3. kapitel. bislang sind aber die kapitel nicht sonderlich umfangreich gedacht, dementsprechend sehen sie auch aus. alles bleibt knapp und auf den punkt gerichtet, hoffe ich, selbst in der allerersten fassung. das ist gut so. das gefällt mir. mal was anderes, nach dem stilistisch etwas festgefahrenen geschreibsel der letzten zeit.
die grundlegenden eckdaten sind auch schon seit einiger zeit geklärt. die namen vergeben, die zeitstruktur einigermaßen geregelt. kann also nur besser werden, auch mit der konkreten arbeit.

georg zwingt mich, in alten ordnern zu stöbern. gedichte für nachtgedichte.de zusammensuchen. was ich noch gefunden habe, ist weit über 10 jahre alt.
es ist seltsam, die worte von damals zu lesen, auch wenn es die eigenen sind. das meiste ist heute irrelevant, keine frage. aber das ist nicht sonderlich überraschend. so ist es immer mit lyrik, meist schon nach sehr kurzer zeit. auf dem gebiet gelingt wenig, oft nur das, was tagelange arbeit gefordert hat. entgegen der landläufigen meinung, man könne gedichte nur in einem schnellen moment verfassen. manch ein gedicht mag ein moment, aber auch der ist höchstwahrscheinlich nicht in einem augenblick entstanden. meiner erfahrung nach.
ich überfliege also hunderte von kleinen und kleinsten texten, erkenne die melodie, erinnere den lebenskontext, manchmal. die eine oder die andere frau, die eine oder andere nacht. das scheint am deutlichsten durch. glaube, hoffnung, liebe. diese drei. das ist lange her, aber es schwingt eigenartig nach. vorsicht also vor den eigenen worten, besonders denen auf papier. da lebt und wirkt eine mächtige energie.
schon lange schreibe ich keine lyrik mehr, auch wenn das hier und da von mir gefordert wird, zum teil durchaus vehement. es ist, als hätte ich mein lyrisches ich verloren. oder aufgegeben. oder vielleicht doch nur nur mein kitschiges ich durch das zeitgemäß zynische ersetzt?
[vielleicht stelle ich das eine oder andere triefende teil in die bones, mal sehen. ach, das eine oder andere steht da ja schon. wie zum beweis, daß es gar nicht stimmt, daß ich keine lyrik mehr schreibe. auch das noch.]

eingeschobener migränetag, hinter mir.

totes land (3)

arbeiten, schreiben, ist immer auch warten, daß etwas sich zurechtwächst. das neue projekt wühlt derzeit noch tief, pflügt sich eine schmale, kaum sichtbare spur. konkret läßt sich in dieser phase kaum etwas sagen. ich sammle, inwendig zunächst, lasse vieles aber auch wieder ziehen. dinge, die nicht stimmen oder noch nicht vollständig sind. die vielleicht nie wieder kommen. hin und wieder notiere ich einzelheiten. fetzen, haken und ösen. nicht viel.
das denken, die linien und farben, die miteinander spielen, wie von selbst. so wunderbar wie gefährlich flüchtig. wie soll man da sagen: an die arbeit. in diesem zustand, stadium. sprache ist hier kaum mehr als ein stottern. zu recht. alles ist vertrauen. (selten genug, aber hier ist es da. immer.)

die fremde waage zeigte weit über 60 kilo. die zuhause dann eilig bemühte eigene hingegen lediglich den oberen bereich des üblichen spektrums. schwein gehabt.
merke: keine neue waage kaufen, niemals! (das hat don zum glück vor einer weile auch schon mal festgestellt. und zum glück hat don auch eine gut funktionierende suchfunktion, obwohl ich grad ziemlich danach gesucht habe.)

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