am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

durchseufzen. weiteratmen.

lebenslügen

und dann beim blättern in einem buch über blogger, für das ich interviewt worden bin, lesen, daß die sich autorInnen offensichtlich aus meinem rudimentären xing-profil einen satten lebenslauf für mich aufgehübscht haben. da hätten sie mich mal besser gegenlesen lassen sollen, das hätte ich besser gemacht.

fazit 1: klingt aber gut, richtig sauber und glatt.

fazit 2: glaube niemals, was über irgendwen irgendwo gedruckt steht.

fazit 3: ich bleibe unaufgeregt, ich werde womöglich (schon?) altersmilde.

luz

so. das wars. was anfang september begonnen hat, mitten in der nacht und beinah wie von selbst, ist in fünf monaten licht geworden. ich erkläre die arbeit hiermit für beendet, vorerst zumindest. fertig.

wirklich fertig.

eine stelle noch, eine zeile, die nicht stimmt, die besser muß, die ich ändern will. ich weiß aber nicht.

dazu muß ich noch träumen.

tangoaushilfsschuhwerk

das sind sie, die übeltäter. schmerzen im unteren rücken und in der linken ferse, bislang jedesmal. und das wegen zirka zwei zentimetern absatzhöhe. was soll ich machen, mein gesamter körper kennt das einfach nicht. immerhin halten die knie. aber heute kommt  muskelkater dazu, wetten?!

ein zahnarzt in einem einkaufszentrum. keine ahnung, wie ich überhaupt dahin geraten bin. über mir die rolltreppen, neben mir die autobatterie, mit der er seine geräte betreibt. bevor ich flüchten kann, hat er mir schon etwas aus dem maul gerissen. gegen meinen willen. ich bin wütend, aber jetzt muß ich bleiben, damit das wieder repariert werden kann. und ich muß warten, denn natürlich ist der kerl jetzt erst einmal verschwunden. es dauert, bis ich begreife, daß aufwachen durchaus eine alternative darstellt.

ein wochenende voller pc-basteleien und partynächte. (gut, es war nur eine nacht, aber das reicht ja in meinem alter.) dazwischen phasenweise in den text gesunken, sehr eigenartig. nicht der reihe nach, eine seite nach der anderen, also textchronologisch, was in dem fall ohnehin kaum möglich ist. da folgt nichts auf alles und alles auf nichts. statt dessen bin ich den strängen gefolgt, den geschichten und beschreibungen. den begegnungen zum beispiel, den umgebungs- und ritualskizzen und dem mord natürlich. (ist es ein mord?)

verschollene vergangenheit, unklare gegenwart, nicht fixierte zukunft. das alles einzeln auf die wäscheleine gehängt, zum trocknen über nacht. vielleicht bleibt noch die zeit für eine letzte chronologische kontrolle, schließlich ist da viel, das ich noch mit leichter hand geändert habe. kleinigkeiten im grunde, interpunktion und wortwechsel, selten mal ein ganzer satz. wie schön es ist, den text wieder leichter zu machen gegen ende, den druck herauszunehmen. wie die wendungen und bewegungen klein werden, weil alles stimmt. oder zumindest das meiste.

aber wer weiß. tatsächlich bin ich längst abgetaucht in die textmelodie, verschwunden und verschollen. ab hier gibt es kein entkommen, da heißt es: vorsicht. auch die besten, dichtesten texte können zerstört werden, jederzeit, wenn auch einzig durch ihre verfasser.

persönlich

nachdenken über identifikation und identität. habe ich so etwas? brauche ich so etwas? eher nicht. die illusion einer stabilen hülle ist mir längst abhanden gekommen. jede art von fixierter persönlichkeit ist letztendlich fassade, ein spiel, das vor nichts rettet und nichts bringt. im gegenteil, es zerstört möglichkeiten, indem es grenzen setzt. aber ganz ohne geht es letztendlich auch nicht. ohne standpunkt läßt sich keine position beziehen. ein verwirrspiel also.

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