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die zeit

14. Mai 2017 - 23:28

mai. wie schnell sie geht, die zeit. kaum spüre ich sie, derzeit,  auf ihrem weg durch mich hindurch. das war auch mal anders, meistens eigentlich in meinem leben. und so recht weiß ich nicht, wie ich jetzt damit umgehen soll. immer von einem zum anderen, ohne übergang. ohne die zeit dazwischen, die so wichtig ist. der atem, die pause. das, was eigentlich zeit ist. leere nämlich und freiheit.

die re:publica anfang der woche sehr genossen, wie eigentlich bislang noch keine. kein anspruch, kein ziel. einfach nur sein, schlendern und menschen sehen, hören oder sprechen. das ist reich. vielleicht lag es aber auch nur daran, daß mit der keynote und den anschließenden ausführungen von frau emcke im grunde genug gesagt war, um ausreichend beschäftigt zu sein. nicht befriedigt, eher aufgebracht. aber gesagt werden muß es ja, immer und alles.

der rest ist arbeit, und arbeit ist frust mitunter. das angestelltensein zum beispiel lerne ich nur langsam, obwohl es seine vorteile hat. große vorteile, wie diese regelmäßigkeit in bezug auf zeit. auch in bezug auf geld natürlich. außerdem ist es durchaus interessant, andere menschen in ihren lang gewachsenen arbeitsstrukturen zu beobachten und wie selbstverständlich in sie eingeflochten zu werden. oder eben nicht. das sind fremde welten.

zeit ohne pause, ohne ruhe. auf lange sicht ist das nichts für mich. ich werde lästig, nicht nur mir selbst. irgendwann wird die fRau ein lied davon singen wollen, können oder müssen. das gefällt mir gar nicht. das tut mir jetzt schon leid, immer wieder.

urlaubsreif. das wort wiederhole ich seit wochen wie ein mantra. es ist auch nicht mehr lang hin, zwei wochen oder so. quatsch, 10 tage. also bleibe ich tapfer. und immerhin, die maschine läuft wieder, ist heute innerhalb von sekunden angesprungen. so soll das sein. das mag mir ab morgen dann schon mal ein kleines bißchen urlaub sein.


nichts ist richtig im falschen

22. April 2017 - 15:53

seit ich dieses holzbastelbuch übersetze hätte ich gerne eine eigene werkstatt im garten. mit tischsäge und oberfräse, mit hobelbank und allem, was sonst noch nötig ist. lebenswichtig sozusagen.

noch lieber wäre mir allerdings, ich hätte diese verdammte wordpressinstallation auch nur halbwegs im griff. und könnte das alles hier wenigstens ein ganz kleines bißchen so einstellen und gestalten, wie ich es gern hätte.

aber das geht nicht, weder das eine noch das andere. einfach alles nicht. ich hab ja auch gar keinen garten.

(das nur so zur erklärung, warum das bloggen hier so langsam aber sicher versiegt. macht einfach keinen spaß, wenn alles immerzu falsch ist.)


gelungener tag

19. März 2017 - 21:48

was so ein richtig gelungener sonntag ist, so fängt dieser natürlich nicht nur mit der gewohnt schaumunfähigen milch an, sondern auch mit gänzlich mißlungenem kaffee. weiter geht es dann mit der unverbindlichkeit von technischem gerät und einem kleinen mißgeschick bei der datensicherung. verdammte nachhaltigkeit. dann ist bei den ersten vorbereitenden maßnahmen zur bevorstehenden freiradelsaison der fetteste aller hinterreifen geplatzt. längstriß im schlauch, über 20 zentimer. ja, das macht spaß.

was noch? weiß nicht, jetzt geht alles in migräne unter. ungeschick und angst. arbeit und traum. lösung und erlösung. oder ich habe mir eben auf dem rad, dem anderen, nur mächtig was im nacken eingeklemmt.


05. März 2017 - 23:05

außerdem: wechseljähriges hormongerangel, ständiges schwanken zwischen fastmigräne und leichter übelkeit. nicht so schlimm, aber auch nicht schön.

ich bin erschöpft.


05. März 2017 - 18:42

von den dingen möchte ich schreiben, ihnen folgen zunächst. ihren mustern und strukturen, in sie hineinkriechen. weil da die geschichten leben, die die menschen nicht erzählen. weil sie es nicht können, weil sie nicht wollen vielleicht. das kommt vor. meistens aber wissen sie nichts davon, sehen die zusammenhänge nicht. mir selbst geht es so, wenn ich mich betrachte. wenn ich das versuche. dann weiß ich nur, was ich längst schon weiß. je älter ich werde.

die dinge aber, die sprechen einen andere sprache.


küchengewinn

26. Februar 2017 - 23:27

es war eine der besten ideen überhaupt, vor ziemlich genau einem jahr die küche umzubauen. obwohl ich zu der zeit beständig daran gezweifelt habe. ob das sinnvoll oder überhaupt nötig ist, die ganze prozedur. hat insgesamt immerhin sicherlich an die vier monate gedauert. und war auch nicht ganz billig, obwohl ich ja alles selbst gemacht und günstigst besorgt habe.

doch die passende arbeitsflächenhöhe und die entscheidung, nach jahren und jahrzehnten erheblicher gegenwehr eine spülmaschine anzuschaffen, haben sich als goldrichtig herausgestellt. ich weiß gar nicht mehr, warum ich so lange so vehement gegen spülmaschinen plädiert habe. heute liebe ich sie heiß und innig, neben dem platz und der organisation. und dem zugewinn an schönheit. schönheit der dinge, der farben, des lichts und des raumes.

oder anders gesagt: ich kann jetzt schon fast ein bißchen gut kochen, manchmal. und ich mache es gerne, das ist das beste.


mißmut

26. Februar 2017 - 02:20

wechseljahre snd keine migränejahre. dieser zustand schwindet mit den jahren, sofern er zuvor einen zusammenhang mit dem gemeinen hormonschwung aufzuweisen hatte. die quälerei scheint vorüber, seit einiger zeit schon. geblieben ist eine dumpfer druck, der aus dem rücken bis in die frühere migräneseite aufsteigt, eine unterschwellige übelkeit und leichter schwindel. schlimmer wird es nicht mehr, nicht wirklich. doch das alles bleibt dann für tage. diesmal von donnerstag früh, und noch immer ist es nicht vorüber. medikamente helfen, ein wenig, machen mich fast wieder menschentauglich. es sind sogar dieselben wie früher. aber wer will das schon, drei tage hintereinander.

bleibt also eine schlappe im alltag, eine hängeparie, ein gewisser mißmut. der steht mir nicht besonders, hoffe ich zumindest. ist aber auch passend, irgendwie, altersentsprechend.


ist so

18. Februar 2017 - 22:40

ich gehöre nicht zu denjenigen, die schon vor schuleintritt lesen und schreiben konnten. das ist mein bruder. er ist die entscheidenden vier jahre jünger als ich, für ihn gab es die sesamstraße. die originale, sychronisierte, bei uns noch in schwarzweiß. damals. ich dagegen hatte keine gelegenheit, niemand saß je neben mir und hat mir vorgelesen. nicht so zumindest, daß ich mit ins buch hätte sehen könnte. kann sein, daß ich das nicht wollte, diese nähe. durchaus möglich. auch einen kindergarten oder eine vorschule gab es für mich nicht. als ich klein war, war ich meistens allein mit mir.

irgendwann in dieser zeit saß ich hinten in unserem opel kadett, als dieser aufgetankt wurde. ich erkannte das schild, rot und blau mit einem tiger. dort fuhren wir immer hin, gegenüber der gebrauchtwagenhandlung von helmut rahn. immer zu esso. ich wußte das und wagte auf einmal zu behaupten: das heißt esso, ich kann lesen. ich kann jetzt lesen! stolz war ich, doch auf den vordersitzen wurde gelacht. ich weiß nicht, warum. ich weiß auch nicht, ob ich in folge tatsächlich aufgefordert wurde, zum beweis die einzelnen buchstaben korrekt zu benennen. erinnerungen sind trüb, mitunter schon nach kurzer zeit. und diese episode liegt an die fünfzig jahre zurück. aber ich habe das nicht in guter erinnerung.

wie auch immer. sicherlich kannte ich damals die buchstaben noch nicht, in diesem sinne konnte ich also wirklich nicht lesen. (das habe ich de facto erst in der schule gelernt, allerdings in wenigen wochen. endlich.) ich kannte die uhr, die eine form hatte. die konnte ich lesen. daher wußte ich. oder glaubte zu wissen, bis sie darüber gelacht haben. dieses lachen hat mir den augenblick gelöscht.

heute weiß ich, daß ich im grunde recht hatte. man kennt die formen und zeichen, erkennt sie wieder, und glaubt, ihnen einen sinn zuordnen zu können. eine bedeutung sogar, einen zusammengang mitten in einem wachsenden und wuchernden chaos. einen anker setzen.

das ist lesen, das ist schreiben. es liegt eine gewisse unzulänglichkeit und not darin.


rechnen

17. Februar 2017 - 23:20

heute mal dem zustand einer latenten überarbeitung auf den grund gegangen. kann doch eigentlich nicht sein, ich arbeite auf einer halben stelle und mache so nebenbei ein bißchen was freiberufliches. hier und da knubbelt es sich natürlich, dann mache ich auch schon mal bis abends. das heißt, eigentlich bin in die nacht. es wird spät mitunter, aber das war es doch schon immer. einmal im monat ist es absehbar, da habe ich eine woche, in der es ganz ohne pause durchgeht. und sporadisch wirft mir genau dann auch noch der stammkunde aus den staaten ohne vorwarnung einen fetten auftrag vor die füße. was soll ich da machen?

ich konzentriere mich also, überschlage die stunden einmal nicht nur grob: ich zähle sie. und komme auf viel in diesem monat. sicher keine vierzig in der woche, deutlich mehr. (mehr geld natürlich auch, jaja.)

damit hätte ich nicht gerechnet.


15. Februar 2017 - 23:33

nichts geschaffen heute, nur unzufriedenheit und aggression. dabei ist so viel zu tun. bevor dann zu tun ist, was getan werden muß. es hilft doch nichts.