am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nix passiert

einiges erledigt heute, dafür mit dem rad herumgefahren. das ist immer noch ein spaß. und es wird noch mehr ein spaß sein, wenn erstmal frühling ist. davon bin ich überzeugt.

den schreibexzess der letzten woche erfolgreich (?) abgeschlossen und weitergereicht. das war das ziel, mehr liegt nicht in meiner hand. der rest ist schweigen.

das war gut.

doch die windigkeit dieser tage schlägt mir aufs gemüt. immer so ein sturm nach dem anderen, wie in wellen kommt das, fast ohne pause. (no pun intended.) da kommt mein denken nicht mit, es verweht sich, bevor ich es begriffen habe. das ist unangenehm, das will ich so nicht.

jetzt ist nacht. draußen scheppert das gerüst an dem haus schräg gegenüber, und die weiße folie, die auf dem dachstuhl angebracht ist, macht beim flattern einen mächtigen lärm. keine ahnung, ob ich dabei schlafen kann. immerhin war die feuerwehr schon da, hat die statik geprüft oder was auch immer. und die polizei hat den bürgersteig mit flatterband gesichert.

mir kann also nix passieren. (von wegen.)

müde sein, das ist gut. in kombination mit zufriedenheit erst recht, was wahrlich nicht selbstverständlich ist. das ist noch besser.

wenn ich hochsehe allerdings, dann schaue ich in einen neuen kalten krieg. nein, in einen alten, längst erkalteten. wer hätte das gedacht.

aber ja, man kann auch erfrieren in dieser welt.

es geht um eine beerdigung, dafür bin ich angereist. ich soll reden, wie andere auch, aber ich soll die letzte rede halten. ich weiß nicht warum, ich war nicht sehr befreudet mit der jetzt toten. nicht mehr, aber daran denke ich nicht lange. ich bin da, und ich tue, was ich kann.

zu meiner überraschung wird die zeremonie gefilmt und live übertragen. ich lese meine rede vom titelblatt einer zeitung ab, auf englisch. keine ahnung, wer den text für mich übersetzt hat. ich bin sicher, ihn selbst geschrieben zu haben, aber jetzt erkenne ich ihn nicht wieder. während ich lese und spreche, versuche ich zu erkennen, was ich sage.

doch das funktioniert nicht im traum, da spüre ich nur das englische, die melodie, die mir leicht fällt und gefällt. was ich sage und geschrieben habe, das hat eine haltung. zufrieden wache ich auf.

alles nichts

es gibt durchaus tage, da verfluche ich das schreiben. da weiß ich nicht mehr, wie ich jemals auf die idee kommen konnte, das tun zu wollen. aber es ist jetzt schon so lange her, über vierzig jahre, dass ich mich dahinein verbissen habe. ich kann nichts anderes mehr tun, es ist mein leben.

auch wenn es mein leben frisst, andererseits.

ich wünschte, ich wäre stärker. noch viel stärker. stark genug, um es zu ertragen, wie womöglich alles ins nichts laufen wird. letztendlich.

das war ein überraschend lebendiger tag, verglichen mit dem gestrigen absturz durch überschreibung. oder was auch immer das war.

auf der arbeit auf eine batzen arbeit gestoßen, der in ein paar wochen oder so auf mich zukommt. nicht dass mir davon mal wer erzählt hätte. aber gut, ich hab es selbst entdeckt und gleich darauf hingewiesen, dass es deutlich schlimmer ist, als es auf den ersten blick aussieht. sehr viel mehr händisches herumsuchen, systematisch aber aufwändig. wurde dann auch schnell bestätigt, das insiderwissen in meinem bereich. da kam ich mir nach jahren dann doch mal wieder ein bisschen kompetent und zuständig vor.

zwischendrin die waschmaschine laufen lassen zu können, zum briefkasten zu gehen, eine eilige überweisung zu erledigen und all so zeugs, neben der arbeit sozusagen, das fängt dann doch, mir ein klein wenig zu gefallen. spontan das bett abzuziehen zum beispiel, dass ich jetz in einem frischen bett liege. das ist unschlagbar.

kein schreiben heute, logisch. ein bisschen texterfassung für das übersetzungsprojekt am abend, nach dem essen, gegen neun. sieht machbar aus, und es ist immer eine erleichterung, eine gewisse übersicht zu haben. genau die habe ich endlich wieder einmal.

ebenso von vorteil ist es, noch etwas von dieser scharfen kürbismöhrensuppe im tiefkühlfach zu haben. und mich rechtzeitig daran zu erinnern, dass ich das tiefkühlfach leeressen muss, weil der kühlschrank abgetaut werden muss. steht so auf der liste, mit höchster priorität.

nicht so gut ist es, wenn mir der werkzeugkasten kurz nach elf uhr nachts auf den flurboden scheppert. dabei wollte ich doch nur einen schraubendreher, um den klorollenhalter besser zu fixieren, mit neuen längere schrauben. sowas kann ich ja manchmal nicht lassen, wenn es mir schon auffällt. auch mitten in der nacht.

also lauter kleine freuden heute, wenn ich es recht betrachte. (bis auf das geschepper.)

branding/4

am freitag den bestehenden text vor mich gestellt, fünfundzwanzig seiten, wie auf ein podest oder eine staffelei. dann zur axt gegriffen und los, weil zwei drittel davon weg muss. das heißt, ein neuer text soll entstehen, etwas anderes muss aus dem kommen, was bereits existiert.

zum abend hin auf etwa elf seiten gekommen, was nicht genug war. aber gut, hervorragend sogar. weil also keine fehler zu erwarten waren, in aller ruhe zum tango gegangen. gegessen, getanzt, geredet und getrunken.

in der nacht noch gedacht und über den titel entscheiden, die aufteilung. das dann am samstag gleich umgesetzt und etwa die hälfte des textrumpfs durchgearbeitet. fast mit leichtigkeit, muss ich sagen. so leicht, dass zwischendurch ganz entspannt das küchenregal abgebaut, umgebaut und wieder angebaut habe. was wesentlich länger gedauert hat, als ich gedacht hatte. das war schon ein bisschen mies.

erst spät also, am abend schon, in die zweite hälfte, von der ich dachte, dass sie nicht so aufwändig sein würde. wenig umzustellen, nur kürzen, keine probleme. von wegen. die abendarbeit lief nicht besonders rund, keine zufriedenheit wollte sich einstellen. nur frust und müdigkeit. aber runter auf knapp zehn seiten war ich am ende dann doch.

heute gleich am morgen eingesteigen. hinten eingestiegen, wo es mir nötig schien nach den unsauberheiten des vorherigen abends. leicht war es nicht, ich musste zum letzten mittel greifen. mir alles laut und langsam vorsagen, nicht nur schnell, damit es schnell geht. oder gar nicht, weil. nein, gar nicht geht gar nicht. rezitieren muss ich immer.

vier stunden waren das oder mehr noch, sechs vielleicht. doch das ergebnis ist gut, unter neun seiten bin ich gekommen. die dramaturgie stimmt, die spannung sogar. das denke ich, weiß es aber im grunde nicht.

ich höre trotzdem auf, da ist es noch hell. weil ich weiß, dass mehr nicht mehr geht, nicht an diesem wochenende. ich lasse den text und schicke ihn ab, zum gegenchecken. weiter geht es dann am donnerstag, die letzten feinheiten erledigen. so ist der plan.

keine zehn minuten später falle ich in mich zusammen, in eine tiefe, vor allem auch körperliche erschöpfung. es war ein anstrengendes wochenende, damit hatte ich so nicht gerechnet. das schreiben vor allem hat alles von mir verlangt, das vor allem hatte ich nicht auf dem plan. das bauen war ein leichtes dagegen, trotz leichtem muskelkater.

und jetzt ist mal schluss hier. in ein paar stunden fängt die neue arbeitswoche an.

die berliner wohnung ist gekündig, eine neue gefunden, woanders. ich freue mich sehr, ich weiß aber nicht mehr, wo sie ist. deshalb werde ich traurig, möchte doch gerne wieder zurück. also fahre ich herum auf der suche, mit straßenbahnen und zügen, bis ich mich völlig verloren habe. im zimmer meines bruders dann, bin ich beschämt. ich habe die geschenke zu hause vergessen, stattdessen das geschenkpapier eingepackt. und meine mutter sieht aus wie eine uralte zwölfjährige, scheint freundlich gesinnt. ich sehe nicht. ich habe die legosteindicken gläser aus meiner brille genommen, um sie zu putzen. ich sehe nichts, auch nicht die frau, die dazukommt. sie hat einen schlüssel, den höre ich in der tür. du bist ja gar nicht so monströs, sagt die frau. nein, sage ich. keine angst. ich stehe auf und dabei verliere ich die gläser. damit bin ich entgültig verloren und erwache.

#insight

irgendwo zwischen bauen und schreiben, dabei das haus heute nicht verlassen. die wohnung schon, zweimal war ich beim briefkasten. einmal für die zeitung, das andere mal für die post.

die schufa findet, ich sei kein großes risiko, aber es leben mehr als sieben parteien in dem haus, in dem ich wohne. das stimmt, beides. der optiker dankt für meinen brillenkauf und weist auf seinen stinknormalen service hin.

draußen hat die sonne geschienen.

vor ungefähr einem jahr gab es keine baumärkte, da war nix mit bauen. statt dessen habe ich diese holzpuzzle gemacht. und in der post waren hin und wieder postkarten mit durchhaltezusprüchen: bald ist impfung und nächstes jahr im sommer. dann tanzen wir und trinken wir, irgendwo mit sand zwischen den zehen.

das ist lange her, auch der sommer.

ich weiß, dass da draußen derzeit alles weitgehend normal ist. ich lese, wie manche menschen sich darüber aufregen. ich weiß, dass freunde ins kino gehen und zur arbeit und reisen planen. ich selbst geh da nicht mehr hin, nach draußen. es gibt kaum einen grund, aber ich bin eine der wenigen.

ich wollte nach leipzig, zur messe. ich hatte karten gekauft, schon vor wochen. obwohl ich nicht wusste, ob ich das hinkriegen würde. unter menschen sein, vielen fremden menschen. das werde ich nun nicht mehr herausfinden, aber das ist unwichtig.

es ist ein elend.

gut

die mischkalkulation meiner arbeitstage gelingt mir wieder besser, entsprechend entwickelt sich der schulterschmerz zurück. ein wenig zumindest. aber ich sollte es nicht beschreien, das rächt sich mitunter. ich bewege den kopf zu wenig, dehne die nackenmuskulatur kaum und vergesse auch das mit den augen. schließen und kneifen, ab und zu gießen. verdammt.

but first things first. vor dem wecker aufgewacht, dann ohne eile, aber doch recht bald aufgestanden. mit dem morgenkaffee noch einmal über das am wochenende sorgfältig durchgearbeitete kapitel gegangen. ein letztes mal, das ging tatsächlich zügig. alles gut geworden, weiter geht’s. aber erstmal zurück in den neuen text, aus dem ich jetzt für eine bewerbung einen auszug zusammenbauen muss.

das ist ein bisschen ein wahnsinn, so hin- und wieder zurückzuspringen zwischen zwei grundverschiedenen werken. oder aber ich bin jetzt wirklich ein absoluter schreibprofi, dass ich das auf mich nehme. und es wird gelingen, das weiß ich. es wird mich nur in die verzweiflung treiben und am ende elend erschöpft haben. das also morgen. und übermorgen. und am sonntag.

zurück zu heute: nach dem schreibtischschreiben erstmal ein bisschen mit holz gewerkelt. nein, eigentlich eine ziemlich heikle sache erledigt. zwei latten nur, festes buchenholz, für die neue befestigung des küchenregalbretts. die mussten an die wand geschraubt werden, mehr nicht. aber eben fest angeschraubt und das genau an das stück wand, an an dem schon kacheln kleben. also war präzises arbeiten angesagt, exaktes messen und bohren, ohne flüchtigkeitsfehler und auch das schicksal war gefragt. fünf schrauben, fünf löcher, und wäre nur eines davon daneben gegangen, es hätte alles nicht mehr funktioniert.

hat es aber. alles super, bombenfest und beinah exakt im wasser. ich kann auch das, wenn ich mich ein wenig zusammenreiße. morgen geht es weiter damit, hoffe ich. ich freu mich schon.

dann gleich wieder an den schreibtisch, die übersetzungsarbeit diesmal. nicht viel in dieser woche, die schreibarbeit geht vor. aber ganz vergessen will ich, besser darf ich das nicht schon wieder.

so gesehen: alles gut heute.

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