am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wip – buchbesprechung

erste verlagskontakte morgen nachmittag. ich sollte mich vorbereiten, irgendwie, aber ich bin zu müde. acht stunden pc-schulung heute, ein mammutprogramm. sage ich schon, daß ich mittlerweile ein callcenteridiot bin? ach, agent, heißt das ja. aber vergessen wir das.
esgehttrotzdemweiteresgehttrotzdemweiterimmerweiterimmerweiterweiterweiter…
mein mantra für die nächste zeit. ob das hilft?

kassandra (1)

„Sie hielt die Hand fest, mit der ich nach ihr schlug, und sagte hart: Schluß mit dem Selbstmitleid.“
Christa Wolf, Kassandra

innere dialoge?

außerdem umschwirrt mich mehr oder weniger immerzu eine romanidee. dafür ist jetzt nicht die zeit, das steht außer frage. ich könnte aber vermutlich ohne große probleme aus dem selben stoff erst einmal ein hörspiel basteln. und dann das ganze auch noch sanft in ein anderes genre hinüberschieben. das ließe sich sicherlich bewältigen, die inneren dialoge hören ohnehin nie auf.

ansätze

ich beende den arbeitstag mit einer guten idee. notizen sind gemacht, arbeitsprozesse angedacht. (was für ein gräusliches wort; daß ich das überhaupt kenne!) morgen werden ich dann wissen, vielleicht, was von all dem letztendlich übrig bleibt.

asf – trunken

weil es so gut paßt, zu den heutigen, ja durchaus zu erwartenden kopfschmerzen vor allem. ;-( aber ansonsten natürlich ohne jeglichen bezug.
im zuge des allgemeinen bewerbungsroulettes gehört es sich wohl auch, hier und da und hin und wieder selbst eine anzeige zu plazieren. geschickt formuliert und möglichst geschlechtsneutral, das sei hier gleich zu anfang empfohlen. obwohl es nicht wirklich hilft, denn sie rufen dennoch an, die männer, die man eigentlich lieber außen vor lassen würde. sie versuchen es halt, testen aus, ob sich ein mann oder eine frau meldet. der hier zum beispiel, man mag sich erinnern. oder auch dieser, obwohl der wirklich easy war. das geht durchaus in ordnung. wie auch immer, frau macht sich gefaßt auf das, was da kommen mag. und ist vorsichtig.
als sich nun also die ansagen auf dem band häuften, in denen eine zunächst namenlose männerstimme verlangte, wegen eines jobs unverzüglich auf dem handy angerufen zu werden, fiel die entscheidung leicht. löschen! was kann das schon für ein job sein? auf dieser niederen ebene? gesprächsebene, versteht sich. die stimme aber war hartnäckig, die telefonnummer immer dieselbe, schließlich kam sogar ein einigermaßen verständlicher name hinzu. beinah hätte ich selbst angerufen, aus reiner neugier natürlich. aber dann hat der mann es vor mir geschafft, hatte mich irgendeinen schönen sonntags(!) selbst am apparat. recht unvorbereitet, muß ich gestehen, ich hatte mit S aus E gerechnet.
freundlich erklärte mir der mann, daß es vielerlei aufgaben zu verteilen gäbe, man habe auch viele studenten, aber ich könne auch seine persönliche assistentin werden. es handele sich um die finanzberatungsfirma, die beim schumacher auf der mütze stünde. ob ich wüßte? ich zucke mit den achseln und schweige. was immer das für eine firma sein mag, der ansatz war denkbar unglücklich. ich mag schumacher nicht und gebe vorsorglich vor, ihn nicht einmal zu kennen. der mann – nicht der schumacher, der am telefon! – lud mich daraufhin zu einer veranstaltung ein, die wiederum außerhalb von berlin stattfinden sollte. das kenne ich ja nun schon, und das klingt gar nicht gut. am telefon schmunzel ich ein wenig, ganz leise, stelle dann aber klar, daß ich diesbezüglich schlechte erfahrungen… usw… insbesondere wenn es auch noch um finanzberatungen ginge… usw… der mann am telefon läuft daraufhin zur höchstform auf, erklärt die örtlichkeiten, warum es überhaupt solche veranstaltungen gibt, immer wieder, fast jede woche, und kommt dann zum krönenden abschluß. selbstverständlich werde er mich mitnehmen, weil sich sein büro ohnehin ganz in der nähe, in tempelhof nämlich, befinde. er habe auch ein auto, ich müsse es nur fahren und deshalb wäre es am besten, jetzt einen treffpunkt zu verabreden.
fahren? ich?
nunja, er dürfe derzeit nicht, lautet – amüsiert oder aber vielleicht sogar tatsächlich ein klein wenig peinlich angehaucht – seine antwort. ein säufer, denke ich, und noch dazu einer, der dann auch noch auto fährt. (sich aber wenigstens erwischen läßt, immerhin.) das hab ich schon gerne.
wenn das alles überhaupt so stimmt, wenn das mal nicht von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist.
verdammt, gehört das eigentlich dazu? muß ich tatsächlich einen bekennenden säufer, von dem ich nichts als einen namen und die handynummer habe, irgendwo hinaus in die pampa chauffieren? ggf. also leib und leben riskieren, um am ende, so es sich denn tatsächlich um diese schumachermützenfirma handeln sollte, den job sowieso nicht zu kriegen. oder aber nicht zu wollen.
persönliche assistentin? chauffeuse? ich entscheide: nein! danke!

heurig,

der grüne veltliner, und ich bin jetzt betrunken. das ist wirklich selten, aber nicht meine schuld.

hauptstadtuntauglich

seit ein paar tagen ist es endlich soweit, die maschine zumindest war nett zu mir. drei monate, wenn nicht länger, hat sie im winter, im schnee draußen herumgestanden. nicht einmal die batterie hatte ich rechtzeitig ausgebaut und ins warme getragen, wie es sich gehört. dennoch hat die kiste sich nicht gemuckt, nachdem der akku einmal aufgeladen war. ein einziges mal hat es die sicherung herausgehauen, dann tuckerte die maschine sachte vor sich hin. nicht einmal frische kerzen wollte sie, nur noch ein bißchen luft und sprit natürlich.
so bewege ich mich nun also durch die hauptstadt. zwei räder, handschuhe, helm, gepanzerte jacke, dick wattierte überhosen und regenstiefel, vorsichtshalber. mehr oder weniger bin ich immer auf der suche, was mitunter gar nicht so einfach ist. der patentgefaltete plan lebt inzwischen dauerhaft in der klarsichttasche des tankrucksacks. aber ich lerne auch dazu, erkenne hinter den linien und kreuzungen des planes die häuserschluchten, freiflächen und anhaltspunkte. der alex ist ja schließlich auch nicht von überall zu sehen.
auf einer der ersten fahrten in diesem jahr, ich stehe gerade vor einer roten ampel in der warteschlange, da ruckt es auf einmal von hinten. ganz so als hätte ich die kupplung zu schnell kommen lassen und die kiste wäre mit einem kleinen satz nach vorne verreckt. ich habe aber die kupplung nicht kommen lasse, ich stehe im leerlauf, die kupplung hat nichts zu melden. der motor läuft auch noch. ich drehe mich um. ich bin angefahren worden, das ist alles. es wird grün, ich fahre über die kreuzung und halte an. viel kann nicht passiert sein, plastikstoßstange auf reifengummi, es gibt schlimmeres, gerade auf zwei rädern. aber ich will es sehen. der weiße wagen, der weit vor mir anhält hat ein polnisches kennzeichen. die blonde frau, die auf mich zuläuft scheint recht aufgeregt. schon von weitem winke ich ab. es ist nichts weiter passiert. trotzdem kommt sie zu mir, nicht um sich zu entschuldigen, sondern eher um sich zu erklären, in recht flüssigem deutsch. die beiden hebel da unten. jaja, ich weiß, die kupplung, das gas, aber das gehört schließlich dazu, oder? dann fragt die blonde doch tatsächlich nach der oderstraße. gerade will ich auf das überdeutliche W auf meinem nummernschild deuten, da deutet sie ihrerseits auf meinen stadtplan. und ich? was mache ich? ich ziehe die handschuhe aus, klappe den plan auf und suche, erkläre, wünsche gute fahrt. nein, das nun doch nicht. aufpassen, rufe ich der blonden zum abschluß nach, immerhin.
aber berlinkompatibel war das nicht, diese eigenartige nettigkeit, nachdem ich fast von der fahrbahn gekegelt worden wäre.
einen abend später. es ist nacht, ich fahre fahrrad, ich komme aus kreuzberg, wo ein meeting war. da stehe ich in der pannierstraße, mitten in der nacht, wie schon gesagt, vor einer roten ampel. auf meinem fahrrad, hatte ich das erwähnt? und ich warte, daß es grün wird. tatsache! also da, an der stelle, wo sogar tagsüber sämtliche, wirklich alle, ohne ausnahme, fahrradfahrer sich einen feuchten dreck um beleuchtungsanlagen kümmern. da stehe ich, mit verschränkten armen, weil mir kalt ist. und schüttle den kopf. und lache mich tot. über mich.
ich muß wohl noch ein bißchen üben, wie das hier so geht. mit meiner grundeinstellung liege ich voll daneben, nicht nur im straßenverkehr. denke ich. einstweilen bin ich wohl noch berlinuntauglich geschrieben. hoffentlich.

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