raum für notizen

the ways of essen

18. August 2019 - 21:43

in meiner geburtsstadt angekommen und sofort irgendwie anders gewesen. verloren. alles hat sich verändert, und es braucht, bis ich die richtige richtung, bis ich die wege finde. es braucht google maps, weil ich der intuition nicht vertraue. die oft nicht richtig ist, an entscheidenden punkten aber doch. überraschender weise. wie ich stunden später merke. da hat mich dann google maps schon im kreis laufen lassen.

nachts durchfeiern und durchtanzen bis gegen vier ist auch nicht mehr so meins. dazu diese völlerei, 3 x buffet mit alkohol, der haselnussbrand nicht eingerechnet. später die mitternachtscurrywurst. und kaffee. irgend etwas davon war zuviel. die halbe nacht war mir schlecht. wobei das ja schon die zweite hälfte der nacht war.

duschen und frühstücken noch halb im dschum. aber nett hier, sehr nett. mit einem reichhaltigen frühstücksbuffet. so reichhsaltig, dass ich gegen mittag schon wieder überfressen war.

so habe ich nichts von von dem gemacht, was ich eigentlich vorhatte. vor allem bin ich nicht in die alte synagoge gegangen, wie ich es schon lange wollte. seit jahren. das wird mir leid tun.

stattdessen an den rechner und gleich in den text. in meinem riesigen comfortbusinesshotelzimmer mit großartigem conferenztisch. stundenlang durch die letzten vier seiten gepflügt, bis ich hinten raus. also durch. jetzt fertig, nicht nur körperlich. vielleicht auch mit dem kapitel.

ansonsten habe ich ja morgen zeit im zug, früh am abend.

was für eine reise, welch ein durcheinander. ein bisschen bin ich nach den schreiben dann doch noch in dieser stadt umhergelaufen. nicht weit und auch nicht gezielt an bestimmte orte. nur zu meiner allerersten wohnung, weil die nicht weit von hier. das habe ich getan. das haus steht noch, es ist unrenoviert. dabei war es damals schon ziemlich runtergekommen. die ziegel liegen frei, das dach ist mit bitumenbahnen geflickt, in der dachrinne wächst ein kleiner baum. aber es steht. und es ist bewohnt.

mein zimmer in der wg damals hatte vier fenster, in drei verschiedene richtungen. es war riesig und verfügte über eine armselige nachtspeicherheizung. die tapeten standen an den wänden, an denen sie längst nicht mehr klebten vor lauter anstrich. den boden malte ich schwarz, aber es hielt nicht gut. streichen ist nicht meine stärke.

es war fürchterlich, alles in allem. auch ich als mensch. und einzigeartig. nur für ein paar monate, kaum ein jahr.

seitdem wohne ich allein.

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schreibzeit (28)

16. August 2019 - 22:49

schnell noch ein bisschen, unter qualen. so ist es dann eben auch, immer wieder mal. im grunde nur themen und punkte markiert, die ausgearbeitet werden müssen. eingearbeitet und zusammengeschrieben, irgendwie.

vielleicht sonntag. oder am montag abend im zug. oder sonst wann, was weiß denn ich. es wird.

jetzt träumen.

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the wtal memories (3)

16. August 2019 - 21:04

was für ein drive! ich bin hier zuhause, zwei tage, zweieinhalb. und es macht mich glücklich.

heute viel geschwebt, einfach so. die neuen bahnen sind hellblau und ziemlich leise. sie schaukeln auch nicht mehr so sehr, außerdem gibt es jetzt an allen schwebebahnhöfen aufzüge. (soweit ich das gesehen habe.) endlich.

und viele treppen gestiegen, rauf und wieder runter und wieder rauf. auch solche, die ich noch nie gesehen habe. hier sind überall treppen, das ist gut. alles abkürzungen für fußgänger. anstrengend, aber praktisch. jetzt spüre ich deutlich meine waden und fußgelenke. und trabe locker bis in den vierten stock, in meine momentane wohnung. wieder voll im training.

unterwegs wieder viel geplappert, mir und der exfrau alles wichtige erzählt. alle überraschungen und erkenntnisse geteilt. mit ein bisschen mehr freude, denn womöglich hätte sie es doch ganz gern gehört. habe ich mir sagen lassen.

gut, morgen ist schluss damit. dann reise ich weiter in meine geburtstadt. in ein hotel diesmal, mit ebenerdiger dusche, frühstück, schreibtisch, minibar und wlan. soweit ich weiß. und es folgt die hartcore memory-variante. oder auch nicht, wer weiß?

viel zu plappern gibt es von da aber vermutlich nicht. statt dessen eine familienfeier. mal sehen.

und schreiben muss ich ja auch noch. nicht rumbloggen, roman schreiben. okay?!

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schreibzeit (27)

15. August 2019 - 22:48

heute eher nicht, meine zeit habe ich haltlos in der stadt verdaddelt. den ganzen tag. und damit, via mobiltelefon ins netz zu kommen, gestern schon. was gar nicht so leicht war, aber ohne wlan. die wohnung hat nämlich keines. kein netz, das ist dann doch irgendwie komisch. hat aber dann doch geklappt, wie man sieht. und endlich kann ich mal meine sagenhaften 15gb pro monat vieleicht so ungefähr zur hälfte ausreizen.

das schreiben im zug hat mir zu denken gegeben. die ruhe, die bewegung, die reduziertheit auf wenig raum, wenig zeug und wenig alternativen. mit einem mal begreife ich das mit dem schreiben im café. bislang war mir das ja ein rätsel, allerhöchstens für die papierarbeit konnte ich auch mal ins café. andererseits wollte ich mir schon lange mal in meiner berliner gegend etwas passendes suchen, warum auch immer. irgendeine ahnung. das sollte ich mal deutlich forcieren.

ein café mit steckdose für meinen grundsätzlich akkuschwachen rechner. netz ist nicht so wichtig, da weiß ich ja jetzt, wie es geht. und 15gb hab ich immer in der tasche.

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the wtal memories (2)

15. August 2019 - 22:00

gestern ein noch ein wenig fremd gefühlt, hier. in dieser stadt, in der ich alle wege kenne, immer noch.*

hier würde es sinn machen, wenn ich einfach einen roller nehmen könnte, der irgendwo am straßenrand steht. auch die eigenartige wuppertaler einbahnstraßenführung, die niemand von außen auf anhieb beherrscht, würde ich mir noch zutrauen. oder diese elektrotretscooter, das wäre ein spaß. aber so etwas gibt es hier dann doch (noch) nicht. aber auch zu fuß unendliche erinnerungen ablaufen kann.

der blöde job in diesem copyshop, den es immer noch gibt. das tanksstellencafé, das, von einem auf den anderen tag plötzlich verlassen, zügig um sämtliches biergartenmobiliar geplündert war. auch von mir. das von der heyd-museum, bei dessen eröffnung ich gelesen habe. von dem blinden, der die bilder sucht. die winzigen, felsigen hinterhöfe im luisenviertel, die im winter so elendig klamm sind. und jetzt so überraschend, so schön.

einiges hat sich auch verändert hier. es gibt etliche best-burger-läden, exklusive kaffeeröstereien und kunstgalerien neben ein-euro-läden. alles gut gemischt, wie in berlin. vermutlich sogar hipster, nur haben die hier keine bärte. oder keine bärte mehr, wer weiß.

in essen bin ich geboren, hier aber bin ich geworden.

ich sollte jo auf die erste seite schreiben, wenn das neue buch erscheint. der erste lehrer, den es zu überwinden galt. wie man nur die besten überwinden muss, irgendwann. und ich sollte es tun, wie es ihm gebührt.

fremd war ich auch heute, hier, bei aller vertrautheit. die jungen leute, die in den läden bedienen, duzen mich als gehörte ich dazu. während ich sie selbstverständlich siezen möchte. ich bin nicht nur alt, ich bin anders. ich bin.

in berlin bin ich, doch auch das wird vergehen. ist auch nur vergänglich, dieses ich.

* die rede ist natürlich von elberfeld, dass das klar ist.

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the wtal memories (1)

15. August 2019 - 13:11

wuppertal, wie ich es kenne. es ist kühl, und es regnet. um die 200 regentage gibt es hier im jahr. das heißt nicht, dass es an diesen dann permanent schüttet, das nicht. es gibt durchaus deutsche städte mit mehr regenaufkommen, wenn man die dabei gemessene wassermenge zugrundelegt. jetzt ist es also schon wieder trocken. nur pfützen überall, nasse straßen und feuchte luft. wolken.

überhaupt wolken! dass man auch aus den wohnungen von fast überall himmel sieht und die bewaldeten hügel des bergischen irgendwo hinter oder zwischen den häuserzeilen. das war das erste, was mir gefehlt hat in berlin, wo man nur auf häuser sieht, in wohnungen hinein. aber niemals ins weit. wie konnte ich vergessen?

von meinem schreibplatz damals habe ich von der südstadt aus bis zur hardt auf der anderen talseite geschaut. und an nebeltagen, wenn es keine sicht gab, war ich irritiert.

diese sichtweite wäre ein guter grund, irgendwann wieder zurückzukehren, dachte ich gerade. warum nicht. aber dann regnet es auf einmal wieder, nur so leicht, und alles ist nass. eben das gibt es so gut wie nie in berlin. so richtig verregnete tage, wo man nie weiß. (ich hab aber eine jacke mit, mit kaputze. natürlich.)

aus der aktuellen wohnung in steinbeck kann ich hochschauen zur uniburg. nachts ist sie beleuchtet, allerdings nicht blau, wie ich gehofft hatte. direkt vor dem haus verläuft eine, für wuppertaler verhältnisse fette straße, die auch ich jeden tag nach der arbeit gefahren bin. damals. außerdem der bahnhof mit s-bahn- und güterverkehr, etwas seitlich. und ein gebrauchwagencenter, direkt vor den fenstern, das die ganze nacht über in hellstem licht erstrahlt. zum glück hat der wohnungsbesitzer blickdichte rollos angebracht.

bodentiefe fenster gibt es hier auch, das ist keine berliner erfindung. auch keine aus den nullerjahren oder so. das gebäude wurde, schätze ich, in den 70ern errichtet. von solchen fenstern kann man wunderbar auf die menschen unter hinabsehen, habe ich festgestellt. da es aber gegenüber meines schlafzimmers in der alten wohnung hier auch solche fenster gab, eingebaut in einen 50er-jahre-bau, weiß ich, dass man ebenso gut und tief in derart ausgestattete zimmer hineinsehen kann.

der regen hat aufgehört, einstweilen. ich weiß nicht nicht, ob ich jetzt gleich arbeiten soll. oder lieber raus in mein liebslingscafé, das leider erst kurz vor meinem wegzug im zentrum eröffnet hat.

der kurze weg zur bank gestern hat bereits viel erinnerung aufgerührt. ich bin und bleibe ein elefant, erinnere bruchteile bis ins detail, aus denen sich dann die geschichten vervollständigen. farben oder gerüche, wege oder begegnungen. all das wächst mir überall. die exfrau, der ich all das erzählt habe, gestern, obwohl sie ja gar nicht hier ist, hätte es gehasst. dieses durcheinander in mir, dieses rücksichtslose geplapper. aber das ist es, was mich das chaos eines romans tragen und ertragen lässt. es ist schrecklich.

vieles ist auch anders. das damalige gelände der wuppertaler werkstatt ist längst platt und mit einem parkhaus oder ähnlichem bebaut. wie unverschämt, dachte ich, das waren doch nur 15 jahre. aber es war mitte der 80er, das ich dort mit dem trommeln begonnen habe. also eher 30 jahre. über 30 jahre!

jetzt scheint übrigens gerade wieder die sonne, während alles noch ganz nass schimmert. so ist wuppertal.

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schreibzeit (26)

14. August 2019 - 23:20

nicht wirklich. eigentlich bin ich nur auf der durchreise in die geburtsstadt, wo am samstag eine familienfeier steigt. zwei tage in wuppertal, wo ich auch ein paar jährchen meines lebens verbracht haben. bevor ich nach berlin bin, vor ziemlich genau 15 jahren. fast auf den tag, wie man (und ich selbst auch gerade) hier im blog nachlesen kann.

die aktuellen zwei tage wuppertal jetzt sind allerdings mehr so der stummelige rest einer ganz anderen urlaubsplanung, lange verworfen und vergessen. (oder auch nicht vergessen, aber was soll’s.) deshalb habe ich es schreibzeit genannt, ene minischreibzeit. einatmen, ausatmen. fertig.

und tatsächlich habe gleich im zug schon damit angefangen, mit dem schreiben. die situation war aber auch perfekt. der zug fast leer, niemand neben mir und alle anwesenden menschen richtig schön still.

das war die beste schreibzeit ever. in einem zug, ausgerechnet. wer hätte das gedacht? ich nicht.

das aktuelle kapitel ist damit so gut wie durch. etwas über zwei seiten in knapp zwei stunden. hingeschrieben. danach den rest der fahrt alles satt sacken lassen. notizen gemacht über drei kleine elemente, die noch fehlen. morgen weiter.

und dann?

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systemisch

11. August 2019 - 22:41

seltsame tage, so gänzlich ohne struktur. bei einer hochzeit habe ich geholfen, gegen meine natur und meine überzeugung. zum ersten mal in einem standesamt bin ich mit dabei gewesen, auch das war seltsam. die standesbeamtin wusste die beiden bräute nicht auseinanderzuhalten.

feste feiern dagegen ist schön. viel essen, auch torte, hochzeitstorte, und dann tanzen natürlich. geredet wurde auch, gar nicht mal so schlecht. und gesungen und performt. köstlich. das beste aber war das drachenboot. eine hochzeitsgesellschaft, die das brautpaar vorneweg unter dem strengen kommando einer geliehenen steuerfrau nach vorne bringt. und wie nach vorne. zügig und mit fahrtwind.

so gut, das alles, dass ich gestern einfach noch einmal mit den frisch vermählten und dem zughörigen familien- und freund*innenpack auf dem tempelhofer feld gehockt habe. stundenlang, in sonne und wind. viel wind, ich hätte meinen drachen mitnehmen sollen, endlich. seit jahren schon will ich den mal testen. vergessen habe ich das, wieder einmal.

statt dessen also dem treiben zugesehen, was unter solchen umständen entsteht. viele fremde menschen, die sich auch untereinander fremd sind. wie sie essen und reden und spielen, wie den kindern langweilig ist, wie die ältsten, die eltern, hadern mit sich. wie die stimmung sich löst, wenn sie sich verabschiedet haben. mehr noch, wenn nur noch die freundinnen und freunde.

verschwendete zeit, das alles. zwei tage kein schreiben, kein übersetzen und auch sonst nichts von all dem, was auf den listen steht. das denke ich nicht, nein. aber es treibt mich doch um.

und auch heute ist mir nichts gelungen. mein hirn versucht sich zu sortieren, immer noch. ich achte das.

mein hirn. es wollte nicht schreiben und auch nicht übersetzen. es wollte sich mit schreibprogrammen auseinandersetzen, eines aussuchen für die zukunft. also das nächste projekt, nicht mehr dieses. gar nicht so leicht. im rennen sind papyrus, patchwork und scrivener natürlich. noch weiß ich nicht, obwohl ich einiges verstanden habe, heute.

abgedriftet bin ich, von einer baustelle zur nächsten gewandert. die blog- und sonstige persönliche media-struktur will auch endlich mal überdacht werden. aber dazu jetzt nicht so viel, da bin ich noch überhaupt gar nicht durch mit

nur ein paar ideen, zur vereinfachung vor all dem zeug. eine facebook-autorinnenseite ist jetzt am start, noch ziemlich leer. und ein twitterkanal endgültig dichtgemacht, das wird mir sonst zuviel. alles.

und damit tschüss.

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bonding (68)

09. August 2019 - 00:14

langsam weiter, schritt für schritt. nicht viel, aber kontinuiertlich. so ist es gut. es ist die arbeit, die mich inspiriert. also ist es sinnlos, außerhalb der arbeit danach zu suchen. oder darauf zu warten.

update: das kapitel ist zu zwei dritteln fertig, damit ist das schlimmste geschafft. jemand ist tot, ale sind angefasst. was fehlt, ist die beerdigung. nicht viel, drei seiten vielleicht. aber wer weiß, ausufern lassen will ich das thema allerdings nicht. es soll brüchig sein und und vollständig.

morgen steht allerdings eine hochzeit an, mit anschließender drachenbootfahrt. und am wochenende sollte ich übersetzen. aber mal sehen.

auf jeden fall nehme ich die arbeit mit in den westen am mittwoch. erst in den zug und dann zwei tage minischreibzeit, bevor es zum familienevent geht. ich hoffe, das funktionert.

aber wird schon.

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zugrunde

04. August 2019 - 23:10

es ist viel, wirklich viel, ein buch zu schreiben. eine geschichte zu erfinden oder zu finden, wer weiß das schon. so lange und so intensiv tief in fremden leben zu stecken. jetzt, kurz vor schluss wird es manisch. und kurz bedeutet noch wochen, besser gesagt monate in diesem zustand zu verbringen. ihn dabei immer weiter zu verschlimmern vermutlich. bis zur totalen inwendigen raserei.

weil es anders nicht geht. der mensch muss platzen am ende, zerplatzen. der mensch, der das buch schreibt. er kann, er darf sein tun nicht überleben.

ja, ich tue das gern.

denn es ist dieses tun, das meinen geist vorantreibt und mein sein bereichert. und befreit, vielleicht. schreiben ist, wofür ich gedacht bin. das war es immer. und es wäre es, wenn nie wieder jemand etwas von mir sehen oder lesen würde.

(und besser ist das: für alles andere im leben tauge ich wenig. ich weiß nicht einmal davon.)

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