in möhren ist so ein runder kern innen, in der mitte. den hab ich als kind immer freigegessen, es zumindest versucht. das war aber nicht so leicht, wie silberzwiebeln im mund schicht für schicht auseinanderzudividieren.
zen
trauer geht eigenartige wege mitunter. nicht jedem lehrer, der einem den weg gewiesen hat, weit über den nächsten schein, die nächste prüfung hinaus, kann man vermitteln, was das einem bedeutet hat. so gern man auch wollte, manchmal ist es einfach nicht an der zeit. und manchmal ist keine zeit mehr.
ich solle vor allem wieder lyrik schreiben, lautete der letzte rat einer meiner besten lehrerinnen an mich. das war vor jahren, an einer haustür im verhaßten düsseldorf, wenn ich mich recht erinnere. dabei ist lyrik etwas, das ich lange hinter mir gelassen habe. so glaubte ich damals, und im grunde glaube ich das heute immer noch.
dennoch versuche ich mich – manchmal – an diesen rat zu halten. vor einiger zeit habe ich sogar extra ein kleines, geheimes blog eingerichtet. mal sehen, was daraus wird. und ob etwas daraus wird.
denk ich an opel

fällt mir ein, daß der kadett a das erste auto ist, in dem ich jemals auf den fahrersitz gesessen habe. mit ungefähr vier oder fünf. weiß mit schwarzem dach war er, und ich erinnere mich genau an das innenleben. das riesige lenkrad, mit dem silbernen metallring innen. die hupe, wenn ich mich nicht irre. war ja noch klein, damals. die hübschen, runden armaturen, ebenfalls mit metall eingefaßt. die schiebehebel, die ich mit freuden hoch- und wieder heruntergeschoben habe. der formschöne hebel zum türöffnen und das kleine kippfenster vorne in der ecke. ich spüre den mechanismus, jetzt gerade, wie eben erst bedient. gar nicht so einfach eigentlich, aber ich war ja schon immer gut mit den fingern. an der fensterkurbel hab ich mich trotzdem immer geklemmt, das war offensichtlich eine fehlkonstruktion.
schade, daß es das nicht mehr gibt.
clearing
nachts noch über das café central und otto weininger gelesen. außerdem ein kapitel zum thema wien und der tod, über den zentralfriedhof und andere klischees also.
heute dann, auf anregung von frau fragmente, spontan den schreibtisch aufgeräumt. das heißt, eigentlich mußte er nur geputzt werden, essen am arbeitsplatz rächt sich nach einer weile. aber putzen geht bei mir immer einher mit aufräumen. mitunter kommt es sogar vor, daß ich plötzlich mit einem hammer oder akkuschrauber dastehe, um schnell noch irgendetwas zu reparieren, bevor ich dann den lappen schwinge. das macht ja auch sinn, wenn man schon mal dabei ist.
heute haben sich zusätzlich noch gefühlte 100 kilo papier gefunden, die sang- und klanglos den weg alles irdischen gegangen sind. ein kleiner zettel darunter mit der notiz, unbedingt auf die email einer ehemaligen dozentin zu antworten. ein fettes rufzeichen dahinter, das will schon was heißen. ich glaube trotzdem nicht, daß sich das erledigt hat, wann immer ich mir das auch notiert haben mag. sonst wäre es mit sicherheit durchgestrichen. erübrigt sich aber dennoch inzwischen, da die empfängerin inzwischen verstorben ist.
und was mache ich jetzt?
das fräulein (12)
chaos! hier und da schiebt sich eine idee ins flickwerk. ein name, ein zusammenhang, der sich vielleicht halten lassen wird. die drei stränge müssen ja zusammenpassen, letztendlich, durch die zeiten hindurch. gleichzeitig bemühe ich mich, den ersten teil, der ja eigentlich der mittelteil ist, voranzutreiben. das ist müßig derzeit, es will irgendwie nicht. und das liegt nicht nur am störenden alltag.
doch im halbschlaf manchmal, zwischen den welten, beginne ich, meine figuren zu lieben. so sehr, wie noch keine zuvor. alle.
blogs und realismus
dieser andauernde, sich permanent wiederholende eskapismusvorwurf gegenüber allem nur denkbaren internetzeugs, seien blogs, communities oder sonstige spielereien. ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das nervt. das alles hier ist doch nur ein medium, und irgendeines braucht man schließlich, um der realität zu begegnen.
irgendeiner realität. auch ohne internet gibt es schließlich unendlich viele realitäten, in mir zumindest. manchmal kenne ich mich da gar nicht mehr aus. eskapismus? also ich verstehe das wirklich nicht.
schreibarbeitsplanung
soll ich den großen oder den kleinen rahmen angehen? die nächste woche planen, immer wieder, eine nach der anderen? oder besser das ganze projekt, alle drei teile sauber durchgeplant, bis hin zum abschluß? vielleicht im herbst oder so? wäre das zu schaffen?
ich hab keine ahnung. am besten in der nächsten woche das nächste kapitel schreiben. das wäre zumindest ein ansatz.