bei einem bewerbungsgespräch, ist schon eine ganze weile her, ein anderes leben sozusagen, hat die frau, die mir diesbezüglich gegenüber saß, immer von ’superversion‘ gesprochen, die es natürlich auch gäbe im zuge der einarbeitung. (‚mama mona‘ bringt mich grad drauf.) ich habe das seinerzeit natürlich ignoriert, ging ja nicht anders. in der situation. obwohl ich das lachen kaum noch zu unterdrücken vermochte, bei der zu allem überfluß auch noch ständig wiederholten anwendung der eigentümlichen vokabel.
später haben ein paar recherchen und eine gezielte nachfrage ergeben, daß es ohnehin keine gute idee gewesen wäre, dort mitarbeiten zu wollen. vertraglicher unsinn und schrecklicher leumund, trotz superversion. hätte ich also ruhig losprusten können.
zwischen den jahren
welch schreckliche bezeichnung für diese schreckliche zeit, in der es kein vor und kein zurück gibt. ‚zwischen den jahren‘, das klingt, als gäbe es diese zeit gar nicht. als wäre das alles nur illusion. die hektik, der singsang und das ewige familienspiel, zu guter letzt.
diesmal scheint es besonders schlimm, an entrinnen ist nicht zu denken. selbst wenn ich mit all dem nichts zu tun habe, schon so lange nicht mehr. es bleibt sich doch gleich, alles wie immer. es gibt kein entkommen, zwischen den jahren. diese grausame zeit. vergangenheit ist gegenwartig. und verkommt zur illusion, mehr und mehr. das will ertragen werden, das immer gleiche.
ich überlege ernsthaft, ab donnerstag abend, spätestens, in irgendeinen permabetäubten zustand überzugehen. vielleicht dauersaufen oder so. oder mammutschreiben. aber das ist unsinn, alles.
nach zwei tagen ohne heißes wasser komme ich mir ein wenig vor wie meine oma. die hat mir das wasser immer im kessel warm gemacht, auf dem kohleherd in der küche. sie selbst wusch sich natürlich kalt, direkt aus dem hahn am waschbecken. eine dusche gab es nicht, nur eine wanne, später. die war ebenfalls ausschließlich mit kaltem wasser ausgestattet. zum befüllen der wanne gab es einen riesigen kessel, der wohl zuvor zum wäschewaschen benutzt wurde. (oder sagt man wäschekochen? eine waschmaschine gab es aber inzwischen.) das dauerte stunden, und am ende saß man doch nur mit dem arsch in einer lauwarmen pfütze.
ein waschlappen wäre hilfreich, dachte ich gestern. und ein etwas breiteres bad, damit ich alte frau auch die füße noch ins becken kriege. (stimmt gar nicht, ich war gestern bei benachbarten freunden duschen.) aber es wäre schon nett gewesen, wenn die hausverwaltung mir mitgeteilt hätte, daß sich die servicenummer geändert hat. dann hätte ich nicht einen solchen schreck bekommen, als mir diese mechanische frauenstimme erklärte, daß der anschluß vorübergehend nicht besetzt sei. jetzt zähle ich also die tage. bin mal gespannt, ob sie es bis sonntag schaffen, den durchlauferhitzer wiederzubeleben.
wenn nicht? scheiß auf weihnachten!