am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

im bus mit dem lobo

was ich an dieser unsäglichen vodafonesache nicht so recht begreife, ist die offensichtlich vorherrschende meinung, daß es tatsächlich möglich sein könnte, ein lupenreines (internet/medien)dasein zu führen. also eines, das in jeder kleinen einzelheit der wahrheit entspricht. überprüfbar natürlich und selbstverständlich ungeeigenet für den nächstbesten (kommentar)pranger. aus irgendeinem grund scheint das wichtig zu sein, für bankmanager (ackermann) und supermarktkassiererin (emmely) ebenso, wie für werbeikonen und topuploadkräfte, wie die schnutinger eine war. oder ist. möglicherweise. wahrheit ist das kredo der blogosphäre, wahrheit muß sein. nicht weniger als das.

du liebe zeit. als ob wahrheit überhaupt möglich wäre. oder auch nur nötig. das alles ist doch nicht mehr als ein spiel. und das astreine leben ohnehin eine illusion, eine hypothese vielleicht. aber machbar doch nicht, keinesfalls lebbar. weder im leben noch im netz, schon gar nicht in der werbung. werbung ist bestenfalls so etwas wie poesie, und damit lüge und wahrhaftigkeit zugleich. wenn sie denn gut ist, aber das ist sie selten. (und dieses vodafonedings schon gar nicht, besonders nicht in den details. aber das nur am rande.)

nein, ich sage jetzt hier nichts zu den angriffen, auch nicht zu den verteidigungen. und schon gar nicht zu den unzähligen kommentaren, die sich dort versammeln. soll doch jeder selber lesen, da gibt es einiges zu entdecken. und zu entlarven.

aber ja, doch, ich kenne ihn, den satz von der nichtexistenz  eines richtigen lebens im falschen. im alltag ergibt sich daraus allerdings eine frage der perspektive, denn eines ist gewiss: ein falsches leben im richtigen ist durchaus eine option. eine weitverbreitete sogar, eine alltägliche notwendigkeit sozusagen. hilfreich vor allem. unendlich hilfreich.

was soll denn ich zum beispiel tun, damit ich ehrlich, wahrhaftig und rein bleibe? im sinne des oben erwähnten kredos. was?

ich kaufe meine lebensmittel auf dem markt und im bioladen. vor allem aber beim discounter, obwohl ich um die katastrophalen arbeitsbedingungen dort weiß. ich kann meistens nicht anders, das ist meine preisklasse. so ist es eben.

mein mobiltelefonanbieter ist zum glück eher blau als rot, aber wer weiß schon, ob das wirklich ein gut ist. welchen dreck o2 wohl am stecken hat? keine ahnung, hab ich noch nicht recherchiert. oder längst wieder vergessen. außerdem blogge am heimischen bordcomputer seit jahren mithilfe von arcor, und daß das identisch mit vodafone ist, weiß ich nicht erst seit zwei wochen. und auch nicht erst, seit zensursula überall grassiert. das ist mir schon länger klar, seit etwa einem jahr ungefähr. aber ändern könnte ich an meiner zugehörigkeit zu diesem verein frühestens in zirka 18 monaten etwas. wenn ich das denn wollte, telekommunikatiorische wechsel sind ja oft mit erheblichen problemen behaftet, habe ich gehört. mit leerlauf sogar, wochenlange netzlosigkeit. und überhaupt, welcher anbieter wäre denn der wirklich koschere? gibt es da irgendwelche verläßlichen hinweise? oder etwa nicht.

so sitze also auch ich im bus mit sascha lobo. na und? dumm ist nur, daß ich nun wirklich kein geld dafür kriege. andererseits aber auch sicher keine schimpfe. oder etwa doch?

sommerarbeitspausenplanung

das sommerloch ist mächtig in diesem jahr. drei, wenn nicht vier wochen wird kaum etwas zu tun sein, und die flaute kommt dann im anschluß. als wäre es jetzt nicht schon knapp genug.

aber was solls? zu tun gibt es dennoch. zwei konzepte, die es auszuarbeiten gilt. eine kleine sache, vielleicht 70 oder 80 seiten. nicht besonders komplex, die zeitlinie steht, die personen, so in etwa. viele sind es nicht. anfang und ende, na ja… wird sich zeigen. auch, ob ich einen anfang finde, das dann auch wirklich zu schreiben.

die zweite, wirklich komplexe sache ist „das fräulein„, was sonst. es hilft nichts, ich komme über ein bis aufs feinste ausgearbeitete konzept nicht herum. ich brauche mehr, wesentlich mehr, als das, was ich bislang hatte. brüchig und rissig, lückenhaft. das trägt einfach nicht, soviel steht fest. vermutlich braucht es sogar stilistische und sonstige planungen. die montage nicht zu vergessen… wird sich zeigen, ob das neben dem schreiben an dem kurzprojekt funktioniert.

außerdem wäre da noch ein kurs zu planen, so zwischendurch, irgendwie.

hubschrauberkreisen über neukölln, seit über einer stunde. was soll das sein, ein ghettorundflug, oder was? obwohl ich gerade nicht genau weiß, was schlimmer ist. wirklich der luftlärm? oder doch das männerkichern von der biertrinkerecke zwischendrin. irgendwo fängt auch noch grad wer an  zu grillen.

jetzt lebe ich schon so lange in neukölln, fast fünf jahre, und immer noch ist die türkische kultur mir in weiten teilen ein rätsel. jetzt hat es soviel geregnet in den letzten tagen, auch heute noch, und dennoch wässert der der besitzer des spätkaufs schräg gegenüber seit einer geschlagenen halben stunden vor seinem laden den bürgersteig. jawohl. den bürgersteig!

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