am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ich muß mich wieder einmal wundern. über mich. hatte ich im hauptstadtblog nicht neulich erst bekundet, daß ich dünne bücher mag? so 100 bis 150 seiten? das reiche doch für einen roman, für ein zeitgemäßes format. hatte ich das nicht behauptet.

und was mache ich dann? fange nach dem einen 400 seiten schmöker gleich den nächsten wälzer an.

naja, es lag halt da gleich neben dem bett. ein griff, und es war (um mich) geschehen. aber so war das ja schon immer, mit mir und den büchern.

als wir unsterblich waren

das ist ein seltsam kitschiger titel für ein buch, das im original „Stories We Could Tell“ heißt. ein titel wiederum, der sich ohne zweifel auf dieses album zurückführen läßt. rock ’n‘ roll also, die basis einer jeden jugend. soweit ich weiß.

aber ein schönes buch, das der blumenbar verlag da gemacht hat. schön im handlichen sinn. es liegt gut in der hand und hat das absolut perfekte format. was man nicht von jedem buch sagen kann.

in dem buch geht es dann tatsächlich auch um sex and drug and rock and roll. 1977. da machen drei londoner jungs eine sommernacht durch. die nacht, in der in memphis elvis stirbt. john lennon kommt auch vor. und?

es ist seltsam, dieses buch. so seltsam, wie sein deutscher titel. was nicht heißen soll, daß es an der übersetzung liegt. nein, da habe ich keine ahnung. vielleicht war es auch Tony Parsons selbst.

immer liegt alles ein keines bißchen daneben, jedoch nie so richtig ganz. bezugfehler bleiben erträglich, stilblüten sind niemals wirklich schlimm, immer nur ein wenig absurd. andererseits aber keine absicht, ganz sicher nicht. und sogar perspektivfehler amüsieren eher, als daß sie irritieren. die personen bleiben zwar seltsam hölzern und blaß – keinesfalls sind sie jung und berauscht von der neuen musik und allem möglichen anderen zeug, wie es im klappentext heißt. doch auch das macht nichts. es ist trotzdem irgendwie gut, dieses seltsame buch. unfertig, wie sein personal. aber auch gut. handlich, wie sein äußeres, angenehm. nichtssagend.

sogar, wenn es seltsam kluge sätze, wie diesen produziert:

Rays Fußboden würde immer die Zimmerdecke seines Vaters sein.“

das ist kitschig und platt. aber was solls. so ist es eben. wie die rosa handschellen ganz am schluß. fürchterlich.

(okay, aber punk ist es dann doch nicht. das weiß ich einfach besser.)

rush hour

motorradfahren im regen, noch dazu im feierabendverkehr, ist auch kein spaß. dazu das kopfsteinpflaster und die straßenbahnschienen, drüben. das eiert und rutscht. außerdem hatte ich es eilig. fast eine stunde für zehn kilometer. citylife. ich glaub, ich kauf mir demnächst mal ne monatskarte.

anarchie ist denkbar, nicht aber machbar.

totes land (44)

das thema arbeitet im hintergrund weiter. genaugenommen bewegt sich viel derzeit. für genaueres finde ich aber kaum zeit, das fühlt sich mies an. könnte aber ebenso gut sein. ich weiß nicht.

erste person ist vom tisch, zur zeit zumindest. dafür kommt wieder der gedanke einer trilogie auf. und macht mich ratlos. einstweilen.

also

gegen mittag auf einmal latente hektik auf der baustelle vor meinem schlafzimmerfenster. plötzlich sind mehr als drei arbeiter gleichzeitig zu sehen. diese laufen auch hurtig noch hin und her, statt, wie sonst mitunter, mal ein paar minuten untätig im bagger zu sitzen, ein anderes mal still am sandhaufen zu stehen und zu rauchen. offensichtlich ist die bauleitung anwesend.

einer der männer ist ganz besonders aktiv. neben ihm eine kleine frau mit langen haaren und einem packen papier in den händen. sie zeigt und winkt in alle richtungen. er nickt, er ruft, er läuft voraus und kommt wieder zurück. er ist zuständig, ohne zweifel. sie gibt die richtung vor.

die bauleitung ist also weiblich. offensichtlich.

sonne!

der komische, lange stengel auf meinem balkon hat sich nun doch noch entschlossen, eine blume zu sein. eine echte, wenn auch recht kleine sonnenblume. sanft schaukelt sie im herbstwind. sieht richtig fröhlich aus dabei.

nun wäre es eine idee, draußen zu sitzen, ein letztes mal in diesem jahr. es ist wirklich wunderbar warm in meiner geschützten sitzecke. leider ist es wegen der bauarbeiten, derzeit werden dicke rohre geflext, ziemlich laut. und es riecht nach heißem metall.

man kann eben nicht immer alles haben. man kann überhaupt nie irgendwas haben. hat meine mutter schon immer gesagt. stimmts!?

die kleine sonnenblume schüttelt den kopf. ziemlich heftig.

schreib was schönes, sagt die geliebte, bevor sie nach hause fährt. ich versuchs. (aber nicht hier.)

bagger

da verläßt man sich einmal auf die bauarbeiten direkt vorm schlafzimmerfenster und stellt vertrauensvoll den wecker aus. ist ja ohnehin genug lärm, den lieben langen tag, von früh bis spät. und was dann? da hämmern die heute nur morgen ein bißchen. nicht so wie gestern, als der bagger noch vor acht in dauerbetrieb war:

aber schick, so ein baggernder bagger. einen moment lang konnte ich verstehen, warum mein kleiner bruder als kind so grenzenlos begeistert war. haben was saurierartiges, die dinger.

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