beim blumengießen eben, den letzten textausdruck begossen, getränkt fast. oder getauft. welliges papier und schmutzig schwimmendes tintengrau. ist ja gut, ich lasse die finger davon. versprochen. ich weiß ohnehin gerade nicht weiter.
atemgrenzen
kein mensch stirbt, bevor er dazu bereit ist. sagt eine freundin, die wohl weiß, was sie sagt, denn sie hat von berufs wegen schon viele menschen sterben sehen. das mit der bereitschaft kann allerdings überraschend schnell gehen, denke ich, von außen betrachtet. doch hat das außen vermutlich sehr wenig mit dem innen des sterbenden zu tun. das weiß sogar ich, die ich nur einen menschen sterben sehen habe.
wir weiterlebende, weiteratmende sind in dem moment viel weniger begleitung als vielmehr zweifelnde, staunende gäste. an der grenze des atmens eben, nicht darüber hinaus.
real
gestern nacht noch eine idee gehabt, eine kleine nur, für eine allerletzte textkorrektur. wirklich nicht viel, nur ein kleines moment, ein winziger dreh. was mir dann verloren ging, schlagartig, als am morgen ein freund anrief und mir eine gänzlich unerwartete todesnachricht überbrachte. ich weiß, wenn menschen sterben ist das immer unerwartet und überraschend, aber gegen jede logik erscheint es mir darüber hinaus völlig unsinnig, wenn diese menschen um jahre jünger sind als ich. und darüber hinaus menschen, die ich kenne, kannte, mit denen ich im letzten sommer noch durch berlin spaziert bin. und die dann im koma liegen, bereit für die organentnahme. jetzt, in diesem moment.
am nachmittag kurz in atemnot verfallen, zehn minuten vielleicht. keine ahnung warum, aber nicht weiter schlimm. geht schon wieder. was ist schon text, gegen solche realität?
das ist übrigens die zweite tote im diesem jahr mit der unheiligen nummer dreizehn. die alte mutter einer freundin hat es schon im januar geschafft, mit fast neunzig dann ja doch irgendwie erwartet, und trotzdem de facto eine überraschung.
unerwartet, unwillkommen, unerträglich. but for real.
lebenslügen
und dann beim blättern in einem buch über blogger, für das ich interviewt worden bin, lesen, daß die sich autorInnen offensichtlich aus meinem rudimentären xing-profil einen satten lebenslauf für mich aufgehübscht haben. da hätten sie mich mal besser gegenlesen lassen sollen, das hätte ich besser gemacht.
fazit 1: klingt aber gut, richtig sauber und glatt.
fazit 2: glaube niemals, was über irgendwen irgendwo gedruckt steht.
fazit 3: ich bleibe unaufgeregt, ich werde womöglich (schon?) altersmilde.
luz
so. das wars. was anfang september begonnen hat, mitten in der nacht und beinah wie von selbst, ist in fünf monaten licht geworden. ich erkläre die arbeit hiermit für beendet, vorerst zumindest. fertig.
wirklich fertig.

