am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen/102

so. heute war dann mein wohl einziger freier tag in diesem urlaub. alles andere war arbeit und ab morgen ist es zwar nicht arbeit, aber doch ein vorgegebener zeitplan. wenn ich den einhalte, allerdings, dann wird es ruhig. hoffe ich, denn ich twittere nicht, lese nicht bluesky nach, noch während gelesen wird. und auch nicht, wenn die jury zugange ist.

das war früher. als ich den bachmannpreis, so hieß das damals noch, da erste mal im netz vorfand, war das alles sehr ungeordnet und nicht so leicht zu verstehen. nur weil ich das gesehen damals schon über zehn, vermutlich so an die zwanzig jahre aus dem fernseher kannte, war ich sofort gepackt und konnte nicht anders. ich wollte dabei sein.

dass man auch persönlich herkommen kann, habe ich dennoch erst vor dreizehn jahren begriffen. und es war nicht so leicht, es war ungaublich teuer damals, für mich, eine solche reise zu unternehmen. dennoch war es berauschend. die voelen menschen, die ich kannte und auch nicht kannte. die aus dem internet. die nächte, in denen ich kaum zwei stunden geschlafen habe. damals konnte ich das noch. und was ganz persönlich, für mich und mein schreiben hier ergeben hat. (ohne jedes sichtbares ergebnis, ich weiß. aber die muss es ja auch geben. von denen gibt es viele, glaubt mir.)

damals standen jurymitglieder oder andere literaturmenschen staunend oben auf der straße oder auf der brücke und schauten auf den lendhafen herunter. wie da unten der bachmannpreis ins internet floss, ohne dass sie genau begriffen, wie das passierte. wie das passieren konnte. aber die meisten freuten sich darüber, hatte ich den eindruck.

so war das.

ich saß da immer nur am rand. ich kann nicht gut hören und lesen zugleich, schon gar nicht auch noch analytisch denken dabei. oft habe ich viel text gar nicht mitbekommen, vor lauter überforderung. das tut mir heute noch leid. also saß ich am rand, aber nicht auf der mauer, nicht irgendwo außen. ich war dabei.

inzwischen fließen die TDDL, wie das geschehen hier offiziell, aber wirklich nur hochoffiziell heißt, ganz anders ins netz. alle kanäle sind besetzt, schon länger, glaube ich. mittlerweile werden sie auch professionell bespielt, alles geht seinen gang. ich sehe die leute, die das machen, hier herumrennen, das ist kein leichter job. alle teilnehmenden beantworten die gleichen fragen, schicken ihre bilder, vor ort werden spielchen gespielt, es wird auch zu spielchen animiert. eigentlich stelle ich mir das schrecklich vor, für alle beteiligten.

okay, ich motze nicht, ich versuche zumindest, es nicht zu tun. ich will gar nicht motzen. so macht man das halt heute. das ist das netz, wie es jetzt ist. ich mag es nur einfach nicht. so! wenn ich das schema sofort durchschaue, mich darin aber nicht bewegen kann, keinen eigenen platz mehr finde. irgendwo am rand oder wo auch immer. das ist langweilig.

auch deshalb hoffe ich auf die literatur, morgen.

branding/53

buddha am schreibtisch

entgegen meiner zuletzt an dieser stelle verkündeten pläne, habe ich in wien doch noch auch am letzten tag am text gearbeitet. dementsprechend habe ich wien verlassen mit einem strukturell und inhaltlich einigermaßen sicher aufgestellten fünften kapitel, das jetzt genau so ruhen kann, bis ich es wieder angreife. etwas über fünfzig seite sind es geworden. das ist nicht ganz so viel, wie ich befürchtet hatte, das es werden könnte. womöglich weit mehr als sechzig. das ist es jetzt also nicht, und ich glaube, das ist gut so.

dass ich in berlin schon einen ganzen komplex herausgenommen, bzw. einfach in das nächste kapitel verschoben habe, hat sich als mehr als richtig erwiesen. damit liegt der schwerpunkt woanders. anders gesagt: es gibt überhupt vor allem einen schwerpunkt, um den sich auch das sammelt, das vielleicht ein wenig anders gelagert ist. auch das ist gut.

ich bin gut, oder?! neinnein, das werden andere zu begutachten haben, noch etliche andere. gut so!

in mir fängt bereits vieles an, sich auf das sechste, des letzte kapitel einzustellen. unwichtig ist das sicher nicht, denn an der stelle kann ich nichts mehr einfach so nach hinten verschieben. was ich von da aus verschiebe, das fliegt raus. und das ist eine ganz andere entscheidung.

doch so weit bin ich ja noch nicht. noch lange nicht. vorher sind etliche feinheiten zu er- und verfassen, auch fehler gibt es zu bemerken und auszubügeln. als erstes innerhalb der neu aufgetauchten story, mit der ich zu anfang des kapitels so gar nicht gerechtet hatte. dementstprechend ist da sich noch am meisten zu tun. dinge, die ich gar nicht auf dem zettel, bis jetzt nicht einmal im kopf habe. die ich hoffentlich beim wiederlesen dann bemerke.

ich muss mich zusammenreißen, dass ich nicht gleich hier damit anfange. ich muss mir eine pause geben dafür, nicht nur wegen der hitze. auch wegen der luft und dem raum. da werden sich dinge ergeben, ohne jeden zweifel. und es gibt ja auch schon die neue deadline, das retreat nächsten monat. dafür brauche ich das ja dann in vertretbar. das heißt lesbar.

so ist das. das ist es, was mich weitertragen wird. wohin auch immer.

wien ist weg

jetzt habe ich also wien hinter mich gebracht, recht unspektakultär, wie auch der gesamt aufenthalt diesmal. der zug hatte letztendlich fast eine stunde verspätung, da stand ich also an gleis fünf in meidling, und alles ging mir auf die nerven. die sich stetig verlängernde verspätung, die aufkommende hitze, der warme wind. die leute und wie sie reden. nicht die sprachfärbung, aber die banalitäten, die sie verhandeln. dinge, die ich selbst sicherlich ebenfalls ungefähr zu achtzig bis neunzig prozent mit menschen verhandle, wenn ich irgendwo herumzustehen habe.

im zug war es dann angenehm leer und kühl, zum glück. denn mit der weiterreise habe ich mich diesmal offensichtlich in eine andere klimazone bewegt. in klagenfurt wird es wohl die ganze woche keinen tag unter dreißig grad sein, beginnend heute mit vorhergesagten fünfundreißig. sowas wird doch im schatten geschätzt, oder?! bereits gestern hatte ich nicht das gefühl, dass irgendwo ein keiner augenblick erholung lauern könnte. und da lagen die nachlesbaren temparaturen noch im ertragbaren bereich.

dass es so heiß war während der TDDL, das ist lange her. da war ich noch jung, da hab ich das noch gepackt. diesmal bin ich gespannt.

die wohnung hier ist deutlich besser als die in wien, obwohl die ausstattung ungefähr gleich ist. nur sieht sie eben auch so aus, wie auf den bildern. es gibt auch das sofa, und einen balkon, der größer ist als meiner zu hause. darüber hinaus verfügt das bad über eine tür, die hier nicht ganz so wichtig wäre, denn es gibt auch einen recht geräumigen flur. und ist die küche ganz woanders. sie ist schicker, aber leider weniger funktional mit zwei induktionsherdplatten und ohne milchschaumgeeignetem topf. noch einen topf kaufe ich aber nicht, um ihn dann nach abgewohnter mietzeit zurückzulassen.

ich nutze die mikrowelle, zum ersten mal im leben, und schäume nach. oh wunder, das funktioniert einigermaßen. nur der mitgebrachte espressokocher aus alu, nun ja. das ist so eine sache, aber auch das geht ja. ein wenig unschön, immer habe ich angst, den dafür missbrauchten topf mittelmäßig zu ruineren. (lustig, dass hier sogar eine solche maschine im schrank steht, ein paar nummern größer als meine. was macht die wohl hier?)

ja, es ist eine andere wohnung als sonst. etwas ab von schuss, nicht mehr die butze, zwischen lendhafen und studio. doch das sollte ganz gut passen. es zeichnet sich ab, dass einiges hier diesmal anders sein wird. und ich bin mehr als privat und vermutlich recht allein hier. gut so.

aktuell halte ich die wohnung alles mit den dunklen vorhängen so gut es geht geschlossen, weil von da grad die sonne kommt. der balkon steht tatsächlich voll in licht und hitze, die wohnung selbst bekommt nur einen schmalen streifen davon ab. ein kleines wunder.

gerade war ich kurz draußen, so zirka sechzig sekunden, um das dach des gegenüberliegenden gebäudes zu betrachten. und zu fotografieren.

jetzt bin ich durch und durch nassgeschwitzt. aber da ist ein pool auf dem oberdeck, man sieht es an der hellblauenfarbe und an der spiegelung der lichtreflektionen auf dem wasser.

ich bin ein bisschen neidisch.

schreibzeit/92

verzeihung! ich muss es wohl zugeben, dass meine notizen an dieser stelle recht deutlich zeigen, wie meine poetischen kapazitäten anderswo bis aufs letzte aufgebraucht zu sein scheinen. aber das wird wieder, versprochen.

heute ist der letzte tag in wien, morgen geht es weiter nach klagenfurt. da wird alles anders. obwohl ich nicht fertig bin mit kapitel fünf. zu meiner inneren zufriedenheit fehlt einmal noch das durchgehen der letzten acht seiten. das ist wichtig.

doch in klagenfurt habe ich dazu quasi den ganzen mittwoch, wie ich gerade sehe. den literaturkurs, dessen lesung ich üblicherweise am nachmittag besuche, gibt es in diesem jahr nicht. alles andere, die gemengelage des literaturvorlesens, die beginnt erst am donnerstag.

sorry, nochmal!

anders wien

ich habe mich bemüht, meine tage hier etwas besser aufzuteilen, zwischen der schreibarbeit und eben dem hiersein. das geht ja nun wirklich nicht, dass ich in wien bin, das erste und vielleicht einzige mal in diesem jahr, und doch irgendwie nicht hier bin. und ich habe recht banale dinge getan, also nicht so zeugs, das man sich aus dem hochkulturkalender heraussucht.

im kino war ich. in E.1027, und verdammt, hat sich das gelohnt! dieser film ist wie ein tanz inszeniert, wie ein gedankestrom zugleich, ein lebenslanger atemzug der dinge. das thema hätte schrecklich gestaltet sein können, es birgt in sich alles, was nur allzugern verabscheut wird. und damit meine ich nicht nur, am wenigstens sogar, das frau-mann-desaster. nein! sehen sie selbst:

im theater war ich auch. das war geplant, die karte habe ich vorab in berlin bereits besorgt. die leopoldstadt hat mich von vorne bis hinten gepackt und mitgenommen bis zum ebenso erwarteten wie beklemmenden schluss. dabei sind sowohl stück als auch inzenierung auf den ersten blick recht bieder, insbesondere die bühnengestaltung, die aus einer reinen drehbühnenkiste besteht. innenraum, außenraum, immer im wechsel. und das ist es. dem entgegen stehen allein der text und die vier, acht oder noch mehr personen auf der bühne, deren timing und brillanz eine familiengeschichte durch die zeit atmet.

dazu habe ich einiges mitgenommen, was meinen text stützt. und dafür bin ich ja hier, dass dieses wien mein wienkapitel unterfüttert. ebenso wie diese sicht von riesenrad mir die heimliche dominanz, immer noch, der flaktürme bestätigt hat:

die donauinsel habe ich gesehen und die donau. leider war es dort recht voll, ich vermute wegen des donauinselfestes. damit hatte ich nicht gerechnet, derzeit scheint hier alles mögliche stattzufinden, von dem ich nichts mitbekommen habe. aber die donau kann doch richtig blau sein, das kann ich nunmehr bestätigen. mit einem deutlichen stich ins grün.

gestern war dann ein gerumpel und geklapper hier im treppenhaus, das scheint ein umzug gewesen zu sein. überall lag zeugs herum und vor dem haus stand ein transportwagen bereit. das hat mich ja schon ein wenig getriggert. ich weiß zwar derzeit wirklich nicht, woran ich bin. aber das mit mir und diesem wien ist wohl doch noch nicht so richtig vorbei. ich kann es nicht sagen, nicht jetzt. das muss wachsen, über dieses jahr hinaus. im herbst werde ich wohl ein letztes mal als gast wiederkommen, habe ich mir eben gedacht.

ob ich danach, im jahr darauf, hier etwas eigenes benötige? etwas sehr kleines für den anfang? nicht für immer, nur für einen weitergehenden test. ein schreibschlafzimmer mit internet, kochecke und duschklo, ein eigenes rad vielleicht. ob das überhaupt denk- und bezahlbar sein kann? meine kapazitäten sind und bleiben ohne zweifel beschränkt, ich müsste auf einen zufall hoffen. auf mehr als das.

oje. es ist möglich, dass genau das nötig sein wird.

branding/52

buddha am schreibtisch

ich schreibe heimlich, zumindest verkünde ich an dieser stelle hier nicht allzuviel davon. das wird mir gerade klar, und es tut mir leid. aber so ist es eben. ich kann das nicht wirklich ändern, es ist ein grundsätzlich heimlicher stoff. dieses mal. der seine heimlichkeit, hoffentlich, verliert, wenn er im ganzen dasteht.

ein bisschen was kann ich natürlich trotzdem erzählen, all den langweiligen kram.

letzten freitag habe ich hier in wien mit der ausarbeitung des fünften kapitel begonnen. etwa ein drittel dieser arbeit hatte ich schon in berlin gemacht, außerdem am donnerstag, im zug auf dem weg nach wien. für die zeit hier blieben also die restlichen zwei drittel, das waren vierzehn seiten. das klingt nicht viel, ich weiß. wenn man allerdings bedenkt, dass aus dem ersten drittel, also sieben seiten, am ende etwa zwanzig geworden sind. dann weiß man in etwa, in welcher arbeitsphase sich der text befindet.

es geht darum, sehr grobes gehaue in fluss zu bringen. also, den text in erzählgeschehen und abfolge voranzutreiben, auszuarbeiten, ganz grundsätzlich erst einmal herzustellen. dabei gleichzeitig die dialoge zu beleben, die anschlüsse zurechtzuschleifen, die umbrüche und absätze zu takten, die logik nicht aus dem auge verlieren.

und die poesie.

das ist grundsätzlich anstrengend, diesmal mehr als sonst. ich hatte schon leichtere schreibphasen, auch hier in wien. letzten sommer zum beispiel, ziemlich genau vor einem jahr. ebenso im winter, da noch viel mehr. so sehr, dass es mich selbst völlig irritiert hat. vielleicht ist es also gut und richtig, dass das schreien diesmal wieder an gewicht gewonnen hat.

es heißt aber auch, dass es durchaus knapp geworden ist. mit der zeit und mit der kraft. eben erst bin ich hinten durchgekommen, habe die letzten drei seiten des fünften kapitels durchgeackert. jetzt sind es sieben. morgen oder übermorgen muss ich das noch einmal durchschauen, dann erst ist es gut.

aber natürlich immer noch nicht wirklich gut. das ist jetzt nur eine erste, möglicherweise lesbare fassung. da muss ich noch einmal grundsätzlich vorne anfangen, die feinheiten herauskitzeln, bevor es dann ins coaching kann. und dann noch einmal überarbeitet werden muss. ohne zweifel.

ich hoffe, dass ich dann im august ungefähr damit fertig bin. so ist das.

schweberad

immer noch in wien. es scheint als wäre mein entdeckungsdrang der letzten jahre weitgehend erloschen. womöglich habe ich es mir also wirklich entgültig abgeschminkt, auch innerlich, hier tatsächlich irgendwann einmal leben zu wollen. in diese richtung hatte ich mir ja im winter erst, hier vor ort, sämtliche umwägbarkeiten vorgerechnet. die finanziellen vor allem, die altersbedingten und überhaupt. ich war zu dem schluss gekommen, dass es nicht möglich sein wird. dass es sich einfach nicht rechnet.

ganz einfache rechnung übrigens, mit einem traurigen ergebnis eines weitgehend armen lebens.

kann aber auch sein, dass ich diesmal wirklich viel text vor mir habe. viel schwerer zu bewältigen auch, weil es auf einen ersten fixen punkt zugeht. ich tue, was ich kann, und es läuft gut. (noch drei seiten.) außerdem habe ich mir eine heftige blase unter den linken fuß gelaufen, auf der anreise bereits. das rächt sich jetzt. ich kann gar nicht so viel herumlaufen und zu entdecken versuchen, wie ich möchte.

ich tue es aber doch, wie man sieht.

ja, mozartkugeln gibt es auch in wien. ganz echt, die aus salzburg. nicht überall, aber doch am prater.

da bin ich gestern hin, weil ich schnell mal mit dem riesenrad fahren musste. nicht für mich, für einen keinen teil des textes. dafür muss ich das wissen, wie das ist. meine erinnerung an riesenradfahren ist alt, sicher an die fünfzig jahre. jetzt also habe ich eine frische erinnerung, allerdings mit einem sicherlich viel moderneren riesenrad. und nun weiß ich auch nicht.

so ist schreiben, alles improvisation und imagination.

große lust hatte ich auf dieses riesenrad übrigens nicht. es ist auch gar nicht so riesig, aber dennoch war ich überraschenderweise begeistert. das ding ist tatsächlich gebaut wie die schwebebahn, alles genietet und gespannt. im rund gedacht, sieht das natürlich noch viel komplexer aus als in wuppertal.

großartig. auch die aussicht, ja. könnte durchaus sein, dass ich das noch einmal mache. einfach so.

wien im sommer

ja, ich bin hier. im dritten oder vierten sommer jetzt. und ich bin unbändig umschlungen von arbeit, versunken in schreiben, schreiben, schreiben. es ist wirklich schlimm diesmal, aber es ist auch kein wunder. mit diesem kapitel endet der hauptteil, das letzte kapitel spielt dann jahre später. ein ende zu setzen ist immer so eine sache, es ist eine herausforderung. es kann überraschen, und das zieht viele kleine korrekturen überall im text nach sich. das nervt, wirklich, das macht nicht immer spaß.

dieser sommer in wien ist bislang entspannt. vielleicht weil ich früher dran bin in diesem jahr. es sind keine dreißig grad, gestern nicht einmal ansatzweise. gestern war es sogar nass und nieselig, windig auch, beinah wie in wuppertal. vertrautes wetter. heute ist es schon wieder deutlich schwüler, aber immer noch windig und damit recht angenehm.

das wienwohnerlebnis ist seltsam diesmal. vielleicht, weil ich immer noch meiner lieblingswohnung nachtrauere, die leider nicht mehr zur verfügung steht. diese hier ist zwar ganz ähnlich aufgebaut, das scheint eine art baumuster zu sein. man tritt durch eine dieser doppeltüren mit glaseinsatz in einen winzigen flur und steht anschließend unmittelbar in einer durchgangsküche.

diese wohnung ist viel kleiner, was mir an sich nichts macht. der viele platz in der anderen wohnung, nur für mich allein, war mir schon auch immer ein wenig unheimlich. aber erstens gibt es kein extra zimmer zum schlafen. eines, das nach hinten geht, wo es ruhig ist. das habe ich getestet, ich war unten im hof. da hört man nichts von der straße. nach vorne raus ist es grenzwertig, ohne ohrstöpsel wäre ich geliefert. außerdem ist der wohnraum in wirklich jedem einzelnen element anders ausgestattet als auf den bildern zu sehen. die möbel meine ich, die gesamte einrichtung. alles ist anders.

was leider zur folge hat, dass ich jetzt an einem runden tisch arbeiten muss. niemals würde ich eine unterkunft mit einem runden tisch wählen, ebensowenig wie mit einen stehtisch. auf das sofa kann ich auch nicht ausweichen, was ich gelegentlich tue, wenn ich unterwegs bin. denn ein sofa gibt es nicht mehr.

nur ein riesiges bett mit extrabreiter umrahmung. hier ist also alles auf zwei personen ausgerichtet, die sich nicht viel in der unterkunft aufhalten möchten. zumal auch das bad, inklusive klo, winzig ist und keine tür mehr hat. auch keinen vorhang, nichts. man kann sehen, dass da mal eine war, eine schiebetür. auch die ist auf den bildern noch zu sehen, immerhin.

ich könnte mir vorstellen, dass es etwas kalt wird im winter. die eingangtür ist keinen meter entfernt, und die ist recht klapperig und undicht. wenn der dönermann unten im haus seine hintertür zum lüften ins treppenhaus öffnet, dann zieht der frische dönerduft auch mal bis zu mir an den runden arbeitstisch. bah!

es gibt aber auch schöne straßen und gassen hier. sehr aufgeräumt und ruhig, beinah menschenleer. ich musste ein bisschen laufen, um einen bestimmten blick zu suchen, den ich im roman beschreibe. genau in dieser gegend, und sie gefällt mir. obwohl es ein kleines bisschen wie zu hause in berlin ist. ein wenig dreckiger als neubau, aber nicht allzu sehr. deutlich weiter und entspannter als favoriten, da mochte ich es nicht so recht. ich weiß nicht, warum. vielleicht war ich am falschen fleck.

ich sollte mal leopoldstadt versuchen. ganz andere ecke. wie wäre das?

holy spirits

pfingstsonntag, zum glück. für mich im grunde ein tag wie alle anderen, mit arbeit und zeug, aber auch mit einem pfingstmontag im anschluss. das macht dann schon einen unterschied. das schafft luft, macht mir raum. diesmal zumindest.

der tag beginnt mit kirchenglocken und donnerschlägen, mit mehr wind als regen im anschluss. dennoch. dass ich mich eigentlich am morgen gleich aufs motorrad setzen wollte, etwas weg machen, ohne zeit, ohne ziel, das verwerfe ich wieder. auch wenn sich das wetter gegen mittag deutlich beruhigt, immer noch wind, aber kaum noch regen, hin und wieder etwas sonne.

also sitze ich am text, das ist ohnehin besser. ich beende den durchgang durch den teil, den ich vor zwei wochen eingesetzt habe. ich bereite mich auf den nächsten teil vor, eine ganz eigene geschichte. und ich sortiere den rest des kapitels vor, für die schreibzeit in wien ab mitte nächster woche.

zu dieser vorbereitung gehört auch das sortieren von zeug, das schreiben von listen, das nachdenken über die anstehenden reiseabläufe. nicht mein liebstes, ich sage und schreibe es jedesmal. diesmal scheint mir das alles tatsächlich etwas ruhiger zu gelingen, beinah gelassen. vermutlich weil ich die abläufe einigermaßen kenne, auch die wegeund die dinge, die zu tun sind. nur die unterkünfte sind mir neu in diesem jahr.

ach so, ein bisschen brotberuf habe ich am abend noch erledigt. mit kleinen, für mich allein aber unlösbaren schwierigkeiten im backend der zugehörigen webseite. es ist durchaus von vorteil, die übersetzeraufträge im zusammenspiel mit der pflege der gesamten deutschen seite zu verkaufen. vor allem finanziell, aber manchmal auch ein kreuz. das dort verwendete cms ist mir nicht gerade das liebste. na ja, kaputt machen sollte ich natürlich auch nichts. das muss also warten, bis morgen. kann es auch, von mir aus. kein problem.

jetzt ist der tag vorbei, und in los angeles geht es so richtig los. mit polizei und militär, wie man hört. das klingt nicht gut. doch in berlin, immerhin, gab es heute auch viele kulturen auf der straße. in einem großen fest, wie ich sehe. so schön!

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