am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

von wegen tageszeitung

nachdem ich mich nach langer, genaugenommen jahrelanger bedenkzeit, endlich entschlossen habe, von der täglichen tagesbespiegelung in papierformat abstand zu nehmen und auf ein wöchentlich erscheinendes meinungsmedium zu wechseln, erhielt ich postwendend von dem fortan verschmähten verlag eine herzliche kündigungsbestätigung, der gleichwohl eine abobestellkarte beigefügt war.

die ich aber nicht auszufüllen gedenke. papier lese ich nur noch, wenn mir der tag die muße dazu läßt. der rest ist online, das ist einfach so. und überhaupt, vielleicht auch mal das eine oder andere blatt. kann ja auch nicht schaden. die taz zum beispiel. (die täglich! das wäre eine überlegung wert. aber das kann ich mir leider nicht leisten.)

generationskonflikt

ich mag ja keine generationen, weder die generation golf, noch die generation x, schon gar nicht die generation umhängetasche. das alles sagt mir nichts. generation upload hingegen, ich gestehe es ungern, das verstehe ich sofort. das bin ich, da gehöre ich hin. das war mir auf anhieb klar. nicht wegen base jumping, krabbelkinder hüten, tennisgitarrenposing oder würfeltürmchen aufrichten. nein, das alles ist es nicht. aber in meinem alter könnte ein iphone tatsächlich sinnvoll sein, das denke ich in letzter zeit immer häufiger. allein wegen des großen bildschirms, den könnte ich sicher noch lange ohne lesebrille bedienen.

aber dann, was muß ich heute lesen? sascha lobo hat vier iphones und ich nicht einmal eins. also alles wie gehabt, das mit den generationen funktioniert einfach nicht. wußte ich doch gleich. scheißwerbung!

throwing bones

ein bißchen schäme ich mich für mein sträflich vernachlässigtes zweitblog over the bones. ein schmächtiger zwilling des hiesigen geschwätzes, auf den ersten, zweiten und vielleicht sogar dritten blick. und jetzt schreibe ich auch noch dopplungen dort hinein.

andererseits ist es eben so. literatur, das sind die lebensfetzen, die reste, die sich gerade eben noch herausreißen lassen. aus dem alltag, der vergangenheit, den irrtümern der erinnerung. kleinigkeiten.

eigenartige klassifizierungen in den täglichen nachrichten (50)

nachdem die gruppe der jugendlichen kampftrinker endgültig totgeschrieben ist, geht es nun tendentiell überalkoholisierten senioren journalistisch an den kragen. bei der taz sieht das dann so aus:

Exzessives Kampftrinken von Jugendlichen ist nicht neu – doch die Alten holen auf. In Berlin und Brandenburg werden immer mehr Menschen zwischen 50 und 60 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs in Kliniken eingeliefert, während die Fälle bei Jüngeren stagnierten oder gar zurückgehen.

menschen zwischen 50 und 60 sind also senioren. anders gesagt: sie gelten offensichtlich als alt. das ist gut zu wissen. dann hab ichs ja nicht mehr lang bis zur berliner alten, die sich nach kräften besaufen kann, ohne dabei aus der rolle zu fallen.

pyromanie

dieses beängstigende gedröhne, dumpf und durchdringend, das gerade in neukölln und umgebung zu hören ist, hat offensichtlich einen künstlerischen ursprung. das ist immerhin beruhigend. gefällt mir aber trotzdem nicht.

nach drei tagen war der reifen schon wieder lusch, und heute ist er dann wieder geplatzt. eher zufällig – weil ich nicht von kreuzberg bis nach hause schieben wollte – habe ich das ganze dann in die hände eines profis gegeben. was zur folge hatte, daß ich nun nicht nur einen neuen schlauch, sondern auch einen neuen mantel gekauft habe. die erklärung klang plausibel, ich hatte die leicht ausgebeulte stelle selbst schon als grundproblem in erwägung gezogen. dennoch bin ich jetzt mal gespannt.

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