raum für notizen

bonding (129)

26. September 2020 - 01:10

fleißarbeit gleich nach dem aufstehen. alle gestern angerissenen seiten durchgegangen und sortiert, dialoge aufgeräumt und angepasst. saubermachen also, putzen.

das ist nicht besonders spaßig. das ist sogar frustrierend, weil ich (noch) nicht sehe, was ich tue. oder gar was auf mich zukommt.

aus mir heraus.

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#insight

26. September 2020 - 00:57

zweiter versuch in sachen lesung, ich bin und bleibe ja mutig. diesmal alles okay mit den menschen, dafür habe ich höllisch gefroren, weil überall alle türen und fenster weit offen standen. was irgendwie zu erwarten war, ich weiß. aber am wannsee draußen ist es halt schon auch noch ein bisschen kälter zur nacht als hier im kuscheligen neukölln.

zum glück ist mir auf der hälfte der rückfahrt eingefallen, dass ich ja seit letztem jahr heizgriffe am motorrad habe. deren einsatz war zwar mehr eine psychologische unterstützung als wirklich vonnöten. aber so bin ich dann doch noch zu einer schönen nachtfahrt gekommen. einmal zurück vom lcb, das hat schon irgendwie gefehlt in diesem jahr. check!

durchweg gelungene texte übrigens, ganz besonders erzählerisch, nahezu alles, manches sogar ziemlich ausgezeichnet. auch dafür, ein lohnenswertes frieren. war mir eine freude.

ob es mehr davon geben kann in den nächsten monaten? ich weiß es nicht, das frieren war definitiv ungewohnt. und anstrengend. das kann ich nicht immer. aber vermutlich liegen die probleme ohnehin anderswo, ganz bald schon. meine ohnehin schon kleine welt wird wieder in die menschenleere schrumpfen. das ist bereits absehbar.

ich bin nicht einverstanden. das ist nicht gefragt, ich weiß. ich sage es dennoch. ich bin nicht einverstanden. das übersteigt womöglich meine kräfte. aber wer weiß?

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schreibzeit (53)

25. September 2020 - 01:11

nach dem abendessen dann doch noch an die schreibarbeit. so ist das manchmal, in letzter zeit eigentlich immer. wenn der tag fast vorbei ist, dann geht es doch noch los. keine ahnung, ob das die angst vor dem text ist. aber angst ist da. besonders vor diesem letzten kapitel, das nicht in ein paar stunden fertig sein wird. sein kann. ich muss es zerstäuben, die struktur aufbrechen auch. und dann sehen, was passiert.

das wird ein paar tage brauchen.

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t480s

25. September 2020 - 01:00

nach fast zwei monaten ist endlich das endgültige austauschgerät für das innerhalb der garantiezeit abgerauschte neue laptop komplett einsatzfähig. unterwegs hat so einiges nicht geklappt: eine lange wartezeit, bis das ersatzgerät meiner wahl aufbereitet war; fast eine woche paketverschollenheit beim paketservice; dann war auch noch ein falsches ladegerät eingepackt. nicht erwähnt: das erste austauschgerät mit einer aufbereiteten tastatur auf der grundlage eines englischen tastaturlayouts. also unvollständig.

dafür bin ich jetzt dann aber auch höchstzufrieden im besitz eines deutlich besser ausgestatteten rechners. mit ethernet-anschluss (hatte der andere tatsächlich nicht), umts, 2x usb 3, 2x usb-c, hdmi, integrierten kartenleser; dazu eine fast brandnigelnagelneues aufgeklapptheit, mit exzellenter tastatur und bestem screen, superscharf für die alten augen. und ein fett zerkratztes gehäuse, damit man die qualität des geräts von außen gar nicht erst vermutet. das ist spitze, hab es gleich voll mit zeug geklebt. das wollte ich schon immer mal.

auch der etwas gewagte vorgang, die festplatte aus dem defekten rechner einfcah in das andere modell zu schieben, hat nahezu reibungslos geklappt. nur ein paar treiberaktualisierungen und updates, die eingespielt werden wollten. außerdem die eine oder andere verknüfungen zwischen dateiformaten und programmen, die in erinnerung gerufen werden wollten. nichts schlimmes, das sich mit ein paar neustarts nicht beheben ließen.

jetzt läuft das ding, und wie. es rennt. (im vergleich zu dem alten ersatzrechner, dessen existenz mich natürlich gerettet hat in den letzten wochen. aber, naja. ein permanent mieses bild und diese elenden wartezeiten, sekundenlang.)

und das beste: das ding zeigt satte bei voller ladung satte zwölf stunden laufzeit an. in echt wird das natürlich weniger sein, klar. kommt ja immer auf die belastung an. aber, verdammt! da hab selbst ich womöglich die nerven, das ladegerät einfach mal zu hause zu lassen. in aller ruhe. vielleicht.

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krumm gewachsen

22. September 2020 - 00:20

die balkontür steht weit offen, draußen ist noch einmal eine sommernacht. eine robuste, aber egal. es ist immer noch sommer. neulich habe ich die pflanzen zusammengeschnitten, alles war schlapp oder welk geworden. das musste weg. dabei habe ich gesehen, dass die seltsam krumm gewachsene tomatenpflanze, die wenig ertrag gebracht hat, an zwei stelle angefangen hat, kerzengerade ein paar zentimeter nach oben zu wachsen und dort blüten anzusetzen. und auch die im grunde vertrocknete mimose setzt an den einzigen, noch ganz lebendigen trieb eine blüte an. glaube ich. schon seit tagen beobachte ich das. jetzt bin ich fast sicher.

in mir entfaltet sich das kind, das ich war. seit die kiste der vergangenheit wieder offen ist. es antwortet, ohne dass ich eine frage gestellt hätte. es fragt nicht, es ist da. jenseits der vielen geschichten, die ich immer und immer wieder erzählt habe, liegt die zeit ohne worte, ohne erinnerung. eine zeit, in die ich nicht reichen kann. von der ich nicht reden kann, weil ich nichts davon weiß. was von da kommt, ist erleben.

heute war es schrecklich.

aber alles wird klarer, konzentrierter, dieser tage. also ist es gut.

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blech

20. September 2020 - 23:57

unglaublich schlecht geschlafen, aufgewacht mit schmerzen im nacken und am unteren rücken. da hlft nichts, nur aufstehen. früh aufstehen, auch am sonntag.

beim frühstück rumpelt es vor dem balkon. unglaublich, wie viele unfälle es schon an dieser kleinen kreuzung gegeben hat, seit ich hier wohne. blöd ist das immer, wenn zweiradfahrer*innen involviert sind. diesmal sind es aber zwei autos, sieht von oben nach einem simplen rechts-vor-links-konflikt aus. nur blechschaden zum glück. oder vielmehr plastikschaden, so sollte, müsste man heute ja langsam mal sagen. plastik und glas.

dann lese ich, sitze mit einem buch in der hand auf dem balkon. das buch macht mich traurig, auch weil es um trauer geht. jemand ist gestorben, freiwillig auch noch. und jemand anders ist übriggeblieben. noch trauriger macht mich aber, dass die übriggebliebene sich irgendwann einen körper in die nacht wünscht. mit haut und wärme, mit sex vielleicht, vielleicht auch nicht. vielleicht nur nähe. das buch ist vor einer weile geschrieben worden. logisch. jetzt irritiert es mich. was war das für eine zeit, in der man sich nähe wünschen konnte, bedenkenlos, einfach so?

ich höre aus zu lesen. als die sonne sich hinter die mauerecke verzieht, verziehe ich mich an dne schreibtisch und erledige ein bisschen was, schreibe ein paar emails. ein tag mal so ganz ohne arbeit, das kann ich wohl einfach nicht.

lange hält es mich aber nicht, dann muss ich raus, muss laufen. nein, nicht laufen, mehr so rumlaufen, zu fuß gehen. es ist warm, es ist schön. ich bin allein, ich bin traurig. so wie gestern oder die tage davor, beim rumlaufen.

eine app zählt mich, ich gehe fast fünf kilometer in etwas über einer stunde. dabei schlendere ich fast, durch den körnerpark und die beiden anderen, gleich daneben. das hab ich alles noch nie so gesehen.

wieder zuhause mache ich ein wenig sauber, am mittwoch kommt der tango zu mir. ich sauge und sortiere, das tut gut. anschließend verliert sich der tag. ich weiß auch nicht. ich will schlafen, tue es aber nicht. ich kann nicht mehr.

dabei habe ich den text tatsächlich den ganzen tag nicht einmal geöffnet. es arbeitet dennoch, denke ich. ich bin so müde.

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bonding (128)

20. September 2020 - 00:51

das vorletzte kapitel heute ließ sich leicht handhaben, bleibt noch das schwierige letzte. ich könnte morgen damit anfangen, mich vielleicht in ein café setzen und die struktur aufbrechen. ich könnte aber auch etwas ganz anderes machen, etwas ruhe in mich bringen. noch etwas mehr verzweiflung und erschöpfung, damit sich meine sicht klärt. also vielleicht erst am nächsten donnerstag: ins café, an die struktur, mit hammer und meißel und kettensäge, wenn es sein muss.

es gibt keine eile, es ist zeit. es wird gehen, alles. es wird gut. es bleibt auch noch zeit für ein paar kleinigkeiten, wenn das letzte kapitel steht. die sache mit den verpassten telefonaten meiner erzählerin, das vor allem. die pflege der einen, vermutlich missglückten nebenfigur natürlich. und nicht zuletzt noch ein wenig wienatmosphäre, falls das möglich ist. vermutlich nicht, denn dafür wollte ich ja nach wien in diesem sommer, gleich nach klagenfurt. letzteres mag also warten, vielleicht bis zum nächsten sommer.

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los

20. September 2020 - 00:32

wer sich das schreiben traut, traut auch der unsicherheit, irgendwann. dem unvorhersehbaren, der veränderung. all dem, was sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

gut, man kann auch einfach erzählen, ohne jegliche persönliche erfahrung einzubeziehen. weder die vergangenheit, noch die gegenwart, von einer zukunft ganz zu schweigen. aber davon rede ich nicht, das ist mir unbekannt.

aktuell fließt mir alles ineinander, der text, die zeit und ich. ich sitze gar nicht lange da und arbeite, heute zumindest nicht. dennoch geht es gut voran, das vorletzte kapitel sitzt. aber den ganzen tag, stundenlang mitunter, trage ich daran. es arbeitet in mir, ob ich am rechner sitze oder nicht. ob ich wach bin oder schlafe, ob ich bügle oder rauslaufe, weil och es drinnen nicht mehe aushalte.

wenn ich laufe, werde ich traurig. wobei ich ja nicht laufe, ich gehe nur. ich habe musik auf den ohren und gehe durch die straßen, durch die stadt. ich gehe nirgendwo hin, ich habe keinen weg, und am ende tut es weh, wieder zurückkommen zu müssen. dahin, wo ich nicht mehr viel erkenne. so fremd bin ich geworden.

mit den worten muss vorsichtig umgegangen werden, mehr noch aber mit den geschichten, den gefühlen, der energie. mit all dem, was unter den worten begraben liegt, mal schlafend, mal hellwach und wartend. auch was sich zwischen den worten verkriecht, um gar nicht erst gesehen zu werden. und das natürlich all das, was an der oberfläche tanzt, und manchmal darauf herumtrampelt, ganz so als häbe es keine zweifel.

doch das offensichtliche täuscht. ich bin nicht wichtig, ich bin das instrument. ich als mensch nutze mich, um andere menschen zu verstehen. ganz egal, ob es sich dabei um von mir erfundene oder um reale menschen handelt. ich selbst bin das bild der anderen, die mich manchmal so erschrecken.

darüber schreiben zu können und zu dürfen, das ist ein geschenk. eine gabe, mit der ich allein dasitze, schon mein leben lang. und jetzt erst recht, in diesen zeiten von angst und abstand. diese entmenschtheit, die mich mehr und mehr erfasst.

das alles wollte ich gar nicht sagen, sondern etwas anderes. aber so ist das im schreiben. wenn man es lange genug geübt hat, dann geht es seinen weg. durch eine hindurch, ganz von allein.

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bonding (127)

19. September 2020 - 01:51

es geht gut. alle mittleren baustellen der letzten woche sind bereinigt, einigermaßen. gut genug, dass ich ruhig weitergehen kann. das folgekapitel war zu meiner überraschung schon bearbeitet. da gab es nur wenig zu tun. jetzt bleiben nur zwei, die beiden letzten, die mal eines waren. seitenzahl: zweistellig! im unteren bereich.

eines davon wird schnell gehen, das erste. da bin ich schon halb durch, hab es etwas aufgeräumt, also an die neue gewichtung der binnenstory angepasst. es sollte kein problem sein, das an diesem wochenende fertigzustellen.

das zweite, das letzte wird schwer. richtig schwer! da sollte im grunde fast alles anders werden, und am ende doch auf denselben punkt kommen. ich weiß noch nicht so genau, wie ich das umsetzen soll. ich habe auch noch nicht genau nachgesehen. vorsichtshalber.

das kommt nächste woche.

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schreibzeit (52)

18. September 2020 - 00:07

sehr neben mir, weit ab. nur der text findet mich noch, trifft mich, wird. der rest ist erschöpfung und zunehmend auch schmerz. schreiben ist körperlich, am ende geht es ans letzte.

zum glück ist zeit und raum und geld vorhanden.

alles andere liegt bei mir.

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