am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

totes land (43)

story verschiebt sich mächtig, nimmt eine ganz neue richtung. unendlich entfernt bin ich inzwischen von der ursprünglichen idee. ganz und gar woanders sogar. damit muß ich wohl leben.

außerdem immer noch überlegungen zur ersten person. ein ich erfinden? ich weiß noch nicht, vielleicht.

katzen und hunde

daß ich kein hundefreund bin, läßt sich unter anderem im hsb nachlesen. demnach ist davon auszugehen, daß ich nicht allzuviel von hundeerziehung verstehe. auch nicht von hundedisziplinierung. ich frage mich also, ob die maßnahmen, die ich gestern vor einer naheliegenden eckkneipe beobachten mußte, erfolgversprechend sein könnten.

ein ziemlich großer, langhaariger, reichlich trottelig wirkender hund versucht etwas unbeholfen, mit dem alten, hüftsteifen kneipenhund anzubandeln. dabei wird er von einer frau behindert, die lautstark auf ihn einschreit. AUS und SITZ und PLATZ befiehlt diese abwechselnd, ohne jedoch irgendeine reaktion zu bewirken. der riese trottet etwas hilflos herum, zumal die frau ihn an der leine hat. die langen haare verdecken seinen gesichtsausdruck, vielleicht auch seine sicht, sein gehör. der kurzhaarige kneipenköter hinkt ihm ein wenig entgegen, da beugt sich die frau zu dem haarigen hinunter, drückt ihn zu boden und haut ihm auf die schnauze. der hund reagiert nicht, er scheint das zu kennen. ob er aber weiß, was er falsch gemacht hat? ob überhaupt er es ist, der etwas falsch gemacht hat?

okay, das war jetzt polemisch. ich kann nicht anders. außerdem muß ich noch einen nachtrag zum ausdruck „hundedöner“ bei creezy anbringen: ich selbst hab ja das lisatier seinerzeit des öfteren als „katzenbraten“ tituliert. sie hat das genau verstanden und mich daraufhin provokant „menschenmonster“ genannt. gefreut hat mich das nicht, aber selbstverständlich haben wir das beide nicht wirklich ernst gemeint. dennoch sollte man so etwas nicht unterschätzen. katzen sind untereinander gut vernetzt. sie tauschen sich aus, auch ohne pc und über die grenzen der generationen hinweg.

katzen wissen sehr wohl, daß sie für das zusammenleben mit menschen einen hohen preis zahlen. kastration, fettleibigkeit und verniedlichung als kuschelkissen sind da nur ein paar wenige häßlichkeiten. am ende wartet die todesspritze. doch sie nehmen das in kauf, die katzen, die zu uns in die häuser, in die wohnungen kommen. für ein leben ohne zecken und sonstige parasiten. ohne auszehrung und hunger, weitgehend ohne schmerzen. aber sie verkaufen sich nicht an den teufel, an die menschenmonster, wie ich eines bin. sie behalten ihre krallen, ihre lust. dicht unter dem seidigen stubenkatzenfell.

ich kann das verstehen. mal ein leben lang nur spielen und träumen, ohne jedoch die freiheit dabei vollständig zu verlieren. das hat doch was.

so etwas können sich hunde sicher nicht einmal vorstellen.

gerade mal schnell meinen mietvertrag rausgekramt und in den klauseln nachgelesen. sieht auf den ersten blick ganz gut aus, für mich. ;-)

grün?

ideologien haben mich schon immer befremdet, wenn nicht abgestoßen. die braunen, die rechten und die christlich fundamentalen. sogar die linken und die feministischen, irgendwie. also einfach so, grundsätzlich. ideologien gehen bei mir nicht, obwohl ich natürlich links und feministisch bin, logisch. aber man kann in so viele richtungen denken. so gesehen bin ich wohl eher realo als fundi, achherrje.

zuhause?

heute war ich im osten, hätte ich diesen beitrag fast begonnen. das geht natürlich nicht, ich weiß. ich tu es auch nicht, keine angst. und dennoch. hier hab ich sowas noch nie gesehen, nicht mal weiter unten, im süden von neukölln. da tendiert ja das wahlverhalten gern mal gegen rechts, wie man weiß.

beim anblick dieses stickers auf dem müllkübel in einer plattenbausiedlung heute hat es mir allerdings glatt die rhetorik zerschlagen. clever, diese partei, deren namen und logo ich akribisch verphotoshopt habe. (weiß ja eh jedeR, oder? ich will hier keine werbung machen.) greift sich den bekannten spruch und verdreht ihn geschickt ins gegenteil. ganz einfach ist das. offensichtlich. erschreckend einfach.

und es schreckt mich, sehr, ich weiß auch nicht, warum. weil es so harmlos und beinah richtig klingt? natürlich nicht wirklich richtig. als die rhetorik wieder anspringt, begreife ich, daß diese variante nur auf dem hintergrund der entsprechenden ideologie funktioniert.  wenn es eine eindeutige definition gibt, wer wo hingehört. aber wer weiß das schon? und wer könnte das über jemand anders sagen?

so etwas schreckt mich dennoch. mehr, als der anblick dieser dämlichen glatzen früher, die ja „nur“ eine körperliche bedrohung waren. ansonsten aber blöd. doch die sieht man ja heute kaum noch.

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