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küchengewinn

26. Februar 2017 - 23:27

es war eine der besten ideen überhaupt, vor ziemlich genau einem jahr die küche umzubauen. obwohl ich zu der zeit beständig daran gezweifelt habe. ob das sinnvoll oder überhaupt nötig ist, die ganze prozedur. hat insgesamt immerhin sicherlich an die vier monate gedauert. und war auch nicht ganz billig, obwohl ich ja alles selbst gemacht und günstigst besorgt habe.

doch die passende arbeitsflächenhöhe und die entscheidung, nach jahren und jahrzehnten erheblicher gegenwehr eine spülmaschine anzuschaffen, haben sich als goldrichtig herausgestellt. ich weiß gar nicht mehr, warum ich so lange so vehement gegen spülmaschinen plädiert habe. heute liebe ich sie heiß und innig, neben dem platz und der organisation. und dem zugewinn an schönheit. schönheit der dinge, der farben, des lichts und des raumes.

oder anders gesagt: ich kann jetzt schon fast ein bißchen gut kochen, manchmal. und ich mache es gerne, das ist das beste.


mißmut

26. Februar 2017 - 02:20

wechseljahre snd keine migränejahre. dieser zustand schwindet mit den jahren, sofern er zuvor einen zusammenhang mit dem gemeinen hormonschwung aufzuweisen hatte. die quälerei scheint vorüber, seit einiger zeit schon. geblieben ist eine dumpfer druck, der aus dem rücken bis in die frühere migräneseite aufsteigt, eine unterschwellige übelkeit und leichter schwindel. schlimmer wird es nicht mehr, nicht wirklich. doch das alles bleibt dann für tage. diesmal von donnerstag früh, und noch immer ist es nicht vorüber. medikamente helfen, ein wenig, machen mich fast wieder menschentauglich. es sind sogar dieselben wie früher. aber wer will das schon, drei tage hintereinander.

bleibt also eine schlappe im alltag, eine hängeparie, ein gewisser mißmut. der steht mir nicht besonders, hoffe ich zumindest. ist aber auch passend, irgendwie, altersentsprechend.


ist so

18. Februar 2017 - 22:40

ich gehöre nicht zu denjenigen, die schon vor schuleintritt lesen und schreiben konnten. das ist mein bruder. er ist die entscheidenden vier jahre jünger als ich, für ihn gab es die sesamstraße. die originale, sychronisierte, bei uns noch in schwarzweiß. damals. ich dagegen hatte keine gelegenheit, niemand saß je neben mir und hat mir vorgelesen. nicht so zumindest, daß ich mit ins buch hätte sehen könnte. kann sein, daß ich das nicht wollte, diese nähe. durchaus möglich. auch einen kindergarten oder eine vorschule gab es für mich nicht. als ich klein war, war ich meistens allein mit mir.

irgendwann in dieser zeit saß ich hinten in unserem opel kadett, als dieser aufgetankt wurde. ich erkannte das schild, rot und blau mit einem tiger. dort fuhren wir immer hin, gegenüber der gebrauchtwagenhandlung von helmut rahn. immer zu esso. ich wußte das und wagte auf einmal zu behaupten: das heißt esso, ich kann lesen. ich kann jetzt lesen! stolz war ich, doch auf den vordersitzen wurde gelacht. ich weiß nicht, warum. ich weiß auch nicht, ob ich in folge tatsächlich aufgefordert wurde, zum beweis die einzelnen buchstaben korrekt zu benennen. erinnerungen sind trüb, mitunter schon nach kurzer zeit. und diese episode liegt an die fünfzig jahre zurück. aber ich habe das nicht in guter erinnerung.

wie auch immer. sicherlich kannte ich damals die buchstaben noch nicht, in diesem sinne konnte ich also wirklich nicht lesen. (das habe ich de facto erst in der schule gelernt, allerdings in wenigen wochen. endlich.) ich kannte die uhr, die eine form hatte. die konnte ich lesen. daher wußte ich. oder glaubte zu wissen, bis sie darüber gelacht haben. dieses lachen hat mir den augenblick gelöscht.

heute weiß ich, daß ich im grunde recht hatte. man kennt die formen und zeichen, erkennt sie wieder, und glaubt, ihnen einen sinn zuordnen zu können. eine bedeutung sogar, einen zusammengang mitten in einem wachsenden und wuchernden chaos. einen anker setzen.

das ist lesen, das ist schreiben. es liegt eine gewisse unzulänglichkeit und not darin.


rechnen

17. Februar 2017 - 23:20

heute mal dem zustand einer latenten überarbeitung auf den grund gegangen. kann doch eigentlich nicht sein, ich arbeite auf einer halben stelle und mache so nebenbei ein bißchen was freiberufliches. hier und da knubbelt es sich natürlich, dann mache ich auch schon mal bis abends. das heißt, eigentlich bin in die nacht. es wird spät mitunter, aber das war es doch schon immer. einmal im monat ist es absehbar, da habe ich eine woche, in der es ganz ohne pause durchgeht. und sporadisch wirft mir genau dann auch noch der stammkunde aus den staaten ohne vorwarnung einen fetten auftrag vor die füße. was soll ich da machen?

ich konzentriere mich also, überschlage die stunden einmal nicht nur grob: ich zähle sie. und komme auf viel in diesem monat. sicher keine vierzig in der woche, deutlich mehr. (mehr geld natürlich auch, jaja.)

damit hätte ich nicht gerechnet.


15. Februar 2017 - 23:33

nichts geschaffen heute, nur unzufriedenheit und aggression. dabei ist so viel zu tun. bevor dann zu tun ist, was getan werden muß. es hilft doch nichts.


präsidial

12. Februar 2017 - 23:24

diese seltsame „steigerung“:

  • trump?
  • trump hat doch keine chance
  • trump wird es doch wohl nicht
  • trump wird es doch!
  • (du liebe zeit)
  • trump wird es doch lernen
  • (mit der zeit, das haben doch alle)
  • trump könnte doch auch seines amtes enthoben
  • (irgendwie)
  • vielleicht gibt trump ja einfach auf
  • (am ende?)

das alles getragen von einer seltsamen hoffnung. wenn das so einfach wäre.

nein, ist es nicht!


kleinklein

21. Januar 2017 - 01:32

mehr lesen, ein 50-seiten-tagespensum, wie frau casino es sich vorgenommmen hat. das wäre schön, aber das schaffe ich derzeit nicht. die fast 500 seiten fallada, seit weihnachten immerhin, gehen nahezu ausschließlich auf das konto der neuen gewohnheit des ausgedehnten u-bahnfahrens. (zur arbeit nach charlottenburg.)

kleiner mann – was nun?, die originalfassung, ist ein fröhlich dahingeschriebenes, hochaktuelles und dabei todtrauriges berliner volksstück, das nicht zu unrecht ein welterfolg ist. oder war, das weiß ich gerade nicht. pinneberg, der held, der eigentlich ein antiheld ist, erinnert mich darüber hinaus immens an meinen vater. lässt sich treiben und schubsen und niedermachen. wehrt sich nicht, gegen nichts, wütet nur in sich selbst. und verkommt und verottet dabei, eher innerlich als äußerlich. ein schweiger, ein denker, ein versager. mein männerbild im grunde.

das wäre das.

als nächstes käme dann wohl nicht nur das nächste buch, sondern auch das schreiben. die grundvoraussetzungen entwickeln sich positiv. die lang ersehnte finanzielle entspanntheit ist auf einmal unübersehbar, das ist ausgesprochen beruhigend, vielversprechend sogar. das konzept lauert dicht an der oberfläche, da bin ich sicher. so lange schon, ein treues stück. doch fürs schreiben braucht es mehr als das, mehr als nur zeit. oder geld. oder ideen. dafür braucht es leere, und es bräuchte raum. beides zugleich.

und ich weiß nicht mehr wie.


antiamerikanismus

13. Januar 2017 - 12:01

morgens das radio aufdrehen, wie immer bbc, und als erstes den namen putin hören. für einen ebenso komischen wie schrecklichen augenblick den herrn trump vor dem geistigen auge schweben sehen, wie eine comicfigur. dieses zerrbild eines menschen. irritiert sein. verwirrt. irgendetwas stimmt doch da nicht.

dann die frage, ob das wohl möglich wäre in den usa. so etwas wie putin. oder erdoğan. also das sukzessive zerbrechen der demokratie hin zum machtmonopol, zur diktatur. dann die erkenntnis, wie sehr ich offensichtlich überzeugt bin von der solidität der vereinigten staaten. ich kann mir das einfach nicht vorstellen. immer noch nicht.

ob es das ist, was mir als nächstes verschwimmen wird? früh in diesem jahr, ganz bald schon?


workflow

07. Januar 2017 - 02:31

es ist ja so. wenn ich in den baumarkt gehe, muß ich hinterher etwas bauen. meisten weiß ich sogar im vorfeld, was das sein wird. deshalb gehe ich ja in den baumarkt. wenn ich hingegen zu ikea gehe, ist das ein wenig anders. dann möchte ich zum beispiel nach einem neuen besteck schauen, einfach so. ich weiß noch gar nicht, ob ich auch eines haben will. nach hause komme ich dann mit einem bambusschneidebrett, einem eimer und einer neuen stehlampe. das ist nichts besonderes, ich weiß. das gehört zum schwedischen möbelauserlebnis wie der inbusschlüssel.

zu hause fällt mir auf, daß mir die lampe eigentlich zu hoch ist. wenn ich ehrlich bin, dachte ich das im laden schon. und ich dachte, daß ich sie ja irgendwie kürzen könnte, absägen oder so. doch das geht natürlich nicht. das kabel steckt bereits in den rohrstücken, die nur noch zusammengeschraubt werden müssen. an einem ende die fassung, am anderen ende der stecker. wie soll ich da eines der rohrstücke rauskriegen? es dauert eine weile, bis ich darauf komme, einfach den stecker abzuknipsen, um das kabel ausfädeln und das überflüssige rohrstücke entfernen zu können. jetzt brauche ich aber einen neuen stecker. ich muß also zum baumarkt.

außerdem: bei der alten stehlampe, die ich ja eigentlich wegschenken wollte, habe ich dann noch den fuß abgeschraubt, drei löcher in die stange gebohrt und sie an den schrank mit der stereoanlage geschraubt. (ja, so etwas besitze ich noch.) das schien mir praktisch und sinnvoll, schrauben dafür hatte ich natürlich. die henkel an den eimer zu schrauben, das war leicht. wesentlich leichter, als den lampenschirm auf das drahtgestänge zu bekommen. das hatte es in sich. das bambusbrett habe ich noch geölt, wie es sich gehört. alle anderen auch gleich. nur das besteck habe ich gelassen, wie es ist.


ausblick

31. Dezember 2016 - 15:02

vielleicht sollte man einfach nicht zurücksehen, ganz so wie madame es empfiehlt. auch wenn ich nicht die meinung teile, daß für mich irgendeine endausbaustufe erreicht ist oder jemals sein könnte. ich bleibe lieber baustelle, für jetzt und für immer. was denn sonst? 2016 ist dennoch am ende, soviel steht fest.

doch auch wenn ich nach vorn sehe, möchte ich lieber augenblicklich erstarren als entspannen. politisch betrachtet wird 2017 absehbar ein desaster, sowohl lokal als auch global betrachtet. alles andere käme einem triumpf gleich und steht kaum auf dem zettel. es ist beängstigend. es rückt mir immer näher, auch wenn ich das zu verleugnen versuche. wie seit jahren bereits.

gleichzeitig sieht privat betrachtet alles wunderbar ruhig aus, friedlich und sicher. die finanzierung steht, urlaube sind geplant, ausflüge an luft und wasser, raus aus berlin. rund um berlin auch, dieses eigenartige land, das ich so gut wie noch gar nicht kenne. dabei bin ich eine so unglaublich schlechte reisende. aber es sieht gut aus, im großen und ganzen. es geht immer weiter.

ich werde also arbeiten und wach bleiben und dabei. hier und jetzt und darüber hinaus. vielleicht kaufe ich ein boot, mal sehen. und ich werde wieder bloggen, versprochen.