am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

volontaria

nach nun mehr bald drei jahren der organisation des HSB, inklusive der kommentarbändigung, die immerhin inzwischen ganz passabel möglich ist, würde ich mir diese zeit gern als onlinevolotariat gutschreiben. mehr über publikationgestammel und publikationsgeschwätz als in blogs kann man wohl nirgens einfach so mal lernen. gnaz und gar unabhängig und freiwillig.

andere haben das auch schon festgestellt, neulich erst in der süddeutschen. da schreibt leo lagercrantz über seinen kampf mit den trollen:

Es gibt mehrere Arten von Trollen. Viele überfluten die Kommentarfelder mit Propaganda, Hassreden und Verleumdungen – oder genauer: mit Texten, die von den meisten Menschen in unserer Gesellschaft für Hassreden gehalten werden.

Andere beschäftigen sich mit einem Gegenstand, der nichts mit dem Artikel zu tun hat, zu dem das Kommentarfeld gehört. Es wird eine lange Nacht.

Es gibt mehrere Arten von Trollen. Viele überfluten die Kommentarfelder mit Propaganda, Hassreden und Verleumdungen – oder genauer: mit Texten, die von den meisten Menschen in unserer Gesellschaft für Hassreden gehalten werden.

Andere beschäftigen sich mit einem Gegenstand, der nichts mit dem Artikel zu tun hat, zu dem das Kommentarfeld gehört. Es wird eine lange Nacht.

Der Troll selbst ist davon überzeugt, dass er oder sie ein mutiger Verfechter der Wahrheit ist, innerhalb einer Gesellschaft, die nach falschen Kompromissen strebt, in einer medialen Welt, die von „Feministinnen“, „Gutmenschen“ oder „Zionisten“ beherrscht wird, die – natürlich – insgeheim von den „Muslimen“ übernommen werden.

Solche Menschen, die heute Trolle sind, hat es immer gegeben. Der Unterschied aber besteht darin, dass sie früher keine Machtbasis besaßen. Diesen oft einwandererfeindlichen und immer bitteren Stimmen die Seiten der Papierzeitung zur Verfügung zu stellen, dieser Gedanke war uns völlig fremd. Nicht einmal auf den Leserbriefseiten waren sie willkommen. Doch dann wurde das Kommentarfeld im Netz erfunden.

der norweger leo lagercrantz hat inzwischen aufgegeben, ist jetzt freier autor und zieht eine bittere bilanz:

Persönlich verstärkte das Massaker in Norwegen mein Gefühl, gescheitert zu sein. Nicht weil ich „zensierte“. Sondern weil ich es nicht früher und entschlossener tat.

ich tue das einstweilen (noch) nicht, ich arbeite an meiner haltung. wo weder amüsement noch zynismus hilft, ja nicht einmal minimalismus, da schwöre ich inzwischen auf fernando pessoa, der da schrieb:

Eine Meinung haben ist geschmacklos, auch wenn sie nicht aufrichtig ist.

jawohlja.

verwired

heute auf dem balkon gesessen und die deutsche wired papierausgabe gelesen. zuvor hatte ich zwei- oder dreimal orientierungslos darin herumgeblättert und mich schon zu einem (inzwischen dann doch eher haltlosen) tweet hinreißen lassen: to old to be #wired.

ein wenig revidieren muß ich das nach der lektüre nun doch, auch wenn die wirklich wichtige info nicht ausmachen konnte. ein wenig zuviel geGEEKe ist es mir auch. von männerschwatzkram mal ganz abgesehen, aber das war ja eh klar, bei dem bundle.

vor allem aber ist mir der vergleich der darknets mit den favelas gefühlt nahezu unverschämt. wie immer, wenn not und kriminalität verknotet und verwechselt zu verwirrung und unverstand führen. wo doch favelas zunächst einmal einfach nur getan, bzw. gebaut werden. aus reiner not und von einem menschennetzwerk werden sie erschaffen als würden sie (von allein) wachsen. ganz wie gunter dueck das (in wired) so schön formuliert. weil es immer menschen braucht, um etwas zu tun.

reduktion

was mir schon lange durch den kopf geht, was in letzter zeit hier und da bereits ein ganz klein wenig angefangen hat, habe ich heute endgültig umzusetzen begonnen. reduzierung. insbesondere politikreduzierung und zwar auf allen ebenen. rss, twitter und auch papier. kein gerede mehr, auch wenn es diskurs heißen mag. das ist nicht meins. wenn ich all diesen quark noch weiterhin tagtäglich lese, finde ich nie wieder zum schreiben zurück. denn es ist doch so: sarrazin & co vergiften nicht zuletzt das gemüt. mein gemüt.

was bleibt ist ein wenig feminismus, alltags- und netzpolitik. von da aus kommen immer noch genug links und retweets und so. meistens gleich doppelt und dreifach. das reicht.

was fehlt ist die kunst, der zauber und so viel mehr.

sweet

da hat mir doch glatt eine das ohnehin recht dürftige blogdesign mit einem kommentar vernichtet versüüüüüüüüßt.

entlastung

das neue hauptstadtblog macht wieder richtig spaß. auch im hintergrund, muß ich sagen. vor allem im hintergrund. ich liebe es, kommentare unveröffentlicht in den müll zu befördern. besonders die, die eine arme gespaltene kommentarseele derzeit unter diversen namen loszuwerden versucht. oder sind es selbstgespräche? ;)

aber noch lieber schreibe ich wieder artikel, über tango in berlin zum beispiel.

verweis ins hsb

schnell mal was schönes bloggen macht doch immer noch spaß. immer noch und immer wieder, daran kann überhaupt kein zweifel bestehen. nach dem umbau in der letzten woche jetzt also auch wieder im hauptstadtblog. da lohnt sich das hinschauen demnächst sicher wieder mehr und mehr. (schöner als das softwaregebastel von heute mittag ist es allemal. hab ich da tatsächlich eben an was herumgeschaubt, wo override mit überschreiben übersetzt war. oversit sozusagen. wer soll das denn nachvollziehen können?)

lobo nackt

irgendwem hab ich auf der re:publica versprochen, daß ich ihr (oder ihm?) das bild von dem nackten sascha lobo zeige. ich weiß allerdings partout nicht mehr, wer das gewesen sein könnte. deshalb jetzt hier, in der hoffnung, daß es der/die betreffende es schon finden wird.

also: bei svenk findet sich das aussagekräftige nacktbild. selten dämlich.

re:publica 11.7

es zeigt sich, wieder einmal, daß ich nicht so die zusammenfasserin bin. seminar- oder sitzungsprotokolle zu schreiben war mir immer schon zuwider. meistens finde ich keinen roten faden, womöglich interessiert er mich nicht. oder ich mag die vielen fäden der vielen anderen einfach nicht zu einem einzigen verschnüren, der letztendlich gar nichts mehr besagt. keine ahnung.

ich bin anders. und ich bleibe so. alt genug bin ich ja inzwischen.

nachlesen kann man auf bei re:publica oder auch im webwriting magazin.

etwas überrascht – und natürlich auch wieder überhaupt gar nicht –  bin ich von dem, wie soll ich sagen? feminismusvorwurf? katrin rönicke beschreibt das trefflich und aus medienelitärer sicht läßt sich das thema gut weiterverfolgen.

besonders wichtig jedoch erscheint mir die stimme einer, die überhaupt nicht persönlich anwesend war. antje schrupp schreibt:

Aber jede Theorie, jede politische Bewegung, jede Initiative, die Neues in die Welt bringen will, braucht auch ein echtes, kritisches Feedback. Denn wie soll ich mich weiterentwickeln, wie soll ich Fehler entdecken, wie soll ich auf neue Ideen kommen, wenn niemand mich kritisiert? Wenn niemand mir sagt, was ich besser machen kann, wenn mich niemand darauf hinweist, wenn mir etwas nicht gelungen ist? Das ist die schwierigste Aufgabe, die aus meiner Sicht nun ansteht: Eine konfliktreiche, aber gerade deshalb fruchtbare Diskussion unter Frauen und feministischen Männern hinzukriegen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner