am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

going deeper

ganz leise ertrinke ich in traurigkeit. über die welt und die menschen, wie sie gezwungen sind darin zu leben. durch sich selbst oder die anderen, ganz egal.

Es ist so einfach, ein Mensch zu sein, sagt margot friedländer am sonntag abend im deutschen debatten-tv des 21. jahrhunderts.

ich weiß, wie leicht es ist. und wie schwer. das geht tief und immer tiefer. bis zum grund, sonst ist es sinnlos.

failure

ich bemühe mich, ordnung zu schaffen, um ins schreiben zu kommen. ich habe eine vorstellung, mehr eine richtung vielleicht, aber es wird klarer. immehrin. doch wollte mir nichts davon gelingen.

früh geweckt worden bin ich, von den baggern draußen und einem mächtigen bohren irgendwo unter mir. genau wie erwartet. draußen wurde eine schnur in der mitte der straße gezogen. ich bin gespannt, was das nun wieder bedeutet. gegen mittag losgeradelt, zum tangounterricht. der ging lange, weit über die gebuchte stunde hinaus. anschließend sind wir noch eingekehrt, für guten kaffee und portugisische törtchen. als ich nach hause zurückkam war es fast schon dunkel.

und still, alle bauarbeiter verschwunden. ich war müde.

ich habe also nicht geschrieben, nicht einmal die datei geöffnet. ich habe ein ganz kleines bisschen gearbeitet, übersetzt. nur eine stunde oder so, obwohl ich mir doch vorgenommen hatte, dieses wochenende auf jeden fall freizulassen. fürs schreiben.

egal ob ich es dann tun würde oder nicht. das war wohl nix.

was ich sagen muss

ich bin ein wenig erschöpft, muss ich sagen. die straßenbauarbeiten dauern an, seit august scheppert und dröhnt es draußen an meiner kreuzung. sechs tage die woche, jeweils ab sieben uhr, da gibt es kein pardon. dazu gesellen sich zwei wohnungbaustellen hier in meinem haus, die eine davon nicht direkt unter mir, aber mit nur einer wohnung dazwischen. außerdem wurden vor ein paar tagen offensichtlich umbauarbeiten in der leerstehenden kneipe am eck aufgenommen. zu hören ist noch nichts davon, das wird vom straßenbau übertönt. aber auch das macht mir sorgen.

ich hoffe sehr, dass es keine bar werden wird, die bis spät in die nacht durch mein schlafzimmer tanzt. stattdessen ein schönes café, mit gutem kaffee und mittagtisch vielleicht, und abends nur bis zehn oder so. meinetwegen auch elf, aber wozu? da würde ich gerne mein geld lassen. (hätte vermutlich sogar mein wlan parat. ; )

das alles zerrt an mir, das muss ich sagen.

dabei geht es kaum noch um das, was ich gegebenenfalls zu sagen hätte, es geht nur noch um lärm und arbeit und zu wenig schlaf. ich zähle die tage, die wochen. bis mitte dezember, immerhin, soll der fahrradstraßenbau abgeschlossen sein. so steht es zumindest auf dem schild, mal sehen, ob das klappt. wirklich beurteilen kann ich das nicht, ich hoffe einfach.

das schreiben schiebe ich vor mir her. ich denke daran, aber ich greife nicht danach. oder wenn ich es tue, dann arbeite ich mechanisch, rein handwerklich. das ist auch gut, besser als nichts, aber.

es ist nicht alles hoffnungslos, es ist nur anstrengend derzeit. manchmal stecke ich mir die nbeuen stöpsel in die ohren und schlafe eine oder zwei stunden länger. wenn zufällig draußen die bagger nicht den holzboden meiner wohnung nicht gleich früh am morgen erschüttern.

dann träume ich. von einem neuen motorrad mit riemenantrieb und irgendwie sehr komischen reifen.*

* das stimmt natürlich nicht. das neue hat kettenantreib und ganz normale reifen. es ist mattgrün und stammt aus indien.

mercy

ich versuche mir vorzustellen, wie und warum dinge nicht real werden. dass das nichts außergewöhnliches ist, im gegenteil. fast alles, was menschen sich ausdenken, ihre ideen und vorstellungen, werden keine wahrheit. in vielen fällen ist das gut so, fürchte ich. (ich sehe diese welt, wie sie derzeit ist. das jetzt, ohne jedes erbarmen.) es könnte sonst alles noch viel schlimmer sein oder werden.

doch es geht auch viel schönheit verloren, verliert sich in der weite und wirkt in der ausdehnung. vielleicht, offen für alle. verfügbar. das hoffe und das glaube ich zumindest. auch wenn kaum etwas davon je zu sehen sein wird, es ist da. und es bleibt als gnade.

anders wäre das alles nicht zu ertragen.

perspektiven

gestern alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. noch vor vierzehn uhr alles geputzt, die dokumente abgeladen, eingekauft und den eintopf gekocht. dann hat der besuch abgesagt, und ich saß ein wenig abgehängt da. einerseits entäuscht ob der vielen vergeblichen vorbereitungen, andererseits überrascht von der plötzlich glatten zeit. die ich dann wohl eher wenig klug genutzt habe.

ein bisschen pc-einrichtung und pc-aufräumung, so weit, so gut. dieses verdammtes sicherungssystem hingegen werde ich wohl nie wirklich begreifen. da ich das aber bald grundlegend zu ändern gedenke, ist es womöglich erstmal nicht so wichtig. ich sichere einfach alles wichtig per hand, einfache oder doppelte usb-taktik, wie gruselig. für den rest hoffe ich auf das beste.

immerhin war ich klug genug, nicht nahtlos weiterzuarbweiten, wie ich es sonst immer tue. wo immer zeit ich, mache ich geld. das war mir so lange nicht möglich, dass ich mitunter wie manisch werde. nicht wegen des geldes vorwiegend, mehr aufgrund der möglichkeit. so gefalle ich mir gar nicht.

auch heute habe ich nur kurz nachgesehen, ob es neue tasks gibt. da waren keine, zum glück, denn die wäre ich wohl nahtlos angegangen. da hätte ich mich nicht zurückhalten können. aber von den alten, die auch nicht wenige sind, habe ich die finger lassen können. gut!

stattdessen hat der tag begonnen mit ein paar bastelarbeiten. das holz für die neuen flurbücherregale, das in letzte woche schon bestellt hatte, ist noch nicht da. jedenfalls hat man mich nicht angerufen, vielleicht habe ich eine falsche nummer notiert. vielleicht ist auch kein holz verfügbar, ist ja alles nicht so ohne derzeit. überhaupt habe ich für ungefähr die halbe planung satte zweihundert euro hingelegt, das ist enorm. selber bauen ist schon lange kein schnäppchen mehr.

weil also das holz noch nicht da ist, habe ich eben den zweitschreibtisch im schlafzimmer mit einer kabel-und einer bildschirmhalterung aufgerüstet. sowas kann dann auch schonmal drei stunden dauern, vor allem, wenn das gestern erst gelieferte simple ikea-ding in zwei verschiedene anwendungshälften zersägt und zurechtgebogen werden wollte. sollte oder musste. naja. jetzt ist fertig.

zwischendrin schaue ich in die straße runter, wo auch heute etliche bauarbeiter wuseln. kipplaster fahren vor und bagger fahren herum, menschen mit schaufeln und sägen, immer wieder gummihämmer. die perspektive ist ein bisschen wie damals im sandkasten. ich stehe da, schaue hinab und schiebe material herum, damit straßen werden und häuser, brücken und tunnel. sehr lustig. eine erinnerung, keine illusion. jedenfalls nicht ausschließlich.

es ist schon fast dunkel, als ich die textdatei öffne. immerhin, ich schreibe ein wenig. das erst macht mich zufrieden.

gummi geben

eine oder zwei stunden länger geschlafen heute, dank wohlgeformter ohrstöpsel. die ersten in meinem leben, die für mich funktionieren. das ist gut. anderseits helfen die besten ohrstöpsel nicht gegen trittschall. unten auf der straße werden steine geräumt und wird erde bewegt. das bewegt den boden unter mir. unten im haus wird eine wohnung renoviert, von da kommt seit tagen ein kratzen und schleifen und heute morgen ein heftiges schlagen. und unter mir der boden, der ist aus holz. mal entspannt ausschlafen funktioniert so natürlich nicht.

immerhin erfahre ich, dass ich durchaus noch traumfähig bin. zwischen all dem lärm springe ich zwischen fremden, surrealen räumen herum. nicht besonders ergiebig, all das, mehr oder weniger erinnerungsschrott. dinge, die ich längst vergessen glaubte. oder hoffte, aber das stimmt wohl nicht.

gleich mit dem frühstück stürze ich mich in arbeit. ich will einiges schaffe, heute und morgen, dass ich vielleicht einmal ein wochenende zum schreiben habe. anders geht es doch nicht. zwischendrin gehe ich einkaufen, für den besuch morgen, aber rosenkohl darf ich nicht machen. das ist schade. auch morgen ist dann alles zugetaktet. küche putzen, bad auch ein bisschen, überall saugen. nochmal einkaufen, zum türken, den salat will ich lieber frisch. und nachtisch, denn zum kuchenbacken kommt ich eher nicht. obwohl ich alles dafür eingekauft habe, aber da ist ja auch noch arbeit. die drei dokumente, die ich heute erstellt habe, müssen endkontrolliert und dann zugestellt werden.

zwischendurch schau ich immer wieder den straßenbauarbeiten zu. bei der kreuzungsgestaltung werden einige korrekturen durchgeführt, die kurven und rundungen werden neu gezogen. dabei kommen stangen und schnüre, aber auch riesige winkel und andere, mir unbekannte geräte zum einsatz. am ende aber hockt da ein mensch mit einem gummihammer.

rage

sieht so aus, als gäbe es nicht viel zu sagen. ich arbeite mich durch die zeit, das ist alles. jeden morgen gegen sieben knallen die straßenbauarbeiten los, langsam wird das lästig. so sehr ich mich freue, über die fahrradstraße vorm fenster und auch über die beobachtbaren fortschritte. tagsüber ist mir diesbezüglich eine kleine begeisterung möglich. zum beispiel zu beobachten, wie sich die gestalt der kreuzung, an der ich wohne, langsam vor meinen augen ausformt. irgendwie asymetrisch wird es und für autos recht eng. gut so, möchte ich sagen, wenn ich bedenke, wie viele unfälle ich an dieser immer schon kleiner, recht enger nebenstraßenkreuzung in den letzten neunzehn jahren schon gesehen habe.

die arbeiten rund um die kreuzung sind seit letzter woche voll im gange, daneben wird zeug weggeschaftt, überflüssige steine und erde. der rest wird geglättet und planiert. das ist ein gutes zeichen, denke ich. es geht in den endspurt. auf den straßenschildern ist ein ende der bauarbeiten für den zehnten dezember prophezeit. ich bleibe gespannt, aber es scheint in etwa stimmen zu können.

nachteil ist, dass aktuell alles rund um meinen wohn- und arbeitsplatz passiert. auch samstags, übrigens. jeden samstag, in voller stärke und mit allen maschinen. und auch schon um sieben uhr. das ist weniger schön. das haus hat ein holtreppenhaus und holzdecken, das heißt: alles wackelt und bebt, bei der kleinsten erschütterung schon. bagger, die kopfsteine in lkw werfen. rüttelmaschinen und kleine planierraupen, das durchdringende pfeifen der großen kreissäge. obertöne.

presslufthämmer finde ich wirklich schlimm, aber presslufthämmer scheint es nicht mehr zu geben. ich habe mich umsonst gefürchtet. diese arbeit macht einfach der große bagger, er lässt die große schaufel auf die randsteine oder den asphalt fallen bis diese zerbrechen. das ist schlicht und gut, aber bei mir wackelt der boden, die regale, ein leichtes klirren und rappeln. all die dinge, die bei mir so rumstehen, geraten in rage. um sieben uhr am morgen mitunter, gegen mittag oder kurz vor schluss. diese milden nachmittage dieser tage.

alles andere, was soll ich sagen. ich hoffe, es geht vorbei. alles.

umbauwesen

die baustelle vorm fenster hält sich tapfer. die im bau befindliche fahrradstraße, an der ich wohne. ich bin froh, dass es stetig vorrangeht, andererseits ist es seit wochen immer laut hier. mitunter extrem laut, auch am samstag neuerdings. dann nicht ganz so früh wie an den wochentagen, also nicht um kurz nach sieben. mehr so um neun vielleicht, aber doch mit allem nötigen werkzeug, kreissägen und so. noch zwei monate, heißt es. dann sind wollen sie fertig sein. im nächsten jahr also wird es vielleicht wieder stiller hier. aber wer weiß.

ich bleibe auch tapfer, und ich freue mich über die veränderung vor der tür. viel platz für fahrräder, das ist doch gut. nur ein wenig anstrengend gerade.

überhaupt alles ist anstrengend, es gibt ja solche tage. auch der tangounterricht gegen mittag, zu dem ich mich nur mühsam aufraffen und druchringen konnte. da ging es nicht darum, keine lust zu haben. vielmehr zweifelte ich an meiner kraft. im grunde war damit klar, dass das nicht mein tag ist heute und überhaupt, im allgemeinen nicht so recht meine zeit. doch eigentlich ist das dumm, es gibt keinen grund. auch das ist mir klar.

der tango hat es dann bewiesen, der tango kann das, kann quasi alles. wenn man ihn lässt. wobei es natürlich auch steht und fällt mit der qualität der gewählten lehre. ich, bzw. wir haben es gut getroffen derzeit. mehr als gut.

zurück zu hause lag der steuerbescheid im kasten, auch gut. ich meine, wirklich gut. zwar habe ich mich bei der anfallenden nachzahlung verschätzt, weil ich nie weiß, wieviel an vorsteuer ich abziehen darf. aber sonst stimmt alles so in etwa. ich komme also klar, kein problem.

auch wenn ich etwas getan habe, was mich einiges an geld kosten wird in den kommenden drei monaten. also, es ist noch nicht ganz durch, aber in der kommenden woche wird es wohl vertragsreif. hoffentlich. mehr sag ich erstmal nicht.

schreibzeit/80

nachtrag wien oder zusammenfassung meiner arbeit dort. tatsächlich war ich ja zum arbeiten da, zum schreiben.

es ist wenig text entstanden, das sagte ich schon. das war auch irgendwie klar, so sehr am anfang. da weiß man nie. was ich tun konnte, und getan habe, war struktur. nicht nur die beschäftigung damit, inzwischen sehe ich, dass ich struktur geschaffen habe. oder anders: nicht geschaffen, aber sie sind entstanden. durch das wegfahren, das laufen in der stadt, die verwirrung und enttäuschung. (von und mit mir.) eine erste art von struktur, sie sind jetzt da. das ist gut.

die kapitel standen ja schon, so in etwa. und den anfang hatte ich schon zu schreiben versucht, vor ungefähr einem jahr. den text habe ich aufgerissen und neu zusammengeschoben, teile gestrichen und eine neue story untergeschoben. damit habe ich schon ja vor wien angefangen.

seltsamerweise hat bei der neuorientierung das ganze gebilde angefangen, von hinten her zu wachsen. vom ende, ausgerechnet das vorletzte und letzte kapitel wollten sich unbedingt ausformulieren. das war nicht gut. diesen fluss musste ich stoppen, so sehr ich das auch bedauerte. auch das war noch vor wien.

das vielleicht wichtigste: ich weiß jetzt, nach wien, dass die ersten fünf kapitel in sich geschlossen sein werden und jeweils nicht nur einen bestimmten inhalt vermitteln, sondern auch eine bestimmte färbung erhalten sollen, eine stimmung. es geht um offenheit und gefangenschaft, um weite und verzweiflung, um zuversicht nicht zuletzt. hoffnung. ich weiß nicht, ob mir das gefällt. aber es scheint gut zu sein. das letzte kapitel dann wird ganz anders, aber dazu will ich noch nichts sagen.

insbesondere die angestrebte geschlossenheit der kapitel kitzelt mich, sehr, das könnte gut werden. das könnte richtig sein, in der schwere der story ein gewinn.

ich bin gespannt.

ich hoffe, das ich das in meinem alltag unterbringen kann. jetzt, wo die arbeit, all die brotjobs wieder bei mir, in mir einziehen.

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