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trägheit

10. Februar 2018 - 23:37

wie immer, wenn ich vor arbeit kaum zum atmen oder schlafen komme, nicht zum lesen oder bauen und auch nicht zu der schönen fRau, die mich ebenso gerne sehen würde wie ich sie. genau dann wächst sie ins unermessliche, die sehnsucht ins ungewisse zu schreiten. eine tür zu öffnen und zu gehen. einfach los.

schreiben, weiterschreiben, im vertrauen darauf, daß die worte tragen werden. ohne vorab zu wissen, wo die reise mich hinführen wird. in den moment hineingreifen, als hätte zeit eine substanz mit einer gestalt, die zu formen sei. immer wieder neu zu formen.

doch dazu ist keine zeit, die deadlines drücken, gleich mehrere in der kommenden woche und weitere bis zum monatsende. mir bleibt keine wahl, am ende nur geld. deshalb träume ich von einem boot, mal wieder. doch ja, das könnte klappen.

die trägheit des wassers. das zögern und glucksen, diese wilde, kraftvolle scheu. das ist, was ich brauche, was ich will.


mein punk

07. Februar 2018 - 17:28

punk, so wie er heute aussieht. jenseits der sicherheitsnadeln und irokesen, das ist mein punk seit jeher. so kann anne clark eben heute sagen:

Alles wird zu viel. Es ist an der Zeit, dass wir alle still sind, … Dass wir einfach tief durchatmen, bevor wir irgendetwas sagen und machen.

und sie hat recht, mit allem. geht also hin und sehet den film. unbedingt!


im märz dann, in leipzig

02. Februar 2018 - 22:38

freue mich schon.


elf

28. Januar 2018 - 23:01

das ist jetzt so ein seltener moment, in dem gerade mal alles erledigt ist, und ich kurz durchatmen kann. naja, alles erledigt ist natürlich nie, aber für heute gibt es dann doch nichts weiter zu tun. es ist sonntag, kurz vor elf, also dreiundzwanzig uhr. es ist wochenende.


schwarz und rot

08. Januar 2018 - 23:27

ach. bei den golden globes also alle frauen in schwarz. gut so!

und bei den oscars dann bitte alle männer in knapp geschnittener, rüschiger abendgarderobe. schön bunt, vorzugweise rot natürlich. so ein klein wenig provokation schmückt doch ungemein.

wie sie dann reden und reden und reden. die männer, darüber wer ihre hübschen kleidchen genäht hat.

das will ich sehen.


07. Januar 2018 - 21:30

der körper zieht sich genüßlich eine grippe rein, die erste seit jahren. nicht einmal bei erkältungen bin ich allzu oft dabei, nur einmal im winter vielleicht. früher machten die sich eine nach der anderen in mir breit, manchmal sogar im sommer. doch das ist lange her. im dezember dann diese eigenartige nebenhöhlenverbetonierung, die nicht richtig da war, aber auch nicht wirklich wegging. und gestern mittag dann fieber und geschüttel, kopf- und gliederschmerzen von einem moment auf den anderen.

irgendwo in diesem geschmadder wabere ich seitdem umher. quasi schlaflos tauche ich nur ein wenig unter die oberfläche, weiß immer, wer ich bin und was ich bin, während ich doch träume. und dadurch eine ganz andere bin, als ich denke, daß ich bin.

da. einfach nur da.


verorten

05. Januar 2018 - 22:31

das neue jahr ist nun schon fünf tage alt, und ich mag nicht zurückblicken. wozu? 17 war ein gutes jahr. ein volles, ein reiches. jetzt ist es vorbei, das ändert gar nichts. ich stehe nämlich auch nicht auf vorsätze, so etwas kann doch nur schiefgehen. daran sind doch die meisten jetzt schon gescheitert.

doch ich mag mir einen ausblick gönnen auf die 18. denn die 18 wird gut, das weiß ich. die kraft meiner jahre geben mir ein gutes gefühl, die erinnerung. die 18 wird ein starkes jahr, ein jahr zwischen traum und illusion. das gefällt mir. viel zu selten habe ich in dem letzten jahren, wenn nicht jahrzehnten, die räume in aller stille entfaltet. in ruhe und langsamkeit die erfahrung ausgeschöpft, alle erfahrung. zu selten habe ich die luft sich bewegen sehen, um die menschen herum und durch sie hindurch. mitunter. reden kann ich nicht darüber, wer will das schon hören. wer versteht? in dieser einsamkeit wachsen die worte, und manchmal träumen sie wahr. dann wieder lügen sie sich in die illusion. ich kenne das, alles.

möge der traum das spiel gewinnen, aber wenn es anders kommt. was könnte ich dagegen sagen oder schreiben.

der erste traum betrifft einen ort, der ein ort der gestaltung sein muß. mein ort, wie eine werkstatt vielleicht, eine leiter oder flügel. denn auf lange sicht kann ich nicht bleiben, wo ich gerade bin. nicht mehr hier. es hebt sich auf, alles, ganz langsam. auch wenn ich noch nicht weiß, wie es weitergehen wird. oder wohin. was noch möglich ist. kann ich? soll ich?

ein bißchen mag ich noch bauen, wo ich jetzt zuhause bin. das licht vor allem und das bett. die garderobe im flur, da hat sich lang schon alles überholt. doch die wände sind tabu. und es wird sich auch verlaufen, vielleicht. ich werde papier kaufen müssen, um es aufzuzeichnen. träume und die illusion des neuen. werkzeug zu ebener erde, dazwischen das andere, die menschen und die angst. ganz oben der wortraum, nur für mich.

betreten verboten. selbst für mich, wo nur schweben und vergessen zählt.


bett und schreibtisch

31. Dezember 2017 - 20:43

in letzter zeit, wenn ich mal ein paar tage nicht zu hause bin oder auch nur eine nacht bei der fRau schlafe, kommt es immer häufiger vor, daß ich mich an meine wohnung nicht erinnern kann. das heißt, im großen und ganzen schon, aber insbesondere mein schreibtisch und mein bett bereiten mir schwierigkeiten. dann liege ich da, in einem fremden bett und sehe vor mir meinen eigenartigen wohnschlafraum in wuppertal. über dreizehn jahre her. oder eben meinen schreibtisch dort in der küche, mit blick über das gegenüberliegende haus ins tal. und zu silvester dann in die farbigen lichter auf der anderen seite.

mir ist dann schon klar, daß das nicht die aktuell gültige vorstellung von bett und schreibtisch ist. das weiß ich genau, aber dennoch ist es mir sekundenlang nicht möglich, das vertraute gefühl von bett und schreibtisch mit der aktuellen version zu überschreiben. die wand am bett bleibt auf der falschen seite und der schreibtisch, naja. der ist noch anders, wie in einer glocke. einer anderen atmosphäre. als würde er schweben.

was das bedeutet? keine ahnung. auf jeden fall ist es irritierend, die eigene vorstellung nicht beherrschen zu können. sondern beherrscht zu sein von diesem hirn, das die arbeit verweigert, und zuzusehen, wie die sekunden vergehen.

was will es? was sagt es? oder ist das schon alzheimer?


kopf hoch

18. Dezember 2017 - 22:53

da sitze ich jetzt, doch ziemlich erschöpft zum jahresende.  nicht nur heute abend ist das so. und wenn ich den kopf hebe und nach vorn sehe, warten da drei unglaublich arbeitsreiche monate. ein anstehender spurt im brotberuf, eine weitere buchübersetzung und der roman natürlich, der – endlich – mit einer gewissen kontinuität auf sich aufmerksam macht.

puh! (mal so vorab.)


werften

12. Dezember 2017 - 22:46

lange schon steht im ansatz dieser beitrag hier bereit. nur der titel im grunde, kaum etwas sonst. doch ich konnte ihn nicht wegwerfen, wie so viele andere. angefangen hat es mit einer fernsehreportage, von der ich heute nur noch wenig erinnere. es ging um ein land im norden, ich weiß nicht mehr welches. norwegen vielleicht. in einer stunde oder so wurde es abgereist und abgefilmt, an jedem ort gab es ein paar exemplarische menschen. soweit nichts besonderes.

bis dann die frau auftauchte, die irgendwo in diesem land eine werft betreibt, in der sie auf altmodische art kleine holzboote baut. allein, soweit ich mich erinnere, und diese werft war im film wie eine große werkstatt mit wasser. die frau ließ sich bei der arbeit filmen, sie sprach auch über ihre arbeit und über die schwierigkeiten, ein solches im grunde aussterbendes gewerbe zu betreiben.

da ging etwas durch mich durch, und ich wußte, daß ich das auch wollte. genau das. nicht boote bauen natürlich, das kann ich nicht. aber eine werkstatt, ich will eine werkstatt. ein ort, wo etwas geschieht, etwas entsteht. mit wasser und worten, sowas in der art.

neulich habe ich eine skizze gemacht, auf einer serviette in einem café. ich soll zu weihnachten ein haus backen, das muß ja geplant sein. (war da mal was mit architektur?) erst auf dem foto sah ich, wie ähnlich mein gekritzel dem meines vaters ist, mit dem er mir früh schon perspektivische darstellungen nahezubringen versucht hat. und die skizze ist so wenig schlecht, daß ich sofort daran dachte, mir ein kleines skizzenbuch zuzulegen. (was ich vermutlich nie benutzen würde, ich kenne mich doch. aber egal.)  und gestern dann, nach einem überraschenden und wirklich zufriedenstellenden schreibabend, in der nacht, als ich das licht löschte, um zu schlafen. da entstand in meinem kopf in windeseile ein bett aus dem material, mit dem ich mich gedanklich gerade sehr beschäftige. allerdings um daraus lampen zu bauen. licht. (so gesehen könnte ich vielleicht schon ein skizzenbuch gebrauchen, man weiß ja nie. auch wenn ich nicht wirklich gut zeichne.)

ein bett brauche ich nicht, ich werde also auch keines bauen. was ich sagen will ist, daß da manchmal dieser raum wächst, meine werkstatt. was immer darin dann gebaut wird, worte, sätze oder licht. das ist wichtig, das ist gut. und es ist höchste zeit.

darauf muß ich achten. das muß sein. man mag mich daran erinnern, sollte ich es aus den augen verlieren. obwohl.

vermutlich lassen sich boote besser verkaufen als bücher. sie sind so tauglich.*

* und das ist die einzige zeile, die schon lange hier stand. deshalb steht sie auch jetzt noch da. wieso, weiß ich auch nicht.